Corona-Schutzmassnahmen

Erotikbetriebe wollen einen Tag nach Schliessung wieder öffnen – Kanton bremst: «So schnell geht das nicht»

Im Kanton Solothurn haben zahlreiche Erotikbetriebe gegen die Schutzmassnahmen verstossen. (Themenbild)

Im Kanton Solothurn haben zahlreiche Erotikbetriebe gegen die Schutzmassnahmen verstossen. (Themenbild)

Zehn Betriebe vorübergehend geschlossen Bei Kontrollen im Rotlicht-Milieu in Olten und Wöschnau stellten die Behörden Verstösse gegen die Schutzmassnahmen fest. Die betroffenen Betriebe können aber nicht einfach wieder öffnen.

Rund zehn Betriebe kontrollierte die Kantonspolizei Solothurn gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) in der Nacht auf Donnerstag. Das schreibt die Kantonspolizei Solothurn in einer Mitteilung, die sie am Donnerstag Nachmittag verschickte. Sieben Betriebe mussten anschliessend geschlossen werden. 

Man habe bei der Kontrolle Verstösse gegen sämtliche Schutzmassnahmen festgestellt, erklärt Marc Hänni, Leiter Arbeitsinspektorat und Gewerbe beim AWA.

«Wir stellten Verstösse gegen die Hygienevorschriften fest, es fehlten Schutzkonzepte, und die Kontaktdaten der Kunden wurden nur mangelhaft erfasst», erklärt Hänni. Dabei hätten nicht alle Betriebe gegen sämtliche Vorschriften verstossen - die Verstösse waren aber trotzdem so gravierend, dass die Betriebe erst wieder öffnen dürfen, wenn sie dem AWA ein überzeugendes Schutzkonzept vorlegen können.

Gerade die Einhaltung der Hygienemassnahmen sei, nebst dem Erheben der Kontaktdaten, besonders wichtig, betont Hänni. So müssten alle Flächen regelmässig gereinigt, und die Bettwäsche nach jedem Kundenkontakt gewechselt werden.

Der Kanton prüft jeden Betrieb sorgfältig

Wann die Betriebe wieder öffnen dürfen, ist laut Hänni noch unklar. Einige Betriebe hätten sich bereits am Tag der Schliessung gemeldet, um wieder öffnen zu können. «So schnell geht das aber nicht», sagt Hänni. Obwohl man den Betrieben, die schnell wieder öffnen wollen, Hand bieten wolle. «Es braucht aber eine Nachkontrolle vor Ort. Es reicht nicht, wenn die Betriebe uns Bilder zuschicken, um zu belegen, das sie die Schutzmassnahmen jetzt einhalten», erklärt er.

Für eine Wiedereröffnung mache man mit den Betreibern der Etablissements einen Termin aus, und lasse sich in diesem Rahmen die geplanten Schutzkonzepte erklären. «Basierend darauf entscheiden wir dann, ob ein Betrieb wieder öffnen darf, und führen Nachkontrollen durch.»

Die Kontrolle der Betriebe sei vom Kanton ausgegangen, erklärt Hänni weiter. Man habe keine Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. «Seit April haben wir fast 2000 unterschiedliche Betriebe im Kanton kontrolliert, und nun haben wir uns für Kontrollen in diesen Betrieben entschieden», sagt er.

In Zukunft werde man in diesem Bereich vermehrt Kontrollen durchführen, weil man davon ausgehe, dass es aufgrund der körperlichen Nähe vermehrt zu Ansteckungen kommen könnte. Im Frühling habe man deshalb vor allem im Bereich der Massagesalons kontrolliert, und den Bereich nun ausgeweitet.

Autor

Rebekka Balzarini

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