Das Sonnenjahr 2018 bescherte den Obstbauern nicht nur eine mengenmässig aussergewöhnliche Ernte, sondern auch eine vorzügliche Qualität. Reich an Vitaminen und Fruchtzucker, liess sich aus den gut ausgereiften Früchten ein schmackhafter und gehaltvoller Saft herstellen.

Am alljährlich durchgeführten Süssmostwettbewerb der Kantone Baselland und Solothurn wurden die besten Apfelsäfte am landwirtschaftlichen Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz auf die Probe gestellt. Beurteilt wurden dieses Jahr insgesamt 27 Säfte von bäuerlichen oder privaten Produzenten aus beiden Kantonen. Bei der Degustation durch die fünfköpfige Fachjury wurden die wichtigsten Merkmale nach den Vorgaben des Schweizer Obstverbandes beurteilt.

Eine goldene Farbe, ein fruchtiger Geruch, ein intensives Geschmackserlebnis sowie eine harmonische Ausgeglichenheit von Säure und Süsse zeichnen einen guten Süssmost aus. Nur wer in allen Kategorien die Höchstnote erreicht, kann die maximale Punktzahl von 20 erreichen. Dies war bei der kritischen Jury nicht so einfach. Aber viele der eingereichten Muster schafften eine Prämierung mit einer Medaille.

Im Süssmost-Qualitätswettbewerb bei den geklärten Säften erreichten Karl und Käthi Hürzeler, Walterswil, den ersten Platz. Sarina und Mathias Anderegg aus Wangen siegten in der Kategorie der naturtrüben Obstsäfte aus dem Kanton Solothurn. Danach sind jeweils gleich mehrere Teilnehmer auf den weiteren Plätzen. «Das zeigt eine breit abgestellte, qualitätsbewusste Teilnehmerschaft», bilanziert die Jury. Eine Silbermedaille in einer der beiden Kategorien erzielten die Betriebe: Kupferschmid, Walterswil; Meier, Büren; Meier, Metzerlen; Locher, Rüttenen; Riggenbach, Solothurn und Studer, Boningen.

Neue Mischungen im Trend

Qualitativ einwandfreien Saft kann man nur produzieren, wenn man die nötige Sorgfalt walten lässt. Von Krankheiten befallene Früchte gehören aussortiert. Selbst Spuren von Pilzen und Fäulnis verderben den Saft und können einen unangenehmen Geschmack oder gar Giftstoffe verursachen. Die Einhaltung der Hygienevorschriften ist bei allen Arbeitsschritten zwingend. Normalerweise ist eine ausgewogene Mischung verschiedener Apfel- oder Birnen-Sorten das beste Rezept für einen guten Süssmost.

Bei einem sortenreinen Apfelsaft ist es schwieriger, ein harmonisches Aroma/Säure/Zucker-Verhältnis zu erlangen. Trotzdem sind diese Säfte in den letzten Jahren als Spezialität beliebter geworden. Manche Produzenten versuchen sich auch mit der Produktion von Mischgetränken. Gemischt wird der Süssmost beispielsweise mit Holunder-, Himbeeren-, Quittensaft oder sogar mit Kräutern. Dabei können einzigartige Getränke entstehen. (mgt)