Jodlerverband

Das Präsidium des Jodlerverbands bleibt in «Meisterhand»

Zwei Frauen sind neu an der Spitze des Nordwestschweizerischen Jodlerverbands. Silvia Meister ist die neue Präsidentin, Karin Ramseyer ihre Vize-Präsidentin.

Der Start in die 79. Delegiertenversammlung (DV) des Nordwestschweizerischen Jodlerverbands (NWSJV) in der Zweienhalle Deitingen am Samstagmittag war wie immer würdig und majestätisch. Fähnrich Stefan Eggenschwiler, begleitet von den Ehrendamen Lina und Fabienne Studer, trug die Vereinsfahne würdevoll durch den Saal zur Bühne.

Dazu schwangen Christian und Walter Schwarz die Solothurner und die Schweizer Fahne und die Alphorngruppe Reussblick intonierte den «Eigenämter Choral» von Bernhard Wichser. Über 500 Jodlerinnen und Jodler, Alphornbläserinnen und -bläser, Fahnenschwinger und Gäste erhoben sich zum Eröffnungslied «E Jodler» von Bruno Häner, dirigiert von Michael Frei.

«Am liebsten würde ich euch alle persönlich zu meiner letzten DV begrüssen», sagte Präsident Edwin Meister. Nationalrat Urs Schläfli, Bürgergemeindepräsident von Deitingen, zeigte sich stolz, dass die DV in seinem Dorf stattfinde. Regierungsrat Remo Ankli verriet, er sei gerne gekommen, weil er wisse, dass es bei den Jodlern gemütlich zugehe. Zudem sei der NWSJV ein gutes Beispiel einer erfolgreichen, grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Auch in Schulangelegenheiten würden Aargau, Baselland, Baselstadt und Solothurn zusammenarbeiten.

Die Delegierten stimmten der Durchführung eines Jodlerfestes im 2016 zu. Für die Organisation bewarb sich das Jodler-Doppelquartett Rothrist und liess Gemeindeammann Hansjörg Koch die Werbetrommel rühren.

Stimmungsvolle Wahlen

Das Traktandum Wahlen zog sich hin. Denn die Jodlerfamilie wählt nicht einfach Leute und fährt mit der DV weiter, sondern die Neugewählten dürfen auf der Bühne Platz nehmen, erhalten einen Blumenstrauss und ihr Jodlerklub bringt ein Ständchen. Als neuer Mutationsverantwortlicher durfte Bruno Vaterlaus aus Reinach vom Jodlerklub «Mis Dörfli Duggingen» auf die Bühne steigen und das Lied «Es treichelet heizue» von Alfons Gugler geniessen.

Besonders gross war die Freude, dass sich für das Vizepräsidium eine junge, aktive Jodlerin aus Ziefen bewarb, Karin Ramseyer. Als Neunjährige begann sie zu jodeln und seit 2004 ist sie beim Jodlerklub Füllinsdorf, dessen Präsidentin sie ist. Ihre Jodler schenkten ihr das Lied «Zämme stoh» von Daniel Wermuth.

Vizepräsidentin Silvia Meister stellte sich zur Wahl als Präsidentin und wurde mit Jauchzern, Bravorufen und riesigem Applaus gewählt. «Es chunt wies mues» von Fernand Hostettler sang der Jodlerklub Passwang Mümliswil, dem sie seit 33 Jahren angehört. Sie war überwältigt vom entgegengebrachten Vertrauen und liess ihren Freudentränen freien Lauf.

Helga Schmid-Zimmermann, Kursverantwortliche, bat die Anwesenden, auf Aus- und Weiterbildung aufmerksam zu machen. Thomas P. von Arx, Präsident Alphornvereinigung NWCH, meinte, es gäbe keine Ausreden, um nicht Alphorn blasen zu lernen. Die Vereinigung stelle Mietinstrumente zur Verfügung und organisiere Mitfahrgelegenheiten zum Übungsort.

Dany Brändli, Obmann Fahnenschwinger, wies hin auf das Pfingstschnupperweekend 2014 für Kinder und Jugendliche in Gänsbrunnen. Die Zentralpräsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbands, Karin Niederberger, war angereist aus dem Bündnerland, um in ihrem schönen Dialekt Silvia Meister und Edwin Meister zu gratulieren respektive zu ehren – die beiden sind weder verwandt noch verschwägert.

Gegen 16 Uhr begannen die Ehrungen, und dafür nimmt sich die Jodlerfamilie Zeit. Fritz Baumgartner, Rothrist, erhielt eine edle Verbandsscheibe für seinen arbeitsintensiven Einsatz als Präsident des Musikkomitees an drei Jodelfesten. Der Jodlerklub Küngoldingen sang «Die alti Linde» von Hannes Fuhrer.

Edwin Meister, der nach elf Jahren Vorstandsarbeit, wovon sieben Jahre als Präsident, sein Amt abgegeben hatte, wurde von seinen Vorstandskamerädli eingekleidet und ausgerüstet für eine grosse, schwierige Wanderung. Einen riesigen Rucksack hängten sie ihm an, der ihn fast nach hinten warf. Endlich durfte er sich auf der Bühne auf einen Stuhl setzen, was er mit einem tiefen Seufzer quittierte: «Herrgott, ist dieser Rucksack schwer!» Kein Wunder, denn er konnte ihm eine grosse Treichel entnehmen. Zudem erhielt er die Ehrenmitgliedschaft.

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