Tarifverbund

Der «Libero» Tarifverbund erstreckt sich bald vom Solothurnischen bis ins Berner Oberland

«Libero»: Ein Tarifverbund, der stetig wächst – bald bis ins Berner Oberland.

Pendlerinnen und Pendler brauchen künftig für die Strecke von Thun nach Bern nicht mehr zwei öV-Abonnemente. Der Libero-Tarifverbund wird Mitte Dezember auf das Berner Oberland ausgedehnt. Das bisherige BeoAbo wird aussortiert.

Die Erweiterung des Libero-Verbundgebiets erfolgt auf den Fahrplanwechsel von Mitte Dezember 2019 hin. Sie umfasst die Regionen von Bern bis Thun, den Korridor Thun–Interlaken auf beiden Seeseiten sowie die Seitentäler ab Spiez und Interlaken, wie der Tarifverbund Libero am Mittwoch mitteilte.

Die Ausdehnung des Libero-Verbunds auf das Berner Oberland entspricht einem vielfach geäusserten Kundenwunsch, namentlich von Berufspendlern. Sie brauchten für die Strecke Thun–Bern ein BeoAbo und ein Libero-Abo. Die Tarifgrenze verläuft in Uttigen.
Neben den Abonnements gibt es zwischen Bern und Thun sowie im Korridor Thun– Interlaken neu auch Einzeltickets des Libero-Verbunds. Die Einzeltickets sind nicht für eine bestimmte Strecke, sondern für eine frei wählbare Anzahl Tarifzonen gültig. Während einer bestimmten Zeit kann man sich in den Zonen mit dem öffentlichen Verkehr frei bewegen.

Neuerdings mit Zonen statt Strecken

Die Einzelfahrkarten des Libero-Verbunds werden dort eingeführt, wo die stärkste Nachfrage erwartet wird. Eine flächendeckende Einführung im ganzen Berner Oberland wäre zu teuer gewesen, wie die Libero-Verantwortlichen in ihrer Mitteilung schreiben.
In den Regionen, in denen keine Libero-Einzeltickets zu haben sind, lösen Fahrgäste für eine einzelne Fahrt wie bisher ein Billett für eine klar definierte Strecke.

Mit der Erweiterung des Libero-Gebiets kommt es laut Mitteilung auch zu Preisanpassungen. Während bei manchen Verbindungen der Preis ansteigt, sinkt er bei anderen, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Auch in den Stammgebieten des Libero-Tarifverbundes kommt es nach Angaben der Anbieter zu gewissen Änderungen. Zwischen Bern und Thun werden die Zonennummern teilweise ändern. Damit ist es künftig möglich, mit einer Tageskarte sowohl das Aare- wie das Gürbetal zu durchfahren.

Region Solothurn von Anfang an dabei

Der Tarifverbund Libero ging 2004 im Raum Bern-Solothurn-Grenchen-Oberaargau an den Start und ersetzte unter anderem das «Bäre Abi». Vor fünf Jahren stiessen weitere Regionen dazu, so etwa Biel, das Seeland und der Berner Jura.

Das neue Libero-Gebiet umfasst rund 430 Gemeinden in den Kantonen Bern und Solothurn. Das Verkehrsnetz bedient ein Einzugsgebiet von rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Es ist 3500 Kilometer lang und zählt 4000 Haltestellen.
Der Kanton Bern hat die Ausdehnung des Tarifverbundes offiziell unterstützt, insbesondere auch, weil damit die Tarifstruktur im Einzugsgebiet der S-Bahn Bern vereinheitlicht wird. (sda)

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