2017 werden deutlich weniger Asylsuchende in den Kanton Solothurn kommen als in den vergangenen Jahren. Das zeichnet sich bereits jetzt ab. Bis Ende November hat der Bund dem Kanton 478 neu angekommene Asylsuchende zugewiesen, wie Zahlen des Kantons im «Asyl»-Newsletter zeigen. Zum Vergleich: 2015 waren es rund 1400, 2016 rund 930 Asylsuchende.

Die tieferen Zuweisungszahlen haben Folgen: Durchgangszentren in unterirdischen Zivilschutzanlagen wie beim ehemaligen Spital Grenchen oder auch die Zivilschutzanlage in Gretzenbach konnten bereits vor Monaten wieder geschlossen werden. Heute sind die Kapazitäten in den kantonalen Durchgangszentren mit rund 300 verfügbaren Plätzen wieder auf dem Stand von 2014, wie der Kanton im Newsletter Integration schreibt. Ende 2015, Anfang 2016 waren die kantonalen Durchgangszentren während einiger Monate überbelegt, trotz relativ rascher Reaktion der Behörden bei der Suche neuer Unterkünfte.

Spürbar ist die vorherige, über mehrere Monate konstant hohe Zuweisung von Asylsuchenden allerdings nach wie vor bei Integrationsprogrammen, wo derzeit grosse Anstrengungen unternommen werden und Kapazitäten relativ rasch aufgebaut werden mussten. Kürzlich gab es aus finanziellen Gründen eine Debatte, wer Zugang zu Deutschkursen erhält. Schliesslich beantragte der Regierungsrat im September einen Zusatzkredit über 3,4 Mio. Franken, um die Integrationsleistungen für die kommenden Jahre bezahlen zu können. Zuvor hatte Solothurn bereits finanzielle Reserven aus der Asyl-Bundespauschale geäufnet, die der Kanton über Jahre angespart hatte.

2018 will der Kanton auch, als Pilotprojekt des Staatssekretariats für Migration, eine vierjährige Integrationsvorlehre für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in den Bereichen Gastronomie, Logistik und Automobil anbieten.