Der Bäuerinnen- und Landfrauenverband hat den Cateringservice als Absatzmarkt für sich entdeckt. Die von den Bäuerinnen ins Leben gerufene so-fein GmbH richtet einfachere und gediegenere Apéros aus, je nachdem für 15.50 bis 32 Franken pro Person. Das ist ein marktüblicher Ansatz. So weit so gut also. Nur: Partyservice und Catering, das ist auch ein wichtiges Standbein für viele Wirte, Metzgereien oder andere Betriebe der Lebensmittelbranche.

Da kann man sich schon fragen, ob es opportun ist, dass der Aufbau der bäuerlichen Konkurrenz mit staatlichen Mitteln aus dem Mehrjahresprogramm Landwirtschaft subventioniert wurde. Der Regierungsrat findet ja, wie er in der Stellungnahme zu einer Interpellation von alt Kantonsrat Markus Grütter (FDP, Biberist) schreibt.

Darin wird auch auf die Begleitkommission zum Mehrjahresprogramm Landwirtschaft verwiesen. Dort habe Einstimmigkeit geherrscht, was die Unterstützung (in unbekannter Höhe, das seien schützenswerte Daten) des Landfrauen-Caterings betrifft. Und diese Kommission setzt sich nicht etwa nur aus Vertretern der Bauernlobby zusammen. Auch der Gewerbeverband hat dort Einsitz – und offenbar keine ordnungspolitischen Bedenken angemeldet.

Karten sollen auf den Tisch

Ist das Thema damit buchstäblich gegessen? Für Peter Oesch, Präsident von Gastro Solothurn, nicht unbedingt. An der staatlichen Unterstützung für paragastronomische Konkurrenzbetriebe habe er grundsätzlich natürlich keine Freude, sagt der Wirt des Restaurants Chutz in Oberbuchsiten. Man werde das Thema darum im Vorstand von Gastro Solothurn noch besprechen und sich überlegen müssen, wie man nachstossen soll. Wenn schon Steuergelder in ein solches Projekt wie die so-fein GmbH fliessen, dann sollte zumindest mit offenen Karten gespielt werden, findet Oesch.

Er spricht damit den Umstand an, dass in der Beantwortung von Markus Grütters Vorstoss die Auskunft über den Betrag verweigert wird, der in den bäuerlichen Cateringservice geflossen ist. Beantragt hatten die Bäuerinnen und Landfrauen eine Starthilfe von 88'000 Franken. Und nachdem er als Gastronom ja schliesslich auch nicht auf staatliche Unterstützung bauen könne, sondern im Gegenteil beträchtliche Patentgebühren zu entrichten habe, sind da für Oesch schon auch noch andere Fragen offen. Zum Beispiel, wie es mit der Mehrwertsteuerpflicht für den Partyservice der so-fein GmbH steht oder wie die Einhaltung der Auflagen der Lebensmittelkontrolle garantiert wird.

Auch Gastrobranche ist hart

Auf den letzten Punkt kommt sofort auch Markus Dominkovits zu sprechen, Geschäftsführer von Cuccina Arte in Solothurn. Er habe die Einhaltung der Kühlkette zu belegen, müsse dies und das dokumentieren und alle möglichen Auflagen erfüllen, kurz einen mit erheblichen Kosten verbundenen Aufwand betreiben, um sein Geschäft betreiben zu dürfen. Da gehe es doch nicht an, dass jemand quasi aus der privaten Küche liefere und dafür noch Geld vom Staat bekommt. «Die Gastronomie ist auch eine harte Branche, nicht nur die Landwirtschaft. Aber ich kann auch keine Unterstützung verlangen», ärgert sich Dominkovits. 

Andere in der Branche reagieren allerdings auch gelassen. Die Subventionierung eines Cateringservice sei «sicher nicht ganz korrekt», findet Markus Balsiger, Geschäftsführer der Emmenpark AG in Biberist. Er will aber «fünf gerade sein lassen». So ein Projekt werde ohnehin schnell eine Nummer zu gross, um eine gefährliche Konkurrenz zu sein. Die Landfrauen würden ein spezielles Angebot liefern, das andere nicht haben. Und sie könnten dafür Manches nicht bieten, was andere machen. «Der Kuchen ist recht gross», meint Balsiger.