Kantonsrat

Glyphosat darf im Kanton Solothurn in Ausnahmefällen nach wie vor eingesetzt werden

Der Einsatz von Glyphosat ist in ganz Europa umstritten. (Archivbild)

Der Einsatz von Glyphosat ist in ganz Europa umstritten. (Archivbild)

In Ausnahmefällen darf Unkraut im Kanton Solothurn nach wie vor mit dem Herbizid Glyphosat bekämpft werden. Der Kantonsrat hat einen SP-Auftrag, der ein totales Verbot forderte, in abgeschwächter Form mit 85 zu 2 Stimmen für erheblich erklärt.

Der Wirkstoff Glyphosat in Unkrautvertilgungsmitteln ist hoch umstritten. Die Studien widersprechen sich. Manche stufen Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein, andere nicht. Bezüglich den Anforderungen zum Schutz der Umwelt wird Glyphosat von den Bundesbehörden als unbedenklich eingestuft.

In dieser Ausgangslage geht es dem Kantonsrat zu weit, den Solothurner Kreisbauämtern den Einsatz von Glyphosat grundsätzlich zu verbieten und dieses Verbot sogar gesetzlich zu verankern, wie dies ein Auftrag von Stefan Oser (SP, Hofstetten-Flüh) gefordert hatte. Der Vorstoss wurde aber in deutlich abgeschwächter Form mit lediglich zwei Gegenstimmen für erheblich erklärt: Glyphosat soll nicht flächig ausgebracht, sondern lediglich zur Einzelstockbehandlung von Neophyten eingesetzt werden (eingeschleppte Pflanzen, die die heimische Flora verdrängen). Zudem soll ganz auf Glyphosat verzichtet werden, sobald alternative Bekämpfungsmethoden zur Verfügung stehen, die bei verhältnismässigem Aufwand den gleichen Erfolg bei der Bekämpfung von invasiven Neophyten versprechen.

Stefan Oser hatte zwar erfolglos, aber aus seiner Sicht absolut verständlicherweise versucht, an der ursprünglichen Fassung festzuhalten. Der nun überwiesene Auftrag bestätigt nämlich nur die längst gelebte Praxis. Glyphosat wird entlang von Kantonsstrassen schon heute nur in Ausnahmefällen zur Einzelstockbehandlung von Neophyten eingesetzt.
Insbesondere die Bekämpfung des japanischen Knöterichs erweise sich mit anderen Methoden aber als unverhältnismässig aufwändig, so der Regierungsrat. Die vom Solothurner Strasseninspektorat eingesetzte Menge des glyphosathaltigen Herbizids «Roundup» betrug im letzten Jahr 34 Liter.

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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