Gehrig-Nachfolge

Die Suche nach einem neuen Chef des Steueramts dauert

Der Stempel wartet auf den neuen Chef, die neue Chefin.

Der Stempel wartet auf den neuen Chef, die neue Chefin.

Wann tritt der Nachfolger, die Nachfolgerin von Marcel Gehrig den Job als Chef des Kantonalen Steueramtes an? Der Kanton rechnet damit, dass dies im ersten Halbjahr 2020 der Fall sein wird.

Vor exakt drei Monaten war es, als die Staatskanzlei mitteilte, das Arbeitsverhältnis mit Marcel Gehrig, Chef des Kantonalen Steueramts, werde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Seither führt Amtschef-Stellvertreter Thomas Fischer das über 200 Köpfe starke Steueramt mit einem Geschäftsvolumen von rund 900 Millionen Franken und knapp 200 000 Steuerpflichtigen.

Hat seit dem Knall auf Fall erfolgten Abgang von Gehrig vor allem die Frage interessiert, unter welchen Bedingungen und zu welchen Modalitäten das Arbeitsverhältnis aufgelöst wurde, segelte die Nachfolgeregelung etwas im Schatten der immer noch unbeantworteten Frage. Immerhin: In Kürze wird die Beauftragte für Information und Datenschutz zur Schlichtungsverhandlung laden – dabei geht es darum, ob der von extern geforderte Zugang zur Auflösungsvereinbarung gewährt wird. Oder ob der Argumentation des Regierungsrats gefolgt wird, wonach der Inhalt des Papiers privat sei und die Öffentlichkeit nichts angehe.

Späte Ausschreibung, externe Unterstützung

Wie dem auch sei: Exakt ein Vierteljahr nach dem Gehrig-Abgang ist die Stelle nun endlich ausgeschrieben. Dem jüngsten Amtsblatt kann jedenfalls entnommen werden, dass die Firma MPB Executive Search mit Standorten in Basel, Bern und Zürich für den Kanton einen neuen Chef beziehungsweise eine neue Chefin Steueramt rekrutiert. Bewerbungen können demnach bis 26. September an die beiden mandatierten Consultants gerichtet werden.

Weshalb erfolgt die Ausschreibung so spät? Urs Hammel, Chef des Kantonalen Personalamts, sagt: «Wir wollten bewusst in der Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien ausschreiben.» Eine schnelle Nachfolgelösung wird es demnach nicht geben. Konkret: «Wir gehen davon aus, dass wir die Stelle im 1. Halbjahr 2020 besetzen können», führt Hammel aus. Wobei dies abhängig sei von der Kündigungsfrist der anzustellenden Person. Ob es sich dabei um Ad-interim-Chef Fischer handeln könnte? Hammel gibt sich bedeckt: «Dazu äussern wir uns nicht.» Und auch Fischer mag sich zu der Frage zum heutigen Zeitpunkt aus nachvollziehbaren Gründen nicht äussern.

Ein Vollzeitengagement ist nicht Bedingung

Interessant: Die Stelle ist mit einem Pensum von 80 bis 100 Prozent ausgeschrieben – was mit Blick auf den Anforderungskatalog an den neuen Chef auf den ersten Blick etwas erstaunt. Neben der Führung des Steueramts werden strategische Grundlagenarbeiten in Steuerfragen, die Weiterentwicklung des Amts und der Steuergesetzgebung sowie die Beratung des Finanzdirektors und des Regierungsrats verlangt.

Im Profil wünscht sich der Kanton eine Fachperson mit juristischem oder betriebswirtschaftlichem Background und vertiefter Weiterbildung im Steuer- und Treuhandbereich. Der neue Chef, die neue Chefin soll zudem über eine «ausgeprägte unternehmerische Denkweise» verfügen und die Interessen des Kantons «in einem politisch geprägten Umfeld verantwortungsbewusst und nachhaltig» vertreten. Was allein mit Blick auf die laufende Unternehmenssteuerreform leicht nachvollziehbar ist.

Kaderstelle und Teilzeit ist kein Widerspruch

Zur Pensumsfrage sagt Personalamts-Chef Hammel: «Kaderstellen werden, wenn immer möglich, auch im Teilzeitpensum ausgeschrieben.» Das sei seit langem die Haltung des Regierungsrates und solle «die in der Verwaltung gelebte Gleichwertigkeit der Geschlechter» unterstreichen. Bei der fraglichen Stelle, so Hammel weiter, sei Teilzeitarbeit im erwähnten Rahmen möglich. Entsprechend sie auch die Ausschreibung erfolgt.

Und weshalb schliesslich braucht es für die Rekrutierung eine externe Firma? Hammel begründet dies so: «Der Selektionsprozess soll professionell gestaltet werden. Wir gehen einerseits davon aus, dass wir durch den Einbezug einer Recruiting-Firma bei dieser Stelle ein breiteres Kandidatenfeld erhalten als bei einer Selektion in Eigenregie. Andererseits sind die internen Ressourcen in den nächsten Wochen und Monaten ausgelastet.» Einen zeitaufwendigen Selektionsprozess selber zu gestalten, sei daher als «wenig sinnvoll» erschienen, so der Personalamts-Chef.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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