Kommentar

Bürger haben Recht auf reinen Wein

«Wenn sich aber wie jetzt eine derartige Häufung ergibt und erst noch spezielle Objekte betroffen sind, dann ist das Schweigen der Polizei schwierig nachvollziehbar.» (Symbolbild)

«Wenn sich aber wie jetzt eine derartige Häufung ergibt und erst noch spezielle Objekte betroffen sind, dann ist das Schweigen der Polizei schwierig nachvollziehbar.» (Symbolbild)

Immer wieder interessant, in welchen Fällen die Solothurner Kantonspolizei über das Geschehen im Blaulichtsektor informiert. Da wird einerseits ausführlich in Wort und Bild geschildert, wie sich auf der Kreuzung von Veilchen- und Nelkenstrasse in Nirgendwo ein Blechschaden ereignet hat – samt Angaben zu Fahrtrichtung, Farbe und Marke der Fahrzeuge.

Anderseits ist es gelinde gesagt ein Buch mit sieben Siegeln, wann die Kantonspolizei NICHT informiert. Wie jetzt etwa – nach einer Nacht, in der sich im Raum Solothurn offenbar nicht weniger als sieben Einbrüche ereignet haben. Und dies nicht etwa solche der «gewöhnlichen Art» – wenn ein Einbruch für die Betroffenen überhaupt je gewöhnlich sein könnte –, sondern zum Beispiel Einbrüche in die Talstation der Seilbahn Weissenstein in Oberdorf und in das Grenchner Flughafengebäude.

Mitunter mögen ermittlungstaktische Überlegungen gegen eine rasche Information der Öffentlichkeit sprechen. Wenn sich aber wie jetzt eine derartige Häufung ergibt und erst noch spezielle Objekte betroffen sind, dann ist das Schweigen der Polizei schwierig nachvollziehbar. Die mögliche hehre Absicht, die Bevölkerung nicht verunsichern zu wollen, könnte dann nämlich leicht eine gegenteilige Wirkung erzielen: Erst recht dann, wenn Straftaten auf anderen Wegen bekannt werden und bei ebendieser Bevölkerung das Gefühl aufkeimt, dass die Behörden ihr nicht reinen Wein einschenken wollen.

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