Nationalratswahlen

Hardy Jäggi: SP hat wegen «grünem Hype» Sitz verloren

«Es ist schwer zu erklären» – Hardy Jäggi, Vize-Präsident SP Kanton Solothurn, über die Verlüste seiner Partei

«Es ist schwer zu erklären» – Hardy Jäggi, Vize-Präsident SP Kanton Solothurn, über die Verlüste seiner Partei

Die SP verliert im Kanton Solothurn ihren zweiten Nationalratssitz an die Grünen. Im Ständerat muss Roberto Zanetti – mit grossem Vorsprung – in den zweiten Wahlgang. Die Reaktion von Vize-Parteipräsident Hardy Jäggi auf das Ergebnis.

18,4 Prozent machte die SP, rund 1,5 Prozent weniger als noch vor vier Jahren. Wie erklären Sie sich dieses Ergebnis?

Das ist schwer zu erklären. Ich denke, das hat mit dem sogenannten «grünen Hype» zu tun, mit der Klimadebatte. Obwohl die SP eine Klimapartei ist, haben die Menschen hier vielleicht andere Parteien an erster Stelle gesehen.

Die SP verlor einen Sitz an die Grünen. Gleichzeitig hatte die SP eine Listenverbindung mit den Grünen. Wird sich das in Zukunft ändern?

Ich kann da sicher nicht meiner Partei vorgreifen. Ich persönlich bin der Meinung, man sollte nichts ändern. Die Listenverbindung hat sich bewährt, wir haben immer noch zwei linke Sitze. Halt rot und grün und nicht mehr zwei rote. Das gab es auch schon in der Vergangenheit. Ich glaube nicht, dass das ein Grund sein sollte, dass die SP jetzt mit den Grünen bricht.

Beim Sitz, den die SP halten konnte, kam es zu einem Wechsel. Franziska Roth verdrängte Philipp Hadorn. Ihr Kommentar?

Das ist das berühmte weinende und lachende Auge. Einerseits habe ich Freude, dass wir immer noch eine Frau nach Bern schicken, die einzige aus dem Kanton Solothurn. Auf der anderen Seite ist es für Philipp Hadorn extrem hart. Er war acht Jahre im Nationalrat und hoffte auf die Wiederwahl. Ich persönlich hoffe, dass mir so etwas nie passieren wird. Denn das ist wirklich das Schlimmste, was einem Politiker passieren kann.

Im Ständerat sieht es für die SP komfortabel aus. Roberto Zanetti muss zwar in den zweiten Wahlgang, hat aber einen grossen Vorsprung. Sind Sie optimistisch für den zweiten Wahlgang?

Ich bin sehr optimistisch. Ich hoffe sogar, dass gar kein zweiter Wahlgang nötig sein wird. Der Kanton Solothurn könnte Geld sparen, denn das Resultat ist schon sehr klar. Nicht nur bei Christian Imark, auch bei den anderen, vor allem der FDP.

Das heisst? Sie werden keinen Wahlkampf betreiben auf den zweiten Wahltermin hin?

Wenn sich alle Kandidaten ausser Roberto Zanetti zurückziehen würden, dann gibt es gar keinen zweiten Wahlgang. Und sollte es einen geben, weil es Christian Imark noch einmal wissen will, werden wir alles daransetzen, dass Roberto Zanetti gewählt wird. Er hat ein extrem gutes Resultat gemacht, viel mehr Wähleranteile geholt als die SP als Partei. Von daher sind wir sehr zuversichtlich. Und ich hoffe natürlich, dass, wenn es zum zweiten Wahlgang kommt, die Grünen uns dort mit Vollgas unterstützen werden, damit wir Roberto Zanetti in den Ständerat bringen.

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