InnoPrix

«Brennstoff für den Fortschritt»: Ausgezeichnete Innovationen erhalten Preise

Preisverleihung mit (v.l.n.r.): Stiftungsratspräsident Jürg A. Liechti, Corinne Mürner und Markus Stebler (Preisträger, beide Geschäftsleitung Kehrer Stebler AG, Oensingen), und Jürg Ritz, CEO Baloise Bank SoBa AG.

Preisverleihung mit (v.l.n.r.): Stiftungsratspräsident Jürg A. Liechti, Corinne Mürner und Markus Stebler (Preisträger, beide Geschäftsleitung Kehrer Stebler AG, Oensingen), und Jürg Ritz, CEO Baloise Bank SoBa AG.

Verleihung des InnoPrix der Stiftung der Baloise Bank SoBa an ein Oensinger Metallbauunternehmen.

Es gibt Preise, die verliehen werden, weil die Urheber nicht aufhören können, sie zu vergeben. Und es gibt ausgezeichnete Innovationen, die «Brennstoff für den Fortschritt» sind, wie Jürg Ritz, CEO der Bank SoBa und Geschäftsführer der gleichnamigen Stiftung gestern Abend an der Preisverleihung des vor über drei Jahrzehnten ins Leben gerufenen InnoPrix sagte. Und, als ob es noch eines Beweises bedurft hätte: Der Stiftung gelang es abermals, eine Preisträgerin zu küren, für die Innovation nicht eine blosse Worthülse ist, sondern Tag für Tag gelebtes Unternehmertum.

Konkret: Das in Oensingen domizilierte Metallbauunternehmen Kehrer Stebler AG – Schweizer Marktführerin im Briefkastenbau – überzeugte die Jury derart, dass es den mit 25'000 Franken dotierten Preis in Empfang nehmen durfte. Kein Spaziergang, wie der anspruchsvolle Weg über Bewerbung, Hearings und Präsentation zeigte. Gross war denn auch die Freude bei den Preisträgern, denen mit ihren neuartigen Multifunktionsboxen eine Innovation gelungen ist, mit der mehrere Fliegen auf einen Streich geschlagen werden (vgl. das unten stehende Interview).

Eigenständig innovativ und mit Hand und Fuss

Stiftungsrats-Präsident Jürg A. Liechti liess in der Folge keinen Zweifel daran, dass mit der Innovation von Kehrer Stebler AG eine Firma obenaus geschwungen hat, die den Vergabekriterien für den Preis hochgradig entspricht: Eigenständig innovativ, technologisch, wirtschaftlich und finanziell auf Kurs mit einem Projekt, das Hand und Fuss hat. Alles in allem: Eine würdige Preisträgerin in der langen Liste der ausgezeichneten Unternehmen. Detail am Rande: Kehrer Stebler AG ist nicht zu verwechseln mit Stebler Glashaus AG, gehört aber unter das gleiche Firmendach.

Wie wichtig es ist, dass es im Kanton Solothurn Innovation und Unternehmertum braucht, betonte Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss. Sie sprach damit vor allem auch die Logistikbranche im Kanton an. Es sei zwingend, dass es innovative Lösungen gebe, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern – Stichwort «Cargo sous terrain». Aber sie hatte auch die KMU im Blick, jene Unternehmen also, die im Kanton den Hauptharst der Firmen ausmachen. «Wir brauchen Ideen, Mitarbeitende und Durchhaltewillen auf dem Weg zur Innovation», sagte die Regierungsrätin dezidiert.

Eine, die aus eigener Erfahrung weiss, was es braucht, um eine Firma zum Fliegen beziehungsweise zum Fahren zu bringen, ist die Unternehmerin Carmen Spielmann. Sie führte das Carsharing-Unternehmen Sharoo bis Ende des vergangenen Jahres als CEO und ist heute Head of New Business bei Signa Retail, jener Gruppe, zu der unter anderem Karstadt, Galeria Kaufhof, und KaDeWe gehören. Provokativ fragte sie einleitend: «Die Antwort ist eine App, aber was war die Frage?» Die Referentin sprach damit dies an: Es gibt heute für alles digitale Lösungen, entscheidend bleibt aber, was die Menschen damit tatsächlich wollen. Mit Blick auf die Innovation in den Unternehmen zählte Spielmann denn auch «talentierte Rebellen, konstruktive Nonkonformisten, irrationale Optimisten» auf, welche die Unternehmenswelt verändern. Jedenfalls wenn Führung und Umfeld dergestalt sind, dass die Innovation ihren Nährboden finden und sich produktiv manifestieren kann.

So eben wie bei Kehrer Stebler AG, bei der das Produkt Multifunktionsbox gleichsam Unternehmensprogramm ist. Rebellen, Nonkonformisten und Irrationale hin oder her.

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