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Durchzogene Bilanz bei den Skiliften der Region

Trotz durchzogener Ski-Saison 2012/13 geben sich Skilift-Betreiber kämpferisch – und hoffen auf mehr Schnee.

Trotz durchzogener Ski-Saison 2012/13 geben sich Skilift-Betreiber kämpferisch – und hoffen auf mehr Schnee.

Die Bilanz über die Skisport-Saison in der Region fällt unterschiedlich aus. Die Bewertung reicht von «gut» bis «schlecht». Eines ist den Skilift-Betreibern aber gemeinsam: Obwohl kaum ein Franken übrig bleibt, denkt vorerst keiner ans Aufgeben.

Die Wahrnehmung stimmt nicht immer mit der Realität überein. Der vergangene Winter war schneereich und lang. Ganz anders erlebten teilweise die Betreiber der Skilifte in der Region die kalte Jahreszeit. Zum Beispiel Peter Hammer, der zwei Skilifte in Langenbruck in Schuss hält. «Für uns war es eine schlechte Saison. Die Lifte waren nur an 15 Tagen in Betrieb.» Zu wenig, um eine ausgeglichene Rechnung zu erzielen. «Dazu brauchen wir 25 Betriebstage», meldet Hammer. Zwar sei der Saisonstart im Dezember geglückt, aber danach schmolz der Schnee nach Wärmeeinbrüchen immer wieder weg.

Ähnliches berichtet Bele Schmid, Betriebsleiter der Skilifte der Sportanlagen Balmberg AG, dem weitaus grössten Skisportgebiet der Region. «Wir mussten sozusagen dreimal die Saison starten, weil sich die Pisten zwischendurch immer wieder grasgrün präsentierten.» Deshalb war 2012/13 keine Super-Saison, aber schlecht war sie nicht. So sei der Kinderlift «Bödeli» an 40 Tagen gelaufen und der «Kähle»-Lift immerhin an 32 Tagen. Besonders zufrieden ist Schmid mit dem Nachtskifahren, welches an 24 Abenden möglich gewesen sei. Insgesamt liege man leicht unter der Vorjahressaison. Damals waren die Anlagen zwischen 50 und 60 Tagen in Betrieb.

Immer noch Schnee auf dem Grenchenberg

Auf dem Grenchenberg liefen die beiden Skilifte während 59 Tagen. «Damit sind wir zufrieden», sagt Betriebsleiter Tobias Freudiger. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es 50 Tage, die Saison zuvor gar nur 18 Tage. Einmal mehr habe sich die auf 1300 Meter über Meer und im Schatten gelegene Piste gegen die Wärmeeinbrüche ziemlich resistent gezeigt. So seien die Anlagen auch während Weihnachten und Neujahr in Betrieb gewesen. «Und das ist für uns eigentlich die wichtigste Saisonphase.» Selbst aktuell habe es genügend Schnee, aber jetzt will niemand mehr Ski fahren.
Ebenfalls als «gut» beurteilt Urs Kaufmann die abgelaufene Saison für den 1320 Meter langen Doppelbügellift Hohe Winde auf dem Gemeindegebiet von Beinwil. «Wir zählten insgesamt 23 Betriebstage. Damit liegen wir in der 37-jährigen Geschichte des Skiliftbetriebes im oberen Drittel», sagt der Präsident der Skilift Hohe Winde AG. Ganz andere Frequenzen weist der Skilift Walterswil aus, der einzigen «Ski-Station» im Oberaargau. Der 400 Meter lange Bügellift, zwischen 700 und 780 Meter über Meer gelegen, konnte nur an 9 Tagen in Betrieb genommen werden, berichtet Walter Lehmann, Präsident der Skiliftgenossenschaft Walterswil. Im Jahr zuvor waren es 12 Tage. Im Winter 2010/11 konnte der Lift gar an keinem einzigen Tag gestartet werden. Die Erfolgsrechnung der Skiliftgenossenschaft ist rasch erklärt. «Es ist knapp kein Defizitgeschäft gewesen», sagt Lehmann. Aber es sei auch kaum möglich, grössere Reserven anzulegen.

Alle machen weiter

Obwohl allen Befragten klar ist, dass auf den Jurahöhen und im Oberaargau mit dem Betrieb von Skisportanlagen kein grosses Geld zu verdienen ist, wollen alle weitermachen. «Wir sind froh, wenn wir jeweils die Unkosten decken können. Aber wir machen im Sinne der Gründungspioniere weiter. Dies ist aber nur dank den zahlreichen Helferinnen und Helfern möglich», erklärt stellvertretend Urs Kaufmann, Chef der Skilift Hohe Winde AG.

Auf dem Grenchenberg sind gar Investitionen in den Ausbau des bestehenden Skibetriebes geplant, wie Betriebsleiter Tobias Freudiger verrät. Beim grossen Skilift soll eine Nachtbeleuchtung installiert werden, um ab der kommenden Saison auch das Nachtskifahren zu ermöglichen. «Die Baubewilligung liegt vor. Jetzt suchen wir noch Sponsoren für die Investition von rund 30 000 Franken.»
Auch auf dem Balmberg wird in der kommenden Saison einiges los sein. «Am 14. Februar 2014 feiern wir das 50-jährige Bestehen des Kähle-Liftes», blickt Bele Schmid voraus. Trotz wiederholter Rückschläge und ungünstiger Wetterverhältnisse sei es gelungen, den Betrieb stetig auf die heutige Grösse auszubauen und zu betreiben. «Das ist eine stolze Leistung.» Und Beispiel für den Durchhaltewillen aller Skilift-Pioniere.

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