Bürgernähe

Der dritte Kurzfilm der Polizei dreht sich um Solothurner Alltagssorgen

Ausschnitt aus dem neusten Film der Solothurner Kantonspolizei «Zämeläbe»

Ausschnitt aus dem neusten Film der Solothurner Kantonspolizei «Zämeläbe»

Die Solothurner Kantonspolizei stellte im Regionenposten Olten bereits ihren dritten Kurzfilm vor. Diesmal gehts ums «Zämeläbe» und die Aufgaben der Polizei für Sicherheit in den Gemeinden.

Selbst Thomas Zuber, der Kommandant der Solothurner Kantonspolizei, hatte sich für die Vorstellung des dritten von vier Kurzfilmen, welche die Polizei dieses Jahr produzieren lässt, in die Uniform gestürzt. «Zämeläbe» lautet der Titel des Films. Er zeigt gemäss Medienmitteilung der Kapo unter anderem «die vielfältigen Aufgaben der Polizei für die Sicherheit in den Gemeinden».

Genau genommen tritt die Polizei im Film gar nicht in Erscheinung. Zur Hauptsache kommen Personen zu Wort, die im alltäglichen Zusammenleben mit einem von Dritten verursachten Problem kämpfen. Sprich: Es geht um die subjektive Sicherheit der einzelnen Glieder der Gesellschaft. Und da spielt die Präsenz der Polizei, namentlich jene der uniformierten Polizei, eine wichtige Rolle. Das zum Ausdruck zu bringen, sei die Idee gewesen, erklärte Zuber sein Erscheinen im blauen Tenue.

«Das Thema steht im Vordergrund, nicht die Polizei», unterstrich der Kommandant. Der Film solle «die tagtägliche Arbeit der Polizei» zeigen, «die Grundversorgung» und die Bürgernähe der Polizei. Und zwar aus der Sicht der Bevölkerung – gleich wie im vor sieben Monaten erschienenen ersten Film die häusliche Gewalt aus der Sicht des Opfers und im zweiten dann der Verkehrsunfall aus dem Blickwinkel des Unfallverursachers thematisiert wurde.

Die alltägliche Rücksichtslosigkeit

Der Film macht deutlich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse und Erwartungen in der Bevölkerung sein können. Bergwanderer und Biker sehen die Welt und die Wege auf den Jurahöhen mit anderen Augen und Ansprüchen. Lärm, Littering, Vandalismus, Drogenhandel sind Beispiele von Problemen, welche die lokale Sicherheit beeinträchtigen können. Vieles, was im Film angesprochen wird, lässt sich der Kategorie «Rücksichtslosigkeit» zuordnen. So ärgert sich im Film Ballypark-Wächter Fritz Fehr über die Flaschen im Teich und, schlimmer, die durch Axtwürfe verletzten Baumstämme. Und Lüterkofens Gemeindepräsident Roger Siegenthaler trauert ein wenig den verschwundenen Dorfpolizisten nach. Es geht um Konflikte, in welche die Polizei nicht unbedingt «lösend» eingreift, sondern – so Thomas Zuber – «eher unterstützend».

(Quelle: youtube/Kanton Solothurn)

Zämeläbe» (Zusammenleben) - Die Polizei im Einsatz für die Bürger

Niklaus Büttiker, bisher Regionenchef Olten und ab 1. Oktober neuer Chef der Sicherheitsabteilung, versuchte zu erklären, worum es bei der «lokalen Sicherheit» geht. Büttiker sprach hierbei von «niederschwelliger Polizeiarbeit». Ein häufiges Muster: Die Polizei erhält einen Anruf, wenn sich Probleme zusammenbrauen. «Man erwartet, dass wir etwas machen.» Die Früherkennung sei wichtig, erklärte Büttiker. In der Folge sei es möglich, das Problem unter Einbezug aller Partner zu thematisieren und schliesslich eine Lösung herbeizuführen. Nach Büttikers Angaben wurden im Kanton Solothurn bisher rund 250 Hotspots definiert. Etwa zehn davon seien derzeit aktiv. 

Hotspots in diesem Zusammenhang sind Orte, wo die Gemeinden mehr Polizeipräsenz wünschen. Als Beispiel nannte der neue Chef der Sicherheitsabteilung das Schönenwerder Feldschulhaus. Hier ging es um Littering, Lärm und um das Missachten eines richterlichen Verbots. «Es ist nicht unser Ziel, alles zu verbieten, überall einzuschreiten», machte Büttiker klar. Mit Jugendlichen versuche die Polizei auch, den Dialog zu finden. Drei «Säulen» nannte Büttiker: Miteinander reden, vermitteln, notfalls Verbote durchsetzen. Bei Hotspots erhalten die Gemeinden von der Polizei eine Rückmeldung und können ihrerseits die Anwohner informieren.

Was ist letztlich die Botschaft des Films? Vielleicht, wie Thomas Zuber sagte, dass das Zusammenleben funktioniert, wenn alle einen Schritt zurück machen – also mehr Rücksicht nehmen – und gleichzeitig einen Schritt vorwärts machen, indem sie mehr Verantwortung übernehmen. «Dann», so der Kommandant, «könnten viele Probleme ohne uns gelöst werden.»

Angesicht der fast 90 000 Klicks, welche die ersten beiden Filme vorweisen können, konstatierte Zuber, das Konzept sei aufgegangen. «Wir haben aufs richtige Format gesetzt.»

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