Theater Orchester Biel Solothurn

Generation Y und tanzende Senioren: Das bietet das Tobs kommende Saison

Sie stellen das Programm der kommenden Saison vor: Tobs-Direktor Dieter Kaegi und Margrit Sengebusch (Dramaturgie Schauspiel)

Tobs Spielplan 2018/19

Sie stellen das Programm der kommenden Saison vor: Tobs-Direktor Dieter Kaegi und Margrit Sengebusch (Dramaturgie Schauspiel)

Das Theater Orchester Biel Solothurn (Tobs) stellt das Programm für 2018 und 2019 vor: Darunter mehrere Erstaufführungen, die erste Kinderoper seit einigen Jahren und spezielle Jubiläums-Anlässe des Sinfonie-Orchesters.

Vor gut einer Stunde sei auf der Bühne des Solothurner Stadttheaters noch getanzt worden. Damit begrüsste Dieter Kaegi, Direktor des Theater Orchesters Biel Solothurn (Tobs), diesen Montagabend das Publikum zur Vorstellung des Spielplans 2018 und 2019. Getanzt hatten zuvor noch Teilnehmer des Schweizer Tanzfestivals «Steps». Ein Projekt, das auch Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit gibt, auf der Bühne zu stehen. Damit schaffte Kaegi den Bogen zum Label «Kultur inklusiv», welches das Tobs trägt. Dadurch hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Behinderung zu integrieren.

Das wiederum führte den Tobs-Direktor zum roten Buch, das sich jeder Anwesende an diesem Abend im Foyer des Solothurner Stadttheaters geschnappt hatte: Auf der Vorderseite ist der Titel in Blindenschrift übersetzt. Als «Zeichen und Symbol» für diese Inklusion, wie Kaegi erklärte. Und in ebendiesem Buch findet sich der Spielplan des Tobs 2018/2019.

Generation Y auf der Bühne

Ein Fokus in der kommenden Theatersaison liegt auf den Millennials – die Generation, die um die Jahrhundertwende herum geboren wurde. Auch bekannt als Generation Y. Wie es der Name Y – der englisch ausgesprochene Buchstabe «why» – schon sagt, soll es sich um eine Generation handeln, die kritisch eingestellt ist, Vieles hinterfragt. Dazu zeigt das Tobs beispielsweise «Victor oder die Kinder an der Macht» von Roger Vitracs, wie Margrit Sengebusch, Zuständige Dramaturgie Schauspiel beim Tobs, erörterte. In diesem Stück schafft es ein Neunjähriger, die Erwachsenenwelt auf den Kopf zu stellen, indem er deren Lügen aufdeckt.

Die junge Generation stehe kommende Saison im Vordergrund, erklärte Sengenbusch, es gehe um unterschiedliche Weltanschauungen und «drastische Perspektivenwechsel». Jung ist entsprechend auch die Hauptperson im Stück «The Who and the What» von Ayad Akthar. Es handelt sich dabei um die Geschichte einer 30-jährigen Muslimin, die sich kritisch mit dem Propheten Muhammed auseinandersetzt. Das zur grossen Missgunst ihres Vaters. Um die neue Generation geht es dann zum Saisonabschluss noch einmal mit dem Stück «Wunschkinder».

Auch Stücke in Zusammenarbeit mit dem neuen Theater Dornach stehen auf dem Programm. In «The Roommate» werden zwei ganz unterschiedliche Frauen Ende Fünfzig zu Mitbewohnerinnen. Somit macht das Tobs den Sprung zur Generation, deren Kinder bereits von zu Hause ausgezogen sind.

Zwei verschiedene Generationen treffen im Rahmen von «Mouve-Mot» aufeinander. An diesem Tanzabend stehen Mitglieder des jungen Theaters Biel zusammen mit Senioren aus der Region auf der Bühne. Weiter getanzt wird in «Le Bal». Dabei findet eine Zeitreise durch die Schweizer Geschichte statt. Diese Aufführung lebt ausschliesslich von Musik und Tanz – und ganz ohne Worte.

Neu wieder eine Kinderoper

Zur Eröffnung der Oper am Tobs gibt es «La Cenerentola» von Gioachino Rossini. Die Oper basiert auf dem Märchen «Cendrillon», bei uns besser bekannt als Aschenputtel. Einfach in leicht abgeänderter Form ohne Magie – also etwa ohne die gute Fee. Regie führen Andrea Bernard und sein Team, Gewinner des europäischen Opernregiepreises 2016.

Auf Opernfans wartet weiter die Schweizer Erstaufführung von «Les fées du Rhin – die Rheinnixen» von Jacques Offenbach, in einer deutsch-französischen Fassung. Passend dazu trägt das Tobs auch das Label für Zweisprachigkeit.

Zum ersten Mal seit Jahren gibt es auch wieder für junge Zuschauer etwas zu hören und zu sehen: Mit der Inszenierung der Kinderoper «Pollicino» von Hans Werner Henzes, deren ursprüngliche Geschichte die Zuschauer aus dem Märchen «der kleine Däumling» kennen dürften.

50 Jahre Sinfonie-Orchester

Beim Tobs steht zudem ein Jubiläum an: Das Sinfonie Orchester Biel Solothurn wurde 1969 gegründet. Zum anstehenden 50-Jahr-Jubiläum beginnt das Orchester deshalb bereits diesen Sommer mit einigen besonderen Auftritten. Zum Saisonauftakt stehen verschiedene Sommerkonzerte in Berner Gemeinden an. Speziell auch der Auftritt in der Attisholz Arena in Riedholz, die diesen Sommer eröffnet wird und auf dem sich in Umgestaltung befindenden Attisholz-Areal künftig einen öffentlichen Treffpunkt darstellen soll.

Zum Jubiläum wird zudem Musikalisches und Kulinarisches kombiniert: Im Hotel «La Couronne» kann das Publikum Kammerusikkonzerten lauschen – und dazu beim Apéro anstossen oder brunchen.


Das komplette Programm finden Sie unter: www.tobs.ch

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