Corona-Massnahmen

Hospitalisierungszahlen steigen: Der Kanton bleibt mit Blick auf die Spitäler strenger als der Bund

Im Kanton Solothurn steigt die Zahl der an Covid-19 erkrankten Personen, die sich in einem Spital behandeln lassen müssen. (Symbolbild)

Im Kanton Solothurn steigt die Zahl der an Covid-19 erkrankten Personen, die sich in einem Spital behandeln lassen müssen. (Symbolbild)

Beim Solothurner Gesundheitsdepartement stossen die neuen Coronamassnahmen des Bundes auf Zustimmung, denn der Druck auf die Spitäler steigt.

Die Solothurner Regierung hat bereits am Montag strengere Regeln erlassen, am Mittwoch doppelte der Bundesrat nach: Auch in gewissen Aussenbereichen wie an Wochenmärkten muss eine Gesichtsmaske getragen werden, Tanzlokale müssen schliessen, und an Festen im Familien- und Freundeskreis sind nur noch zehn Personen erlaubt. Dies ist nur ein Teil der Massnahmen, die seit heute zusätzlich in Kraft sind.

Trotz dieser Verschärfungen auf Bundesebene ist das Regime im Kanton, das die Regierung am Montag bekannt gegeben hat, in einigen Punkten strenger. So gilt im Solothurnischen zusätzlich eine Maskenpflicht bei gewerbsmässigen Personentransporten, ein Verbot von Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum, und ein Verbot von Veranstaltungen mit über 30 Personen.

Kanton bleibt bei seinen Massnahmen

An den vereinzelt strengeren Regeln im Kanton soll sich bis auf Weiteres nichts ändern, erklärt die Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner. «Die Lage im Kanton erfordert es, dass wir an diesen Punkten festhalten», so Schaffner. «Dass auf nationaler Ebene ebenfalls strengere Regeln gelten, bestätigt unseren Kurs».

Besonders begrüssenswert sei aus Sicht des Kantons die Entscheidung, auch in gewissen Aussenbereichen eine Maskenpflicht einzuführen und Tanzlokale zu schliessen. Die neuen Massnahmen des Bundes würden nun in der Regierung geprüft und, wo nötig, angepasst. «Der Schritt vom Bundesrat ist wichtig, denn die Lage im Kanton ist ernst. Jeder und jede muss jetzt Verantwortung übernehmen».

Wie sehr sich die Lage im Kanton in den letzten Tagen zugespitzt hat, zeigen die Zahlen zu den hospitalisierten Personen, die das Gesundheitsamt jeden Tag veröffentlicht. Laut diesen wurden gestern Mittwoch 33 Personen im Spital behandelt, fünf davon auf der Intensivstation. Am Dienstag mussten noch 24 Personen im Spital behandelt werden.

Zur Situation in den Spitälern wird der Fachstab Pandemie heute kommunizieren, wie das Gesundheitsamt gestern bekannt gab. Um die Spitäler vor einer Überlastung zu schützen, könnten in einem ersten Schritt etwa elektive - also nicht zwingen notwendige - Operationen verschoben werden.

Mittlerweile wurden im Kanton insgesamt 2104 Personen positiv auf Covid-19 getestet, vom Dienstag auf den Mittwoch kamen 133 Fälle hinzu. Bisher sind im Kanton 18 infizierte Personen verstorben.

In seinem wöchentlichen Lagebericht gibt der Kanton zusätzlich zu den täglichen Fallzahlen jeweils einen Überblick über weitere Faktoren, die den Pandemieverlauf in der Region beschreiben.

So etwa dazu, wie schnell sich die Zahl der hospitalisierten Personen im Kanton bei einem gleich bleibenden Anstieg verdoppelt: Geht der Anstieg weiter wie in den letzten vier Wochen, dann würde sich die Zahl der Personen, die im Spital behandelt werden müssen, in der Region in rund neun Tagen verdoppeln - nach frühestens sieben, und nach maximal zwölf Tagen.

Autor

Rebekka Balzarini

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