Kanton Solothurn

Homeoffice während der Coronakrise: Zukunft oder nur Krisenbewältigung?

Während Coronakrise bleiben viele Bürostühle leer. Allmählich kehren die Menschen an ihre Arbeitsplätze zurück.

Während Coronakrise bleiben viele Bürostühle leer. Allmählich kehren die Menschen an ihre Arbeitsplätze zurück.

Wegen der Coronakrise mussten auch im Kanton Solothurn die Firmen innert weniger Tage auf Homeoffice umstellen. Eine Umfrage zeigt: Je nach Berufsbild hat sich das Homeoffice bewährt. Es stellt sich jedoch die Frage: Was bedeutet das für die Zukunft in der Unternehmensorganisation?

Während der Coronakrise standen einige Büroräume fast leer. So viel Personal wie möglich im Homeoffice, lauteten die Empfehlungen des Bundesrates. Die Umfrage bei verschiedenen Unternehmen im Kanton Solothurn zeigt: Je nach Job, bewährt sich das Homeoffice. Organisatorisch gesehen war die Umstellung jedoch nicht für alle einfach. Bei vielen Unternehmen wurde schon vorher Homeoffice angeboten. Für diese war die grössere Herausforderung der Ausbau des Fernzugriffs. Umdenken mussten die Unternehmen in Bezug auf Datenschutz und dort, wo direkter Kundenkontakt wichtig ist. Zudem: Seit den Lockerungen des Bundesrates ist in vielen Unternehmen wieder Normalbetrieb. Homeoffice bleibt aber ein Thema.

So die Kantonalverwaltung: Die Coronapandemie sei in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung für die Mitarbeiter des Kantons gewesen, heisst es in einer Mitteilung. Auch wenn bereits vor der Krise Homeoffice praktiziert wurde, sei von Seiten der IT einiges an Zusatzeffort und Kreativität gefordert gewesen.

Gestiegen sei die Anzahl von Personal im Homeoffice in den Monaten März und April. Zum Peak (5. April) waren 446 Mitarbeiter wegen Zugehörigkeit zur Risikogruppe oder Selbstisolation im Homeoffice. Aktuell seien es noch 59.

Datenschutz als grosse Herausforderung

Jennifer Schneider, Assistentin Bankführung erzählt, wie die Regiobank Solothurn sich organisierte. «Wir sind ungefähr 110 Mitarbeiter. Wir haben jedes Team in zwei Gruppen eingeteilt und abwechslungsweise im Homeoffice oder im Büro arbeiten lassen», so Schneider. Um den Datenschutz sicherzustellen, mussten die Mitarbeiter einige Richtlinien einhalten. «Sie mussten in einem geschlossenen Raum arbeiten, sodass bei Telefongesprächen nicht mitgehört werden konnte.» Markus Boss, CEO der Regiobank Solothurn, erklärt diesbezüglich: «Die zur Erledigung vieler Arbeiten persönliche Interaktion war nicht möglich.»

«Zudem durfte nicht gedruckt werden, was die Arbeiten teilweise erschwerte», meint Boss. Ähnlich hat sich gemäss Mediensprecher Roberto Brunazzi die Baloise Bank SoBa organisiert. «Im Kanton Solothurn arbeiteten - von rund 360 Personen - etwa 50 Prozent der Angestellten im Homeoffice. Über die ganze Gruppe betrachtet waren zu Spitzenzeiten über 95 Prozent der Mitarbeitenden im Homeoffice.» Der Datenschutz sei durch das System garantiert gewesen. «Uns stehen verschiedene Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung. Alle Systeme haben dabei die gleich hohen Sicherheitsstandards», so Brunazzi. Nicht überall hat sich das Homeoffice als praktisch bewährt.

Für Philipp Roth, Geschäftsführer der Immowengi AG in Solothurn, war es eine zwiespältige Erfahrung. «In der Buchhaltung würde ich es jederzeit wieder machen. Bei den Immobilienbewirtschaftern ist es aufgrund der gemachten Erfahrungen eher weniger geeignet» so Roth. «Viele unserer Daten wie Mietverträge oder Reparaturaufträge sind aktuell noch nicht digitalisiert.» Zudem seien die Immobilienbewirtschafter oftmals für Wohnungsbesichtigungen und Termine unterwegs. Allgemein habe die Coronakrise die Immobilien-Branche nur wenig beeinflusst. Was jedoch die Büroflächen, Gastro- und Verkaufsflächen betreffe, gebe es eine negative Entwicklung.

Weniger Bedarf an Büroflächen aufgrund Homeoffice?

Gemäss Mladen Tomic, Mediensprecher von Swiss Prime Site des Standort Olten, hängt es stark vom Berufsbild ab, ob ein Mitarbeiter effizient im Homeoffice arbeiten kann. Anders als Roth beschreit er die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt: «Durch Homeoffice hat sich die Frage gestellt, ob es zu einem Flächenüberangebot komme». Dem würde jedoch das höhere Distanzbedürfnis entgegenwirken.

Meistgesehen

Artboard 1