Ausrichtung

Der Kanton Solothurn erhält sein erstes Kulturleitbild

1958 wurde Cuno Amiet als Erster mit dem Solothurner Kunstpreis geehrt.

1958 wurde Cuno Amiet als Erster mit dem Solothurner Kunstpreis geehrt.

Grundlegendes zur solothurnischen Kulturförderung und ein Massnahmenkatalog für die Zukunft in einer Broschüre vorgestellt.

Was eigentlich bereits im vergangenen März der Öffentlichkeit hätte vorgestellt werden sollen, kam gestern Nachmittag auf den Tisch: Das neuen Kulturleitbild für den Kanton Solothurn. Regierungsrat Remo Ankli, Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur, die Chefin des Amtes für Kultur und Sport Eva Inversini und der Präsident des kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung Christoph Rölli, präsentierten im Kantonsratssaal - daher mit ausreichendem Abstand – die 42seitige Broschüre mit ihren Hauptaussagen vor.

«Gerade in der jetzigen Zeit darf auch die Kultur nicht vergessen gehen», begann Ankli. Die Corona-Situation habe sehr tiefgreifend sichtbar gemacht, wie wichtig kulturelles Schaffen und dessen Förderung sei. Man müsse sich bewusst sein: «Kulturausgaben sind Investitionen, sie wirken also langfristig. Kulturelles Erbe sei wie ein Speicher unseres Lebens, so Ankli weiter. «Deshalb ist die Kulturförderung für die Gesellschaft und für die Kulturschaffenden wichtig. Sie kann Anreize schaffen, weiter den Weg der Kunst zu gehen und die Bevölkerung animieren, Gewohntes in neuen Perspektiven zu sehen.» Der Kanton Solothurn könne auf bewährte Förderinstrumente zählen, «was er aber bisher nicht hatte, ist ein festgeschriebenes Kulturleitbild».

Ideen aus der Basis aufgenommen 

Ein solches Leitbild zu schaffen, war eines der Legislaturziele des Regierungsrates, sagte Eva Inversini. Man habe mit einer Kulturkonferenz und mit den vier regionalen Kulturforen, die 2019 in Solothurn, Olten, Oensingen und im Schwarzbubenland stattgefunden haben, bei denen Kulturschaffende und -Interessierte eingeladen wurden, Ideen und Forderungen zu stellen, viele interessante und griffige Angaben erhalten. Viele davon sind nun ins Kulturleitbild mit eingeflossen. «Diese Foren waren ein guter Gradmesser, für die Befindlichkeit in der Bevölkerung. Es gab Anregungen, die uns in unserer Arbeit bestärkten, solche die uns auf Schwierigkeiten aufmerksam machten.» Es sei auch vorgekommen, dass in Solothurn etwas als gut erachtet wurde, in Olten aber abgelehnt wurde. «Das zeigt uns», so Christoph Rölli, «dass unser Kanton eben ein Kanton der Regionen ist. Wichtig war auch, dass wir eine transparente Diskussion führen konnten.»

Das steht im ersten Kulturleitbild 

In der mit Bildern von Lina Müller illustrierten 42-seitigen Broschüre wird zunächst in neun Leitsätzen festgehalten, was denn eigentlich die Grundsätze der förderungswirksamen Kultur sind: Der Kanton fördert das solothurnische Kulturschaffen in seiner Vielfalt, generationen- und spartenübergreifend; gibt Impulse für visionäre Ideen und kooperative Vorhaben; setzt strategische Förderakzente, bringt den Kulturschaffenden Wertschätzung gegenüber; fördert die Teilhabe der Bevölkerung am kulturellen Leben; bekennt sich zu seinem kulturellen Erbe; sieht sich in seiner historisch gewachsenen Rolle als Brückenbauer; setzt sich für Chancengleichheit ein und unterstützt subsidiär Gemeinden und Dritte.

Danach wird erklärt, was aus der Sicht des Kantons Kultur ist und die rechtlichen Grundlagen der solothurnischen Kulturpolitik werden vorgestellt. Die Zuständigkeiten für die Kulturförderung im Kanton Solothurn werden aufgelistet und aufgezeigt, wie sich die solothurnische Kulturlandschaft derzeit positioniert. Es folgt ein kurzer Abriss durch die Geschichte der Solothurner Kulturförderung und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen in Sachen Solothurnische Kultur.   

Der Massnahmenkatalog machts aus

Wesentlicher Bestandteil der Publikation ist der sogenannte Massnahmenkatalog. «Dieses Papier wurde nicht in die Broschüre eingebunden, sondern ist loser zweiseitiger Bestandteil, der mitgeliefert wird», so Inversini. Grund dafür ist, dass die darauf aufgelisteten Massnahmen kurz-, mittel-, oder langfristig umgesetzt werden sollen, also in einem fliessenden Prozess stehen. Dieses Papier kann somit laufend ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Im Massnahmenkatalog sind zum Beispiel die digitale Einführung der Gesuchsabwicklung, die Aufnahme zusätzlicher Betriebsbeiträge für kulturelle Veranstaltungen in die Staatsrechnung, eine Überarbeitung des Modells der Auszeichnungen, eine Anpassung der Zusammensetzung des Kuratoriums oder die Schaffung einer neuen Fachkommission für die Beurteilung von Gesuchen aus dem «Brauchtum, Geschichte, Wissenschaft» zu finden. «Es sind teilweise Prozesse, die schon laufen oder kurzfristig aufgenommen werden», erklärte Inversini. 2022 sollen viele davon erledigt sein.


Hinweis: Das Kulturleitbild ist auf www.aks.so.ch aufgeschaltet oder ist beim Amt für Kultur und Sport. Tel. 032 627 63 63 zu haben.

Eine der Illustrationen von Lina Müller (*1981) im Kulturleitbild. Sie wurde 2013 mit dem Förderpreis Bildende Kunst des Kantons ausgezeichnet.

Eine der Illustrationen von Lina Müller (*1981) im Kulturleitbild. Sie wurde 2013 mit dem Förderpreis Bildende Kunst des Kantons ausgezeichnet.

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