«TalkTäglich»

Das TV-Duell: «Sesselkleber» Zanetti gegen «Scharfmacher» Imark

2. Wahlgang Ständeratswahlen Solothurn

2. Wahlgang Ständeratswahlen Solothurn

Kann die SVP im Kanton Solothurn der SP den Ständeratssitz wegschnappen? Beim zweiten Wahlgang kommt es zum brisanten Duell Christian Imark gegen Roberto Zanetti. "Shooting Star" Imark gegen "Politschlitzohr" Zanetti – ein "TalkTäglich"-Duell, welches Höchstspannung verspricht!

Wer holt sich am 17. November den zweiten Solothurner Ständeratssitz? Die Kandidaten Roberto Zanetti (SP) und Christian Imark (SVP) diskutieren in der Sendung TalkTäglich über die Ergebnisse der Wahlen, übers Klima und mehr.

Primin Bischof (CVP) wurde am 20. Oktober bereits im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt. Zwei Kandidaten stiegen aus dem Rennen, Roberto Zanetti (SP, bisher) und Nationalrat Christian Imark (SVP) gehen in den zweiten Wahlgang. Wer holt sich den zweiten Ständeratssitz?

Im «TalkTäglich» auf TeleM1 trafen die beiden Kontrahenten aufeinander. Zuerst will Moderator Kaspar Loeb auf die Nationalratswahlen zurückblicken. «Was hat die SP falsch gemacht?», fragt er im Hinblick auf den verlorenen Nationalratssitz. «Wir haben das Klima-Thema vielleicht zu wenig ins Zentrum gerückt und unsere ursprünglichen Kernthemen Sozial- und Gesellschaftspolitik zu stark betont», so Zanetti. Ausser Klima habe nichts interessiert. Bei der Klimapolitik hätten die Grünen massgeblich von der SP lernen können. 

Dass ein solcher «Hype» ums Klima gemacht und dieses als einziges Thema im Wahlkampf diskutiert wurde, sei an den Medien und Sozialen Medien gelegen, sagt Christian Imark. «An jedem Podium ging es nur ums Klima.» So viel Aufmerksamkeit hat das Thema laut dem 37-jährigen Präsidenten der kantonalen SVP nicht verdient. «Man tat immer, als ob der Weltuntergang kurz bevor steht. Das sehen wir nicht so.» Die SVP schaue positiv in die Zukunft. «Unsere Leute aus dem Mittelstand sind diejenigen, die in neue Fahrzeuge und Anlagen investieren.» Man wolle einfach nicht darüber reden, was in der Schweiz in Hinsicht aufs Klima bereits getan werde. 

Weil die Partei in diesem Bereich mehr auf Eigenverantwortung setze, sei die Partei kurzfristig unter Druck geraten. «Ich bin mir aber sicher, dass wir mittel- und langfristig profitieren können.» 

Im Wahlkampf in vier Jahren werde das Thema Klima nicht mehr so dominant sein, ist Imark überzeugt. «Das wird sich normalisieren. Es wird andere Themen geben, die aufgeblasen werden.» Und Zanetti? «Die Klimaproblematik wird in vier Jahren immer noch akut sein.» Er könne sich aber vorstellen, dass sich die Menschen anderen Bereichen zuwenden würden, wenn man beim Klima etwas erreicht habe.

Kein Sesselkleber und Scharfmacher

Die Wahlen hätten gezeigt, dass es eine Welle der Grünen, Jungen und Frauen gab. Ob Roberto Zanetti denn nicht darüber nachgedacht hat, seinen Platz nach neun Jahren im Ständerat einer Frau zur Verfügung zu stellen, will Moderator Kaspar Loeb wissen. Er hätte Platz gemacht für eine junge, hoffnungsvolle SPlerin, entgegnet der 64-jährige Gerlafinger. «Wir haben das aber zusammen in der Parteileitung und mit potenziellen NachfolgerInnen diskutiert. Alle sagten: Geh noch einmal.» Er habe es sich gründlich überlegt. Und ein Sesselkleber sei er also nicht.

Christian Imark seinerseits musste sich von FDP-Nationalrat Kurt Fluri schon die Bezeichnung «Scharfmacher mit totalitärer Gesinnung» anhören. Auf dieses Niveau wolle er sich nicht herunterlassen, so Imark. Man müsse doch in der politischen Auseinandersetzung mit Anstand deutsch und deutlich sagen dürfen, was Sache ist. «Da muss man auch nicht gleich beleidigt sein.»

Nicht von der Hand zu weisen: Grundsätzlich fehlt es ihm an Unterstützung der bürgerlichen Parteien. Weder die CVP noch die FDP wollten eine Wahlempfehlung aussprechen. «Die Wahlempfehlungen muss man heute ein bisschen relativieren», meint Imark dazu. Früher sei die Parteidoktrin strikte gewesen. Heute sei es vielmehr eine Personenwahl. 

Laut Imark hätte die bürgerliche Zusammenarbeit nie richtig funktioniert. «Irgendeinmal müssen wir uns zusammenraufen.» Das könne vielleicht nach einem Wechsel der Exponenten sein, schiesst er auf Fluri und seine «Scharfmacher»-Aussage. 

Als Kantonsratspräsident habe er bewiesen, dass er nicht nur polarisiere, sondern fair für alle im Parlament da sein kann. Als Ständerat müsse man den ganzen Kanton vertreten und nicht strikt Parteipolitik machen. «Und ich weiss, dass ich das kann.»

Der zweite Wahlgang findet am 17. November statt. (ldu)

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