Lebensmittel

Die Glacen aus der Region können bedenkenlos geschleckt werden

Yadira Tejada licks ice creme in the public swimming bath of Arbon.

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Milch und Glacen aus der Region erhalten ein gutes Zeugnis. Gemüse aus Asien und die schlechte Marroniernte haben bei den Lebensmittelkontrollen 2013 hingegen Probleme gemacht.

Der Sommer kann bleiben: Und wer Lust auf Glace hat, kann bedenkenlos Produkte aus der Region schlecken. Dies zeigt der Jahresbericht der Solothurner Lebensmittelkontrolle, die letztes Jahr die regionalen Glacehersteller genauer unter die Lupe genommen hat.

12 Glaceproduzenten hat sie geprüft. Und die meisten der 58 Proben fielen positiv aus. Krankmachende Bakterien wie Salmonellen oder Listerien fanden sich überhaupt nicht. Einen «unschönen» Makel muss der stellvertretende Kantonschemiker Matthias Muster trotzdem festhalten: Vier Hersteller hatten ihre Eismaschinen nicht gut genug geputzt. Beruhigend ist für alle Schleckmäuler: Nachkontrollen zeigten, dass das Problem behoben ist.

Grundsätzlich fällt das Fazit zu den Solothurner Gastro- und Lebensmittelbetrieben aus Sicht der Lebensmittekontrolle positiv aus: «Der grosse Teil erfüllt seine Aufgaben und Pflichten gut», sagt der stellvertretende Kantonschemiker. Es gibt allerdings auch schwarze Schafe bei den 1095 Inspektionen: Drei Restaurants und eine Bäckerei musste das Lebensmittelinspektorat 2013 vorübergehend schliessen.

Dabei tanzt eine Dulliker Bäckerei den Behörden seit Jahren auf der Nase herum: 27 Inspektionen, vier vorübergehende Schliessungen und 8 Strafanzeigen gab es in zehn Jahren allein in dieser Bäckerei.

«Die gesetzlichen Grundlagen, um solche Betriebe dauerhaft zu schliessen, fehlen», heisst es dazu im Jahresbericht. Zwar können vorübergehende Schliessungen verfügt werden. Sobald der Missstand behoben ist, kann ein Betrieb seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Inzwischen hat sich das Problem erledigt: Die Bäckerei musste aus ihren Räumen ausziehen.

«Sollte sie wieder in den Kanton kommen, werden wir sie wieder kontrollieren», sagt Muster.
Nicht nur die Glacen, auch die Milch aus der Region erhält ein gutes Zeugnis: Jeder fünfte Milchbetrieb ist 2013 geprüft worden. «Die Milch ist ein heikles Lebensmittel, das streng überwacht wird», sagt Muster. «Es kann im Kanton aber bedenkenlos konsumiert werden.» Die 121 kontrollierten Betriebe haben laut der Lebensmittelkontrolle ein «sehr hohes Niveau» bei der Hygiene der Milchproduktion gezeigt. Minuspunkte erhalten die Bauern trotzdem: Es fanden sich kleinere hygienische Mängel in Ställen und Milchräumen – aber «ohne direkten Einfluss auf die Milchqualität». Insgesamt mussten die Kontrolleure sechs Abliefersperren verfügen, fünf Mal aufgrund von Antibiotikarückständen in der Milch.

«Das liegt im Schnitt der letzten Jahre», erklärt Matthias Muster. Böse Absicht stecke nicht dahinter. Oft würden vom Tierarzt behandelte Tiere nicht richtig markiert und dann beim Melken verwechselt.

Was im Sommer die Glacen sind, sind ab Herbst die Marroni. Auch diese hat die Lebensmittelkontrolle untersucht. 2013 habe «Edelkastanien von besonders schlechter Qualität» gebracht, heisst es dazu. Die Proben wiesen eine Verwurmung zwischen 9 und 37 Prozent auf - erlaubt sind höchstens 15. Diese Marroni wurden vorsorglich beschlagnahmt.

Ein Problem stellen für die Lebensmittelkontrolle auch Importe aus Asien dar. Vier Firmen wurden beanstandet, die Koriander, Gewürzlauch, Wasserspinat oder Frühlingszwiebeln importiert hatten. Im Gemüse und den Gewürzen wurden die Grenzwerte für Pestizide überschritten. Ein Importeur sei in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen. In drei seiner Proben fand das Labor 23 verschiedene Pestizide. Der Betrieb erhielt ein Importverbot.

Kaum Probleme gab es mit fernöstlichen Reissorten. Drei Reissorten aus Sri Lanka wiesen allerdings Grenzwertüberschreitungen auf. Der Betrieb musste einen Warenrückzug einleiten, das Bundesamt für Gesundheit veröffentlichte eine öffentliche Warnung. Es war der vielleicht gravierendeste Fall bei der Lebensmittelkontrolle.

Bei der Staatsanwaltschaft wurde Strafanzeige eingereicht, der Importeur muss seine Selbstkontrolle verbessern und dazu einen externen Berater engagieren. Matthias Muster führt dies auch auf andere Regelungen und Höchstwerte in den Produktionsländern zurück. Es liege in der Eigenverantwortung des Importeurs, fehlerhafte Lebensmittelimporte zu verhindern - mittels Zertifikaten der Produzenten oder durch eigene Stichproben.

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