Coronavirus Kanton Solothurn

Essen ist möglich, tanzen nicht mehr: Was gelten für Regeln und welche gehen über die nationalen hinaus?

Im Kanton Solothurn sind Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen nicht erlaubt. (Symbolbild)

Im Kanton Solothurn sind Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen nicht erlaubt. (Symbolbild)

Im Solothurner Kantonsrat werden heute Mittwoch die Coronaschutzmassnahmen im Kanton diskutiert – die wichtigsten Regeln im Überblick.

Damit die Coronafallzahlen im Kanton in den nächsten Wochen wieder sinken, hat dieser seit Mitte Oktober verschiedene Schutzmassnahmen verabschiedet. In der heutigen Sitzung diskutiert der Kantonsrat über die aktuellste Verordnung, welche die Regierung erlassen hat. Aber was gilt eigentlich im Kanton, und in welchen Punkten gehen die kantonalen Regeln über die nationalen hinaus? Eine Übersicht:

Wo müssen Masken getragen werden?

Schon seit dem 3. September gilt in den Läden im Kanton eine Maskenpflicht, mittlerweile ist der Bund nachgezogen und hat die Regeln weiter verschärft. Es gilt in der ganzen Schweiz eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in den Warte- und Zugangsbereichen des öffentlichen Verkehrs, also in den Bahnhöfen und an den Bushaltestellen. Auch in Unterführungen muss eine Maske getragen werden.

Weiter gilt eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen und deren Aussenbereichen: also in und vor Kinos oder Museen, Hotels und Restaurants, oder Kirchen, Fitnesszentren und Geschäften. Im Freien gilt eine Maskenpflicht, wenn Abstände nicht eingehalten werden können. Ein Beispiel dafür sind Märkte oder belebte Fussgängerzonen. In einem Punkt geht der Kanton Solothurn über die nationalen Vorgaben hinaus: Im Kanton muss auch bei «gewerbsmässigen Personentransporten» wie im Taxi eine Maske getragen werden.

Kann man noch im Restaurant essen und in Clubs feiern?

Sich für ein Abendessen mit Freunden im Restaurant zu treffen, ist laut nationalen Vorgaben nach wie vor möglich, an einem Tisch dürfen aber nicht mehr als vier Personen sitzen. In Bars und Restaurants darf ausserdem nur im Sitzen gegessen und getrunken werden, und die Lokale bleiben von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr geschlossen.

Clubs und Discos dürfen gar nicht mehr öffnen. Im Kanton Solothurn sind ausserdem Shisha-Bars sowie Erotik- und Sexbetriebe geschlossen. Weiter hat der Kanton eine Obergrenze für Gäste in Bars eingeführt. Es dürfen nicht mehr als 30 Personen gleichzeitig anwesend sein. Wie Restaurants und Clubs müssen ausserdem Take-aways und Imbissbetriebe um 23.00 Uhr schliessen.

Sind Museen und Kinos noch offen?

Kulturbetriebe wie Kinos, Museen und Theater sind nach wie vor geöffnet, es gilt eine Maskenpflicht. Erlaubt sind pro Vorstellung 30 Personen, der Konsum von Getränken und Esswaren ist nur im Sitzen erlaubt.

Wie viele Personen dürfen sich eigentlich noch treffen?

Der Bundesrat hat Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verboten, Grossveranstaltungen dürfen also nirgendwo mehr stattfinden. Der Kanton Solothurn geht einen Schritt weiter: Hier sind Veranstaltungen mit mehr als 30 Personen nicht mehr erlaubt.

Die Obergrenze für Versammlungen im öffentlichen Raum hat der Bund bei 15 Personen festgelegt, der Kanton Solothurn will schon spontane Ansammlungen von mehr als fünf Personen möglichst verhindern. An Treffen mit Freunden oder der Familie dürfen in der ganzen Schweiz nicht mehr als zehn Personen dabei sein.

Welche Regeln gelten an den Schulen?

Der Unterricht an den Hochschulen und den Universitäten der Schweiz ist nicht mehr erlaubt, es darf nur noch Online-Unterricht durchgeführt werden. Die Schulen der Primarstufe und der Sekundarstufe I und II bleiben geöffnet, Jugendliche der Sekundarstufe II müssen eine Maske tragen.

Im Kanton Solothurn ist die Maske auch für Jugendliche der Sekundarstufe I Pflicht. Klassenlager dürfen vorerst keine mehr durchgeführt werden, und Sportunterricht auf der Sekundarstufe II findet nicht mehr in der Halle statt, sondern im Freien. Alternativ kann der Unterricht auch in Form von theoretischem Unterricht zu Trainings- oder Ernährungslehre im Klassenzimmer stattfinden. Der Turnunterricht auf der Primarstufe und auf Sekundarstufe I findet nach wie vor statt. Die Schulen haben einen Ermessensspielraum, um den Kinder- und Jugendlichen Bewegung zu ermöglichen und gleichzeitig die Schutzmassnahmen möglichst einzuhalten.

Darf man überhaupt noch Sport treiben?

Kontaktsportarten wie Boxen oder Judo sind verboten. Erlaubt ist Sport in Innenräumen mit höchstens 15 Personen und ohne Körperkontakt. Dabei müssen Abstände eingehalten und eine Maske getragen werden. Auch im Fitnessstudio gilt eine Maskenpflicht. Sport im Freien ist erlaubt, wenn die Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Weniger streng sind die Regeln für Profis: Sie dürfen weiter trainieren, auch Kontaktsportarten und Wettkämpfe sind erlaubt.

Hinweis:
Zu den aktuellen Regeln im Kanton: https://corona.so.ch

Autor

Rebekka Balzarini

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