Ständerat

Eine Premiere? – Vielleicht: Roberto Zanetti verzichtet auf das Ständeratspräsidium

Er will nicht Ständeratspräsident werden: Ständerat Roberto Zanetti.

Er will nicht Ständeratspräsident werden: Ständerat Roberto Zanetti.

Als Dienstältester hätte der Solothurner Ständerat Roberto Zanetti Anspruch auf das Amt des Ständeratspräsidenten. Doch er lehnt dankend ab. Warum?

Am Donnerstag feiert der Berner Ständerat Hans Stöckli (SP) seinen Amtsantritt als Ständeratspräsidenten. Nach dem Anciennitätsprinzip hätte in erster Linie jedoch Ständerat Roberto Zanetti (SP) Anspruch auf das Amt gehabt. Doch dieser verzichtet freiwillig darauf, wie der Regionaljournal Aargau-Solothurn am Dienstagabend berichtete.

«Mit dem Amt sind viele Repräsentationspflichten verbunden und das liegt mir nicht besonders», äussert sich der langjährige Ständerat aus Gerlafingen. Als Politiker müsse man seine Möglichkeiten realistisch einschätzen können und die Ausübung jenes Amtes wäre nicht seine Stärke gewesen, fährt er fort. «Darum habe ich gerne darauf verzichtet zugunsten von Hans Stöckli.»

Das nun Bern statt Solothurn das prestigeträchtige Amt besetzten kann, sei keineswegs als Nachteil für den Kanton zu verstehen. Mehr als lediglich einige Stunden medialer Aufmerksamkeit verpasse Solothurn nicht, erklärt der Politologe Mark Balsiger gegenüber dem Regionaljournal. Politische Folgen seien keine zu befürchten.

Mit seinem Verzicht kann Zanetti möglicherweise trotzdem feiern, und zwar eine Premiere: Er könnte der erste Ständerat sein, der das hohe Amt freiwillig ablehnt. Auch Mark Balsiger bestätigt: Er habe im Archiv keine Hinweise darauf gefunden, dass bereits zuvor ein Politiker auf das Amt des Ständeratspräsidenten verzichtet habe. Das Archiv sei in dieser Hinsicht allerdings auch nicht vollständig, relativiert er. (gue)

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