Anlage-Apéro SoBa

Das Börsenjahr wird nun etwas «nervenaufreibender»

Experten sagen durchaus erfreuliche Aussichten aufs Börsenjahr voraus.

Experten sagen durchaus erfreuliche Aussichten aufs Börsenjahr voraus.

Am Anlage-Apéro der Baloise Bank SoBa dominierte mit Blick in die Zukunft Zuversicht.

Ob die Börsen durch die Decke gehen oder ein gleichsam normales Anlagejahr zu erwarten ist: Eines ist gewiss. Es drängen stets über 500 Kundinnen und Kunden der Baloise Bank SoBa ins Landhaus. Das war auch am Mittwochabend wieder so.

Und die Besucherinnen und Besucher, denen Anlage- und Handelsleiter Rainer Wyss ein gutes Börsenjahr in Aussicht gestellt hatte, durften zufrieden feststellen, dass es Anfang Jahr nicht bei einem fulminanten Start geblieben war, sondern eine «unglaubliche Performance» resultierte. «Es war ein tolles Börsenjahr», meinte Wyss. Und musste seine Zuhörerinnen und Zuhörer nicht enttäuschen bei der Aussicht auf das laufende Jahr: Die prognostizierten BIP-Wachstumsraten fielen zwar verbreitet tiefer aus, aber eine Rezession sei mitnichten in Sicht, wie Wyss betonte.

Auch wenn es insbesondere für die Industrie – Stichwort Handelsstreit – keine Entwarnung gebe. Da ändere auch die am gleichen Abend bekannt gewordenen Einigung in einem Teilabkommen zwischen den USA und China nichts. Das Börsenjahr, so Wyss, dürfte etwas «nervenaufreibender» werden, aber die Aussichten seien insgesamt durchaus erfreulich. Und dazu tragen auch die US-Wahlen ein Stück weit bei, weil Präsidentschaftswahlen historisch gute Jahre für die Anleger sein. Von einer Börseneuphorie könne aber keine Rede sein.

Einen makroökonomischen Blick in die Kristallkugel wagte traditionellerweise der in Hamburg lehrende Schweizer Ökonom und Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Thomas Straubhaar. Er meinte pointiert, man könne zwar schon über die Frage der Nullzinsen und jene der künftigen Renditeerwartungen reden. Die richtig wichtigen Fragen seien aber struktureller Natur und weniger ein Thema der Geldpolitik. Straubhaar betonte in seinem Tour d’horizon über den Tag hinaus – und bei anhaltender Zinsbaisse – blieben die demografischen Veränderungen, die Folgen der Digitalisierung und realwirtschaftlichen Faktoren, die langfristig bestimmenden Parameter bildeten.

Wobei Straubhaar deutlich machte, dass es da um eigentliche Strukturveränderungen in der Weltwirtschaft handle, die mit Geld- und Zinspolitik nicht viel zu tun hätten. Langfristig- statt Kurzfristigkeit sei mit Blick auf die 20er-Jahre wichtig. Wobei Straubhaar mit historischem Reflex von mehr «Ups» als «Downs» ausgeht.

Perfekt zu den Befunden seines Nachredners übrigens passten die Ausführungen von Bank-CEO Jürg Ritz. In der Tat redeten wir heute nicht mehr von kommenden und gehenden Trends, sondern von neuen Einflussfaktoren, die sich – wie die Umwelt- und Klimapolitik zeigten. Entwicklungen, die am Bankgeschäft nicht vorbeigingen. Nun, die vielhundertköpfige Zuhörerschaft, von Dani Fohrler gut bei Laune gehalten, durfte in der Folge gleichwohl konstatieren: Der Apéro riche war von den Weltveränderung nicht betroffen. (bbr.)

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