Weil der Mitgliederschwund im vergangenen Jahr wieder 147 Personen betrug, überlegt sich der Vorstand des Nordwestschweizerischen Jodlerverbands nun Massnahmen. Die 77. Delegiertenversammlung in Lupfig war allerdings bestens organisiert und stand im Zeichen vieler erfreulicher Nachrichten.

Willi Lüpold, Vertreter des Jodlerklubs Schlossbrünneli Möriken-Wildegg, konnte verkünden, dass man für die Organisation räumlich wie personell sozusagen an Grenzen stiess. 600 Personen haben sich zum Essen angemeldet und 800 Personen zur Veteranenehrung», zählte Willi Lüpold auf. Die Organisation unter OK-Präsident Kurt Schärer und Präsident Daniel Loosli verlief reibungslos.

In Lupfig ist alles möglich

Die 77. DV des Nordwestschweizerischen Jodlerverbands fand am Samstagnachmittag in der Mehrzweckhalle Breite in Lupfig statt. Gemeindeammann Richard Plüss hielt bei der Begrüssung mit einem Augenzwinkern fest,dass man kein Sicherheitsdispositiv erstellt habe, denn man wisse ja, dass sich Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger vorbildlich verhalten würden. Er fragte, ob die Anwesenden auf einer der Autobahnen, mit der Bahn oder gar mit dem Flugzeug gekommen seien. Schliesslich sei in Lupfig alles möglich.

An der DV des Jodlerverbands nahmen nachmittags rund 300 Delegierte aus den Kantonen Aargau, Baselland, Basel-Stadt und Solothurn sowie 135 Gäste teil. Zum Einstieg sangen sie «E Jodler» von Bruno Häner. Schaute man in den Saal, hatte man das Gefühl, es gebe viele junge Mitglieder in den Jodlerklubs, ganz im Gegensatz zum eingangs erwähnten Mitgliederschwund.

Derendingen wird «abegwäsche»

«Noch 475 Tage bis zum Wiedersehen», freute sich der OK-Präsident des 29. Nordwestschweizerischen Jodlerfestes 2013 in Derendingen, Ulrich Bucher. Die vom Vorstand vorgeschlagene Durchführungsart, die Gesamtchorlieder «Bärgarve» von Hans Walter und der «Steimanndli-Juitz» von André von Moos wurden akzeptiert. Die vorgeschlagenen Gesamtobmänner Stephan Schüpbach (Jodeln), Peter Baumann (Alphornblasen) und Urs Bloch (Fahnenschwingen) wurden einstimmig gewählt. Der Gemeindepräsident von Derendingen, Kuno Tschumi, versprach, dass sie das Dorf rausputzen und «abewäsche» würden, damit sich alle wohlfühlen.

Verwaister Posten wiederbesetzt

Dank persönlicher Gespräche konnte die seit der letzten DV verwaiste Stelle des Ressorts Administration/Protokoll durch Madeleine Schadegg-Roth, Zofingen, wieder besetzt werden. Ihre Mutter Margrit Roth würfelte einen Ad-hoc-Chor zusammen, der unter ihrer Leitung zu Ehren ihrer Tochter «We d Schwälbeli i Süde zie» von Adolf Stähli sang.

Unter dem Traktandum «Kurswesen» machte Helga Schmid besonders aufmerksam auf die neuen Jurorenkurse und Dany Brändli auf das Schnupper-Pfingstweekend für Kinder und Jugendliche vom 26. bis 28. Mai 2012, das neu in Gänsbrunnen stattfindet.

«Mi Jugendzyt»

Turnusgemäss ist nächstes Jahr die Durchführung der DV in Basel-Stadt/Baselland vorgesehen. Der JK «Bärgbrünneli» von Liesberg hat sich darum beworben. Da jedoch nicht überall genügend grosse Hallen vorhanden sind, wird der Anlass im solothurnischen Breitenbach stattfinden. Verbandspräsident Edwin Meister, der zügig durch die Versammlung führte, bat die Solothurner Klubs, sich ab sofort Gedanken zu machen, wo die DV am 15. Februar 2014 stattfinden kann. Die DV des Eidgenössischen Jodlerverbands wird am 10.März 2012 in Niedergösgen durchgeführt. Der JK Niedergösgen-Schönenwerd hat sich anerboten, diesen Grossanlass durchzuführen.

Nach dem Schlusslied «Mi Jugendzyt» – vom im Saal anwesenden Paul Schreiber geschrieben – begaben sich die Delegierten zum Aperitif. Die Mitglieder mit 25- und 50-jähriger Verbandszugehörigkeit, die abends unter der Regie von Vizepräsidentin Silvia Meister geehrt werden sollten, trafen ein. Wenn Jodler/-innen nichts mehr zu reden wissen, beginnen sie zu singen. In Lupfig begann der Gesang im Gang der MZH, er rollte weiter, hinaus ins Zelt und von dort nach draussen ins Dorf.