Kantonsrat Solothurn

Historische Lange Brücke wird für knapp 5 Millionen ersetzt – dafür muss die Klus erweitert werden

Die Lange Brücke ist in einem schlechten Zustand und muss möglichst bald ersetzt werden.

Die Lange Brücke ist in einem schlechten Zustand und muss möglichst bald ersetzt werden.

Die Lange Brücke an der Passwangstrasse in Erschwil wird mit einem Aufwand von 4,9 Millionen Franken ersetzt. Die Verlegung der Kantonsstrasse und die Ausweitung der Klus wurde am Mittwoch vom Kantonsrat Solothurn mit 76 zu 3 Stimmen bei 15 Enthaltungen genehmigt.

Während die Unterschriftensammlung für das Referendum gegen die 25 Millionen teure Sanierung auf dem Abschnitt Schiltloch–Neuhüsli gestartet ist, hatte sich der Kantonsrat am Mittwoch schon wieder mit einem Verpflichtungskredit für die Passwangstrasse zu befassen – oder jedenfalls einem Ausläufer davon. Es geht um den Ersatz der baufälligen «Langen Brücke» in Erschwil, die durch eine enge Klus führt und die Lüssel überspannt. Das 4,9-Millionen-Projekt sieht vor, die Kantonsstrasse durch einen Felsabbau zu verlegen und die Lüssel offenzulegen.

Im Unterschied zum Sanierungsprojekt, das im Dezember zur Debatte stand, war man sich hier im Kantonsrat einig, dass die optimale Variante gewählt worden war. Auch wenn Erschwil mit der Brücke ein Stück Geschichte und Heimat verliere, habe man Verständnis für das Projekt, so Sibylle Jeker (SVP, Erschwil). Die Strasse werde nicht vergoldet, die gewählte Variante weise das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aus. Auch die gegenüber Strassenprojekten grundsätzlich kritischen Grünen sahen kein Problem. Der Ersatz der Brücke sei eine Sicherheitsfrage und daher notwendig, es finde kein Kapazitätsausbau statt und zudem werde die Lüssel renaturiert, lobte Christof Schauwecker (Solothurn).

Widerstand kam einzig von den Sozialdemokraten. Nicht unbedingt gegen das Projekt an sich, wie Sprecher Urs Huber (Obergösgen) erklärte. Vielmehr ging es ihm darum, die in der Dezembersession ausgestossene Drohung wahr zu machen: Dass man generell kein Projekt mehr gutheissen werde, bis die seit langem erwartete Neugestaltung der Strassenfinanzierung im Kanton endlich auf dem Tisch liegt. Der Kredit von 4,9 Millionen wurde daher zwar gegen lediglich drei Gegenstimmen, aber bei mehrheitlicher Enthaltung der SP-Kantonsräte genehmigt. (mou)

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