Kulturförderung

Corona-Krise: Kanton will Veranstaltern und Kulturschaffenden helfen

In Zeiten des Coronavirus: Konzert wird im Konzertsaal ohne Publikum aufgeführt und per Video übertragen.

In Zeiten des Coronavirus: Konzert wird im Konzertsaal ohne Publikum aufgeführt und per Video übertragen.

Das Amt für Kultur und Sport des Kantons Solothurn informiert, dass Veranstalter, welche ihre Anlässe wegen der Corona-Virus-Pandemie nicht durchführen können, die ihnen vorher zugesicherten Beiträge aus dem Lotterie- oder Sportfonds trotzdem erhalten werden.

Konkret heisst das, dass die Auszahlung eines zugesicherten Beitrages erfolgen kann, wenn eine Schlussabrechnung über die bereits geleisteten Ausgaben eingereicht wird. «Das Amt für Kultur und Sport und die Abteilung Lotterie- und Sportfonds entscheiden über die Höhe der Auszahlungen, die maximal dem vorher zugesicherten Betrag entsprechen kann», sagt Eva Inversini, Amtshefin. Und sie präzisiert: «Werden Veranstaltungen verschoben, bleiben die zugesicherten Beiträge den Begünstigten erhalten.»

Diejenigen solothurnischen Kulturinstitutionen, welche via Globalbudget unterstützt werden, müssen mit keinen Kürzungen rechnen, wenn sie aufgrund der Corona-Pandemie gewisse Leistungen nicht erbringen können, sagt Inversini. «Dies betrifft das Musikautomatenmuseum Seewen, das Museum Altes Zeughaus Solothurn, das TOBS, die Solothurner Filmtage, Schloss Wartenfels und Schloss Waldegg sowie die Zentralbibliothek Solothurn.»

Die Amtschefin weist aber daraufhin, dass Veranstalter, die ein Unterstützungsgesuch für ihren Anlass gestellt haben, der jedoch unwiderruflich nicht durchgeführt wird, und denen dadurch noch keine Kosten entstanden sind, die Absage aktiv beim Amt für Kultur melden sollen. «Wir stoppen von uns aus kein Gesuch», stellt sie klar, denn: «Das kantonale Kuratorium für Kulturförderung mit seinen Fachkommissionen und wir arbeiten weiter.»

So sagt Christoph Rölli, Präsident des Kuratoriums: «Diese Woche tagte der Leitende Ausschuss des Kuratoriums via Telefonkonferenz. Es ist wichtig, dass wir Gesuche weiterhin bearbeiten – nach den Kriterien und Regeln wie bis anhin.» Auch in den Amtsräumen auf Schloss Waldegg und bei der Sportfachstelle wird weiter gearbeitet, jedoch mit weniger Personal vor Ort. «Viele von uns sind auch im Homeoffice», sagt Inversini.

Das Amt für Kultur erreichen derzeit viele Anfragen von freiberuflich tätigen Kulturschaffenden oder von Kulturveranstaltern, die nach finanzieller Hilfe fragen. Dazu ist grundsätzlich zu sagen: «Das Instrument der Kurzarbeit steht auch Kulturveranstaltern und -institutionen offen, sofern sie die entsprechenden Bedingungen erfüllen.»

Hilfe für Freischaffende wird erwartet

Doch es gibt eine grosse Zahl von freischaffenden und selbstständig erwerbenden Kulturschaffenden, die weder Kurzarbeit einreichen können noch durch die Arbeitslosenversicherung abgesichert sind. «Dazu erwarten wir Informationen des Bundesrates, der rasch gesetzliche Grundlagen für deren Unterstützung ausarbeitet», sagt Inversini. «Es ist eine ganze Kette von Betroffenen: Kann ein Konzert nicht durchgeführt werden, haben Künstler keine Honorare, der Tontechniker und Caterer kein Einkommen, die Grafikerin, die Druckereien, die den Flyer herstellen ebenfalls nicht, usw. Wir alle sind miteinander und mit allem verbunden», schildert die Amtschefin. Und was auch schlimm ist: «Es wird nichts mehr geplant. Musiker bekommen keine Anfragen mehr für Engagements in der Zukunft, Theaterleuten fehlen Auftrittsmöglichkeiten.»

Doch Inversini und Rölli betonen: «Für innovative Ideen, wie in dieser Krise trotzdem Kultur gelebt und vermittelt werden kann, sind wir offen und werden versuchen, so rasch als möglich zu reagieren.» Ideen, wie man sich als Kulturschaffender oder Institution zum Beispiel via Internet dem Publikum zeigen kann, existieren bereits einige. «Kultur soll sichtbar bleiben», sagt Inversini. «Es ist wichtig, dass wir die kulturelle Vielfalt unseres Kantons aufrechterhalten.» Und Rölli fügt hinzu: «Gerade dies macht doch kulturell tätige Personen aus: Dass sie kreativ sind, auch in Krisenzeiten. Ein Appell an alle.»

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