Nagetiere

Der fleissige Arbeiter baut Dämme nicht zum Spass

Der Biber ist ein emsiger Schaffer, er hilft sogar die Biodiversität zu stärken. Die wachsende Biber-Population freut die Naturfreunde, führt aber auch zu Konflikten.

Wer gerne spaziert und das entlang von Gewässern tut, sieht immer häufiger von Bibern gefällt Bäume.

Auch von Überschwemmungen und verstopften Drainagen im Landwirtschaftsgebiet wegen aufgestauter Bäche ist vermehrt zu hören. Wird der Biber zum Problem? «Nein», meint Gabriel van der Veer (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Amt für Wald Jagd und Fischerei). Die Anzahl der Biber habe zwar zugenommen. «Proportional dazu ist die Zahl der Konflikte aber nicht gestiegen.»

Der Biber war zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Schweiz ausgerottet und wurde in den 50-er-Jahren des letzten Jahrtausends wieder in der Schweiz angesiedelt. Anfänglich vermehrte sich der Biber nur zögerlich. Zu finden waren die Nagetiere an der Aare, in Rhein, Rhone, Reuss und in der Limmat.

Zunehmend wandern die Biber nun aber auch in die Seitenarme dieser grossen Flüsse. Tatsächlich hat sich die Zahl der Biber in den letzten acht Jahren im Kanton Solothurn ungefähr verdoppelt und es dürfte wohl gegen 200 Tiere haben.

Seit 1962 steht das Tier unter nationalem Schutz. Das heisst, dass der Biber vor Tötung, Verletzung oder vermeidbaren Störungen zu bewahren ist. Nicht nur der Biber, sondern auch sein Lebensraum und seine Bauten stehen unter Schutz. Eingriffe in den Lebensraum des Bibers müssen von den zuständigen kantonalen Fachstellen bewilligt werden.

Der Biber ist ein emsiges und umtriebiges Tier. Er macht keinen Winterschlaf und ist pausenlos am Arbeiten. Konflikte ergeben sich überall dort, wo Fliessgewässer und deren Ufer zu wenig Raum haben. Sei es, dass die Landwirtschaft die Fläche beansprucht, oder der Mensch zu nahe am Gewässer wohnt und lebt.

Gefällte Bäume an Ufern oder in Obstgärten, das Stauen von Gewässern und demzufolge überflutetes Kulturland, geflutete Drainagesysteme oder Keller, das Unterhöhlen von Dämmen und Wegen und Frassschäden an Zuckerrüben und Maisfeldern sind die häufigsten Schadenfälle.

Der Biber staut die Gewässer nicht, weil er Freude am Dammbau hat. Er bevorzugt einen Wasserpegel von 60 bis 80 Zentimeter Höhe um schwimmend an geeignete Futterplätze zu gelangen und schützt so in der Regel auch den Eingang zu seiner Wohnhöhle. Auch wenn dies nicht allen gefällt.

Der Biber gestaltet damit auch neue Landschaftselemente, Biotope und Totholz-Strukturen in denen sich seltene Vogelarten, Fische, Amphibien und Kleinlebewesen ansiedeln. Unterhalb eines Biberdammes sei, so van der Veer, in aller Regel auch die Anzahl der Fische grösser. Biodiversität heisse zusammengefasst das Zauberwort, das mit Biberaktivitäten Hand in Hand geht.

«Der Biber ist ein Macher. Wo er lebt, wird die Artenvielfalt gefördert.»
Die Familie ist dem Biber heilig. Er lebt monogam sein ganzes Leben mit der selben Partnerin. Zwei Generationen Jungtiere leben gemeinsam mit den Eltern im Biberbau. Und wenn weitere Jungtiere zur Welt kommen? «Dann müssen die Ältesten ausziehen», so van der Veer. Ausziehen heisst, dass sich die jungen Biber ein neues Revier suchen müssen.

So erklärt es sich, dass die Biber immer weiter in die Nebenarme der grösseren Flüsse eindringen. Denn die Biber sind reviertreu.

