Kofmehl

Eine spezielle, rauschende Party: Discherheim und Rodania führen «Come Together» durch

J.J. Flueck und seine Crew bringen Stimmung in die Kofmehl-Halle

J.J. Flueck und seine Crew bringen Stimmung in die Kofmehl-Halle

Zum dritten Mal führten das Discherheim und die Stiftung Rodania im Kofmehl das «Come Together» durch.

«Das Publikum war fantastisch», sagte Sänger J.J. Flueck nach dem Auftritt seiner Band The Next Movement am Donnerstagabend im Kofmehl. Der Funke war gesprungen, die Musik in den Herzen der Leute angekommen. «Wir haben die Begeisterung gespürt. So macht es einfach Spass, Musik zu machen», so Flück.

In der Kulturfabrik Kofmehl wurde also wieder einmal eine rauschende Party gefeiert. Eigentlich nichts Besonderes. Business as usual. Doch wer etwas genauer hinschaute, dem fiel auf, dass es diesmal mehr Menschen im Rollstuhl hatte als sonst üblich. Der Flyer zum Anlass brachte schliesslich die Erklärung: Das Solothurner Discherheim und die Grenchner Stiftung rodania für Menschen mit Behinderungen hatten das Konzert und die Disco mit dem von Radio 32 bekannten DJ Liggenstorfer organisiert.

Wo Inklusion wirklich gelebt wird

So mischten sich im Kofmehl die Fans der Band The Next Movement ganz ungezwungen unter die Menschen mit Behinderungen, die in den verschiedenen Institutionen der Region Solothurn betreut werden. Und weil in der Raumbar ausnahmsweise nicht viel los war, kamen auch noch die Musikfreunde rüber in den Konzertsaal, die eigentlich weder die Band noch die Organisatoren des Festes kannten. Die gute Musik verband die verschiedenen Gruppen allemal. Die Stimmung war aufgekratzt und fröhlich. Das anwesende Publikum tanzte und sang mit, wann immer ein bekanntes Lied gespielt wurde.

Begonnen hatte alles mit einer Diplomarbeit, die Joël Sury vom Discherheim zum Thema Inklusion als Abschluss seiner Ausbildung verfasst hatte. «Ich wollte nicht nur über Inklusion schreiben, ich wollte sie leben», sagt Sury über seine Motivation. Das erste «Come Together» hatte das Discherheim noch alleine organisiert. Mittlerweile kommen die Gäste aus allen Institutionen der Region. Angelika Wyss von der Stiftung Rodania kannte The Next Movement vom «Summer Jam» im Solheure und engagierte auch DJ Liggenstorfer für den gelungenen Abend.

Die fröhliche Stimmung sei leicht zu erklären, sagt Joël Sury: «Unsere Klienten freuen sich, wenn ein Anlass ausserhalb der geschützten Umgebung der Institutionen stattfindet. Sie gehen gerne raus, sie wollen neue Gesichter sehen und neue Bekanntschaften machen.» Und wenn sich zwei Personen aus unterschiedlichen Institutionen kennen lernen und sich besonders gut verstehen? «Dann machen wir es möglich, dass sie sich wieder treffen können. Einer grossen Liebe werden wir keine Steine in den Weg legen», so Sury weiter.

Das Kofmehl sei der ideale Veranstalter für einen solchen Anlass, meint Joël Sury. «Es wurde wirklich behindertengerecht konzipiert und hier findet auch eine Veranstaltung Platz, die nicht kommerziell orientiert ist.» Angesichts der vielen Besucher dürfte der Abend aber sogar einen kleinen Gewinn produziert haben und man darf sich bereits auf das vierte «Come Together» in einem Jahr freuen.

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