Sonderschule

Die Zahl der Sonderschüler im Kanton Solothurn ist stabil

Heilpädagogische Sonderschule HPS Balsthal-Gäu

Heilpädagogische Sonderschule HPS Balsthal-Gäu

Die Solothurner Regierung beschliesst eine Strategie für die Angebotsplanung Sonderpädagogik bis zum Jahr 2020. Aufgrund der stabilen Schülerzahlen seit 2008 geht man von einem gleichbleibenden Mitteleinsatz aus.

In anderen Kantonen steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen an Sonderschulen stetig an. Kürzlich hat der Kanton Zürich Massnahmen getroffen, um die Fallzahlen und Kosten zu stabilisieren. Im Kanton Solothurn indes sind die Zahlen stabil. «Unser Budget ist nicht explodiert», sagt Kuert Rufer, Leiter individuelle Leistungen im Volksschulamt (VSA). «Seit 2008 bleiben die Kosten in etwa gleich». Dies geht aus dem «Konzept Sonderpädagogik 2020» sowie der daraus resultierenden «Angebotsplanung Sonderpädagogik 2013-2020» hervor, welche die Regierung am Dienstag beschlossen hat.

Verhaltensstörungen nehmen zu

Seit fünf Jahren managt Solothurn wie alle anderen Kantone auch den Sonderschulbereich in Eigenregie. Dies, nachdem sich die IV aus diesem Bereich zurückgezogen hatte. Mit dem «Konzept» und der «Angebotsplanung» legt das Departement für Bildung und Kultur erstmals gegenüber dem Kanton und auch dem Bund Rechenschaft ab über die Entwicklung in diesem Bereich.

«Wir wollen auch künftig keinen Ausbau», betont Kurt Rufer. Die Angebotsplanung für die nächsten ›Jahre geht denn auch von einem gleichbleibenden Mitteleinsatz aus. «Die Kosten stabil zu halten, ist aber sehr anspruchsvoll», weiss der Experte. «Aufgrund des medizinischen Fortschritts gehen zwar die klassischen Behinderungen zurück, dafür nehmen aber die Wahrnehmungsstörungen immer mehr zu.» Die Schülerschaft mehrerer sonderpädagogischer Institutionen im Kanton setzt sich denn auch zu einem grossen Teil aus Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten aller Art zusammen. Kurt Rufer erwähnt das Zentrum Bachtelen in Grenchen, das Zentrum für Sonderpädagogik in Kriegstetten und die kantonale Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik in Solothurn.

Separiert unterrichtet

Auffallend ist, dass die genannten Kinder und Jugendliche mit einer entsprechenden Diagnose praktisch immer an der Sonderschule direkt – und damit separiert – unterrichtet werden. Von einer Integration in die Regelklasse, unterstützt durch Fachleute der Sonderschule, profitieren vor allem Schüler mit einer geistigen Behinderung. Im Jahr 2012 benötigten insgesamt 1100 Kinder und Jugendliche im Schulalter sonderpädagogische Massnahmen. 800 Schülerinnen und Schüler besuchten dabei den Unterricht an einer Sonderschule, 100 Schüler wurden mit der Unterstützung durch die Sonderschule in einer Regelklasse unterrichtet. Bei weiteren 150 integrierten Schülern organisierte die Regelschule vor Ort die sonderpädagogischen Massnahmen, dies aufgrund einer individuellen kantonalen Verfügung.

«Kur» in Regionaler Kleinklasse

Mit Blick auf die Zunahme von Sonderschul-Schülern mit einer Wahrnehmungsstörung warnt Kurt Rufer vor einer «falschen, vorschnellen Chronifizierung». Deshalb verfolge der Kanton bei der Ausstellung entsprechender Verfügungen eine eher zurückhaltende Praxis. Der Schlussbericht zum «Schulversuch Spezielle Förderung», der demnächst der Öffentlichkeit präsentiert wird, zeige zum anderen, dass verhaltensauffällige Schüler in integrierten Klassen eine grosse Herausforderung darstellen. Die Schaffung Regionaler Kleinklassen, wo Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten über eine gewisse Zeit individuell gefördert werden, sei eine wichtige «Gelingensbedingung» für die Spezielle Förderung. Und gleichzeitig eine effiziente «Kur» für die betreffenden Schüler. Erfahrungen mit der Versuchsklasse im Thal zeigen nämlich, dass ein hoher Prozentsatz dieser Schülerinnen und Schüler nach einigen Monaten erfolgreich in die Regelklasse integriert werden kann. Geplant sind im Kanton fünf bis zehn solcher Kleinklassen.

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