Und sie verteidigen ihr Revier bis zum Äussersten. «Tatsächlich haben wir in den letzten Jahren einige wenige tote Biber gefunden, die Kampfspuren aufwiesen und vermutlich bei einem Revierkampf ihr Leben gelassen haben. Biberbestände wachsen also nicht in den Himmel; Die zunehmende Selbstregulation weist die Population in Schranken und hilft mit zusammen mit dem Biber zu leben.»

Der Biber ist nachtaktiv und wirkt vorwiegend, wenn es dunkel ist. An Land wirkt der Biber schwerfällig, obwohl er laufen kann. In aller Regel bewegt er sich nur zwischen 10 bis 20 Meter weit vom Uferrand weg. Das Wasser ist sein Element, dort fühlt er sich wohl. Biber ernähren sich im Sommer vorwiegend von Blättern, Kräutern und Wasserpflanzen. Im Winter, wenn die Nahrungspalette karger wird, rückt er dann Bäumen zu Leibe und frisst deren Rinde und Knospen. Seine vier Nagezähne wachsen übrigens dauernd nach.

Biber-Quiz

Der Biber ist ein schlaues Kerlchen. Sind Sie es auch und wissen das Wichtigste über dieses Nagetier?

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Biber in der Schweiz ausgerottet. Wann wurde er hierzulande wieder angesiedelt?

in den 30-er-Jahren des 20. Jahrhunderts

in den 40-er-Jahren des 20. Jahrhunderts

in den 50-er-Jahren des 20. Jahrhunderts

erst im 21. Jahrhundert

Das Ausbreitungsgebiet des Bibers befindet sich in der Schweiz vorwiegend

im Norden und Nordwesten der Schweiz

im Süden vor allem im Tessin

im Graubünden

im Kanton Solothurn

Macht der Biber Winterschlaf?

Ja der Biber macht Winterschlaf

Nein er macht keinen Winterschlaf

Das fleissige Tier ist

nachtaktiv

tagaktiv

weder noch, er passt sich dem Umfeld an

Der Biber lebt

ein ganzes Leben mit derselben Partnerin zusammen

wechselt seine Partnerinnen regelmässig und lebt polygam

: Bewegt sich der Biber vom Uferrand weg?

Nein, er bleibt so nah am Wasser, wie möglich

Ja, aber höchstens 5 Meter

Ja, aber höchstens 20 Meter

Ja, aber höchstens 40 Meter

Was fressen Biber?

vorwiegend Fische

vorwiegend Kleintiere

vorwiegend Blätter, Kräuter, und Wasserpflanzen

nur Holz

Weswegen fällen Biber Bäume?

wegen der Rinde, die dem Biber als Winternahrung dient

um seine Zähne zu wetzen

um sich Baumaterial für seinen Damm zu beschaffen

aus Langeweile

Die Begegnung Mensch und Biber hält Konfliktpotenzial bereit. Wo ist der Biber der grösste Störfaktor für die Landwirte?

Der Biber vertilgt die Feldfrüchte der Bauern

Die vom Biber gefällten Bäume

Die nachtaktive Tätigkeit des Bibers

Der Bau der Biberdämme und -höhlen

Leider schwimmen sie als Biber-Kenner ganz weit hinten

Ihr Wissen rund um das Thema Biber hat definitiv Verbesserungspotenzial. Spazieren Sie doch ein wenig den Fluss entlang, vielleicht können Sie einen Biber in freier Wildbahn beobachten und erfahren so mehr über diese faszinierenden Tiere.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Ihr Wissen rund um das Thema Biber hat definitiv Verbesserungspotenzial. Spazieren Sie doch ein wenig den Fluss entlang, vielleicht können Sie einen Biber in freier Wildbahn beobachten und erfahren so mehr über diese faszinierenden Tiere.

Grundlagen-Kenner

Sie wissen einiges über die Biber, wenn auch nicht alles. Wenn sie ein wahrer Biber-Spezialist werden wollen, sollten Sie nochmals über die Bücher.

Gratulation! Sie sind ein wahrer Biber-Spezialist!

Hut ab, Sie wissen gut über den Biber Bescheid.

Biber-Quiz

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