Gerlafingen/Biberist
Das Piepsen rückwärtsfahrender Lastwagen stört die Anwohner: Nun will Stahl Gerlafingen reagieren

Anwohner in Gerlafingen und Biberist stören sich ob des Piepsens rückwärtsfahrender Lastwagen. Die Stahl Gerlafingen AG will der Geräuschkulisse auf ihrem Areal nun ein Ende bereiten.

Anja Neuenschwander
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Ein Schwertransport auf dem Gelände der Stahl Gerlafingen

Ein Schwertransport auf dem Gelände der Stahl Gerlafingen

Bild: Michel Lüthi

Fast wie der nervige Wecker am frühen Morgen, stört in Biberist und Gerlafingen ein Piepsen die Nachbarschaftsidylle. Das Geräusch kommt aber nicht aus einem Schlafzimmer, sondern von der Stahl Gerlafingen AG.

Dort piepsen zu den Arbeitszeiten zahlreiche rückwärtsfahrende Schwerfahrzeuge auf dem Industriegelände. Die Rückfahrwarnsignale müssen nämlich laut Gesetz den Fahrzeuglärm übertönen können.

Die Signale dringen aber auch bis in die Wohnquartiere: Genervte Anwohner aus Gerlafingen und Biberist – wer will schon tagsüber an seinen Wecker erinnert werden – meldeten sich bei der Verwaltung. In den letzten Wochen hätten sich die Rückmeldungen gehäuft, sagt Alexander Betzold, Leiter Umwelt von der Stahl AG Gerlafingen. Vielleicht sei es wegen des schönen Wetters, weil dann viele Anwohner die Fenster offen hätten.

Die plötzlichen Reklamationen scheinen etwas verwunderlich, steht doch das Stahlwerk schon seit einigen Jahrzehnten am selben Ort. Und auch die Pieps-Signale bei rückwärtsfahrenden Fahrzeugen gibt es nicht seit gestern.

Gemeinde beruhigt auf ihrer Internetseite

Auf den Websites der Gemeinden wurde daraufhin ein Infoblatt veröffentlicht. Zur Wiederherstellung einer ruhigeren Nachbarschaft mit angenehmer Geräuschkulisse teste die Stahl AG momentan Warnsignale mit Breitbandrauschen. Dazu sollen optische Systeme angebracht werden.

Die Idee sei vom Amt für Umwelt des Kantons gekommen, erklärt Alexander Betzold. Früher oder später wäre die Technologie mit dem Breitbandrauschen wahrscheinlich sowieso zum Thema geworden. Wegen den vielen Rückmeldungen werde die Erneuerung nun schon früher in Betracht gezogen.

Zum aktuellen Stand der Technologie kann die Stahl AG noch keine Stellung nehmen, informiert Betzold. Sicher bis Ende Oktober müssen die Anwohner aber noch mit dem Piepsen vorliebnehmen – so lange dauert nämlich die Testphase. Immerhin können sie sich bis dahin das abendliche Weckerstellen sparen. Lässt sich nur hoffen, dass die Tests erfolgreich sein werden.

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