Biberist

Der Einsatz der Jäger rettet diese Rehkitze vor dem Mähtod

Diese Rehkitze hätten nicht überlebt, wären sie nicht von den Biberister Jägern entdeckt worden. Sie alleine hätten nicht vor der Mähmaschine flüchten können.

Die Jäger des Reviers 17 befinden sich derzeit auf Rehkitz-Rettungsmission.

Landauf, landab surren dank des idealen Sommerwetters die Mähmaschinen. Das hohe, dichte Gras aber bevorzugen ab Mai bis Juni die Rehe, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Unzähligen Kitzen droht so ein grauenvoller Zerstücklungstod. Anstatt zu flüchten, ducken sie sich flach und regungslos auf den Boden. «Bisher haben wir noch keine einzige Meldung eines ‹vermähten› Rehkitzes erhalten», sagt jedoch Martin Lohm, Jäger im Revier 17 des Jagdvereins Biberist. «Rund zehn gesichtete Kitze konnten bis jetzt gerettet werden.»

Die meisten Bauern informieren den Jagdverein, wenn sie zu Mähen gedenken. Seit einigen Tagen sind daher die Jäger mehr als gefragt. Als Verscheuchungsmassnahme verblenden sie an den Vorabenden der Mähtage die Wiesen, indem sie Pfosten aufstellen, überstülpt mit hellen Tüchern oder Plastiksäcken.

Damit sollen die Rehe gestört und dazu bewegt werden, ihre Jungtiere durch ihre speziellen Rufe herauszuholen. Jedes Kitz kennt die Tonart seiner Mutter. «Vielfach beobachten die Geissen das Geschehen und handeln sofort, wenn wir uns entfernt haben», sagt der Biberister Jäger.

Zusätzlich Drohneneinsatz

In der Frühe an den Folgetagen geht die Rehkitzrettung jeweils weiter. Dann kommt zusätzlich ein Drohnenpilot zum Einsatz. Mit einer Wärmebildkamera überfliegt er die Wiesen und ortet die Kitze aufgrund ihrer Körpertemperatur.

Vom Piloten gelotst retten die Jäger die Tiere und legen sie sorgsam, nur mit Grasbüscheln berührt, in Körbe und später in den nahegelegenen Waldeingang.

Es gilt, die Tiere nicht direkt anzufassen, weil sie sonst von ihren Müttern verstossen würden. «Zwei der rund zehn geretteten Kitze haben wir neu geboren gefunden. Daneben lag noch die Plazenta», erzählt Lohm. Ihnen hätte der sichere Tod gewartet, weil sie noch nicht in der Lage seien zu flüchten.

Wird ein Kitz gefunden, erhält der entsprechende Landwirt eine Nachricht. Um den Tieren eine letzte Fluchtmöglichkeit zu geben, mähen viele Bauern ihre Wiesen von innen nach aussen. Denn nebst der Gefahr, ein Kitz zu verstümmeln, kann es später auch für die Kühe qualvoll enden: Gelangen Teile von Kadavern ins Futter, kann dies zu tödlichen Vergiftungen führen.

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