Kantonsrat

«Desaströser Entscheid der Solothurner Spitäler»: Wie weiter in der Kinderpsychiatrie?

(Symbolbild)

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Ab nächstem Jahr verfügt der Kanton über keine eigene stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie mehr, für stationäre Behandlungen von Jugendlichen arbeiten die psychiatrischen Dienste mit Bern, Basel und Baselland zusammen. Für Barbara Wyss Flück, Fraktionschefin der Grünen im Kantonsrat, ein «desaströser» Entscheid der Solothurner Spitäler AG soH. Und sie ist nicht die einzige, die diesen Entscheid nicht stillschweigend hinnehmen will. Über 60 Kantonsrätinnen und Kantonsräte haben ihren Vorstoss mitunterzeichnet, mit dem sie Fragen zu den Hintergründen geklärt haben will. Offensichtlich gehen sie mit der Interpellantin einig, dass «wesentliche Entscheidungen zur medizinischen Grundversorgung im Kanton transparent und breit abgestützt» getroffen werden sollten, auch wenn die soH ein verselbständigtes Unternehmen ist.

Im Raum steht deshalb unter anderem die Frage, wann und in welcher Form die Regierung über den Entscheid informiert wurde, beziehungsweise ob und wie Regierung und Gesundheitsamt in die Entscheidfindung einbezogen waren. Nach Bekanntgabe des Schliessungsentscheids hiess es auf Anfrage beim Kanton bloss, man sei auf dem Laufenden gehalten worden. Das sagt noch nichts darüber aus, ob und wie weit die kantonalen Stellen an der künftigen Ausgestaltung des kinder- und jugendpsychiatrischen Angebots beteiligt waren beziehungsweise ob man hinter den Entscheiden der soH steht.
Barbara Wyss hat dazu einen ganzen Fragenkatalog deponiert. Welche Varianten zur Angebotsplanung geprüft wurden, welche Alternativen zur Schliessung des stationären Angebots und mit welcher Begründung genau diese verworfen wurden, will sie etwa wissen. Die bisherigen Auskünfte zur beabsichtigten Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen seien vage und würden zusätzliche Befürchtungen wecken, so die Interpellantin. Sie verlangt deshalb Rechenschaft über konkrete Massnahmen und den Zeitplan, insbesondere bezüglich eines Angebots an tagesklinischen Plätzen.

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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