Interview

Christian Imark nach Wahlniederlage: «Es ist schwierig, wenn man sich gegenseitig in die Parade fährt»

Interview mit Christian Imark nach dem 2. Ständeratswahlgang

Interview mit Christian Imark nach dem 2. Ständeratswahlgang

Trotz seiner Niederlage: Christian Imark ist zufrieden mit den Anzahl Stimmen, die er gegen Roberto Zanetti holen konnte. Die SVP werde allerdings in Zukunft ihre Wähler besser mobilisieren müssen und über die Bücher gehen.

Der unterlegene Ständeratskandidat Christian Imark (SVP) fordert eine bessere Zusammenarbeit der Bürgerlichen im Kanton und kontert Angriffe gegen ihn. Er will sich eine Regierungsratskandidatur überlegen.

Christian Imark, Sie erhielten 40 Prozent der Stimmen, das liegt klar über dem SVP-Wähleranteil.

Christian Imark: Ich bin sehr zufrieden mit der Anzahl Stimmen und dem Wahlkampf. Ich erhielt sehr viel Unterstützung aus der eigenen Partei und von denen, die die Wirtschaft und das Gewerbe stärken wollen.

Es gab keine bürgerliche Zusammenarbeit. Sie erreichten dieses Resultat ohne Wahlempfehlung von CVP oder FDP.

Für die Zukunft müssen wir schauen, dass wir unter den Bürgerlichen besser zusammenarbeiten können als jetzt. Es ist schwierig, wenn man sich unter den Bürgerlichen gegenseitig in die Parade fährt. Werden wir uns nicht einig, dann gewinnt am Ende die Linke; das haben wir heute gesehen. Daran müssen wir unbedingt arbeiten – im Interesse der Wirtschaft, des Gewerbes und des Mittelstandes. Für alle Bürger, die unter zu viel Regulierung und zu hohen Steuern leiden.

Was wird die SVP tun, damit es künftig eine bessere Zusammenarbeit bei den Bürgerlichen gibt?

Die Frage ist berechtigt. Aber so kurz nach der Wahl kann ich noch keine konkreten Massnahmen vorschlagen. Wir müssen sicher zusammen an einen Tisch sitzen. Man muss nicht immer mit allem einverstanden sein und mit einer Stimme sprechen. Aber es gibt ein gewisses Minimum an Zusammenarbeit, auf das sich die bürgerlichen Wirtschaftsvertreter, die den Staat nicht ausbauen wollen, einigen sollten. Was das genau sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber es ist unsere Bringschuld, dass wir das gemeinsam diskutieren werden.

Sind Sie enttäuscht, dass Sie von der CVP und der FDP keine Unterstützung erhielten?

Nein. Ich wollte mich da nicht einmischen. Das aktuelle Solothurner Ständeratsduo liegt in Sachen Gewerbefreundlichkeit in Ratings weit hinten. Ich wollte eine Alternative dazu bieten. Aber es war klar, dass es schwierig ist, einen amtierenden Ständerat aus dem Amt zu drängen.

FDP-Nationalrat Kurt Fluri bezeichnete Sie als «Scharfmacher» und warf Ihnen eine «totalitäre Gesinnung» vor. Sind Sie wütend, dass von der FDP solche Aussagen kommen?

Die Aussagen sind auf einem Niveau, auf das ich mich nicht herablassen möchte. Diejenigen, die das geäussert haben, müssen sich fragen, ob sie selbst vielleicht nicht ein wenig verbittert sind und ob sie vielleicht nicht mal das politische Amt an den Nagel hängen sollten. Aber das müssen sie entscheiden. Mir ging es darum, eine Alternative zu bieten.

Sie erhielten ein respektables Resultat. Werden Sie nun zu den kommenden Regierungsratswahlen antreten?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen, im Moment habe ich noch viel von diesem Wahlkampf zu verarbeiten. Ich werde mir dies in aller Ruhe zu gegebener Zeit überlegen. Sicher ist, dass die SVP in der Regierung nicht vertreten ist, obwohl dies von unserem Wähleranteil her der Fall sein müsste. Wir werden auch bei den Regierungsratswahlen eine Alternative anbieten müssen.

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