Coronavirus

Die Seilbahn Weissenstein erwartet das «schlechteste Jahr» seit ihrer Betriebsaufnahme

Nichts ging mehr: Während des Lockdowns muste die Seilbahn die Personenfahrten gänzlich einstellen.

Nichts ging mehr: Während des Lockdowns muste die Seilbahn die Personenfahrten gänzlich einstellen.

Wie immer ist der Betrieb der Seilbahn Weissenstein auch 2020 vom Wetter abhängig. Zum gewohnten Auf und Ab kam heuer noch die Coronakrise.

Es hätte ein Spitzenjahr werden können, sagt Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein AG. Spitzentage waren etwa der 1. und 2. Januar. «Die Leute hatten noch frei, das Wetter war gut.» Es habe «gräblet» auf dem Berg, wie er das noch selten erlebt habe, so Stuber. Im März kam dann der Lockdown, Personenfahrten mussten eingestellt werden.

In dieser Zeit stand die Seilbahn wegen Revisionsarbeiten ohnehin still. Diese dauerten zwei Wochen – aufgrund der andauernden Einschränkungen fuhren aber auch danach noch keine Gondeli auf den Solothurner Hausberg. Rund zwei Monate lang war der Betrieb stillgelegt, bis es Anfang Juni wieder los ging.

Ende Jahr werden also Einnahmen von rund zwei Monate in der Kasse fehlen. Laut Stuber hätten es gute Monate werden können: «Das Wetter war sehr schön. Wir konnten es leider nicht nutzen. Aber so ist es nun halt.»

Im schönen Frühling keine Fahrten, im Sommer Regen

Vom Wetter ist die Seilbahn jedes Jahr abhängig. Nur: Während das gute Wetter der erwähnten zwei Monate nicht genutzt werden konnte, begann es dann im Juni, als die Bahn ihren Betrieb wieder aufnehmen konnte, zu regnen. Die Monate Juli, August und September fielen dann «durchschnittlich gut» aus, wie Stuber berichtet, man habe «vernünftige Zahlen» verzeichnet.

Der goldene Herbst, der im Oktober Passagiere auf den Berg zieht, lässt bislang auf sich warten: «Wenn wir unten Nebel, oben Sonne haben, strömen die Leute in Scharen auf den Berg», weiss der Geschäftsführer der Seilbahn. Solche Spitzentage gab es bisher nicht.

«Die ganze Coronasituation verschärft die Situation zusätzlich», erklärt Stuber. Man stelle fest, dass viele Abendfahrten oder auch gebuchte Weihnachtsessen annulliert würden. «Es geht auch so weit, dass Schulreisen abgesagt werden». Die Leute seien unsicher, blieben zu Hause – das spüre die Seilbahn. «Das tut schon weh.»

Wobei man im Sommer, in dem die Menschen auch dazu aufgerufen worden waren, in der Schweiz zu bleiben, nicht spürbar vom «Ferien zu Hause»-Effekt profitieren konnte. «Im Gegensatz zu anderen Regionen, etwa im Wallis oder im Bündnerland, kann man bei uns nicht sagen, dass sich die Situation positiv auf den Betrieb ausgewirkt hätte.»

Einbussen – aber «es geht nicht ans Existenzielle»

Keine Probleme bereitet der Seilbahn die Maskenpflicht, die in den Stationen und in den Gondeli gelten. «Die Leute halten sich gut daran. Wir stellen fest, dass Personen, die sich nicht kennen, nicht mehr in das selbe Gondeli steigen – aber das ist bei uns ja kein Problem.» Trotzdem: die Unsicherheiten die man im Zusammenhang mit der zweiten Welle spüre, beschäftige einen schon.

Die Seilbahn ist jetzt im sechsten Betriebsjahr angekommen – «ich denke schon, dass 2020 das bisher schlechteste Jahr wird.» Wobei Stuber wieder auf die Abhängigkeit vom Wetter verweist – im November könnte es immer noch «unten Nebel –oben Sonne» geben, was dann jeweils schnell zu mehr Passagieren führt. Zudem hält Stuber fest: «Wir werden es überleben, es geht für uns nicht ans Existenzielle.» Auch wenn man die zwei schönen Monate im Frühling «gerne mitgenommen hätte.» (nka)

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