Krimi

«Blutlauenen» – in Christof Gassers neuem Krimi tun sich Abgründe auf

Mit "Blutlauenen" legt er seinen neuesten Krimi um Journalistin Cora Simonis vor.

Mit "Blutlauenen" legt er seinen neuesten Krimi um Journalistin Cora Simonis vor.

Christof Gasser legt einen weiteren Krimi vor. «Blutlauenen» spielt in einem mondänen Chalet im Saanenland.

Seit 2016 tritt der gelernte Betriebswirtschafter und Exportfachmann Christof Gasser schon zum fünften Mal als Krimiautor in Erscheinung. Eine Passion, die heute sein Haupterwerbszweig ist. «Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass sich mein Leben derart verändert», sagt Gasser und fügt hinzu: «Es ist aber so, dass man – auch erfolgreicher Krimiautor– in der Schweiz keine Reichtümer anhäufen kann. Aber meine Frau und ich können davon und ihrem Einkommen leben. Woran wir aber seither ganz sicher gewonnen haben, ist an Lebensqualität.»

«Blutlauenen» heisst der gut 300 Seiten starke Krimi, den Gasser jetzt vorlegt, in dem er zum ersten Mal den Kanton Solothurn verlässt. Der Krimi spielt in einem einstmals mondänen Bergchalet im Lauenental. Zwar gibt es auch hier Bezüge zu Solothurn und zu seinen Bewohnern, denn Hauptakteurin ist Cora Simonis, die Journalistin, die bei seinem «Schwarzbuben-Krimi» «Schwarzbubenland» zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist.

Dann waren’s nur noch...

«Blutlauenen» ist ein mörderisches Kammerspiel: Auf dem abgelegenen, durch widrige Umstände unzugänglichem Ort sterben nach und nach fast alle, die sich hier zu einem ungezwungenen Treffen eingefunden hatten. Den ersten Toten gibt es auf Seite 67 und dann geht es Schlag auf Schlag. Bis zum Ende der Geschichte bleibt offen: Wer war es?
«Es war immer schon mein Gedanke, eine Geschichte in der Art von ‹Zehn kleine Negerlein›, von Agatha Christie zu schreiben», erzählt Gasser.

Die dunklen Seiten der Menschen faszinieren ihn und lassen Unwahrscheinliches wahr werden. «Aber eigentlich sind nicht die Morde das Spannende in einem Krimi», sagt der Autor. «Es geht darum, die Geschichte so spannend wie möglich zu erzählen.» Und dann war es auch dieser Ort, eine geheimnisvolle Gegend, in der sich die französische und die deutsche Schweiz treffen, die ihn faszinierte. Auch ein Grund, mit seinem Buch den Kanton Solothurn zu verlassen.

Seine eigene Technik

Zwei Jahre habe er sich diesmal Zeit gelassen für diesen Krimi. «Jedem erfolgreichen Krimi liegt immer eine solide Recherchearbeit zugrunde,» weiss er. Die Geschichte legt er sich in einem fünf- bis zehnseitigen Expose zurecht, dann erst beginnt er, sie mit Leben, mit Charakteren zu füllen. «Da hat jeder Autor seine eigene Technik», erzählt er. Gasser lässt sich von den Figuren führen, durchlebt ihre Gedanken. «Es kann vorkommen, dass etwa ein Protagonist eine Art Eigenleben entwickelt und Dinge passieren, an die ich vorher gar nicht gedacht hätte», lacht er. Und: «Natürlich steigen die Erwartungen meiner Leser mit jedem Buch. Doch auch meine Ansprüche wachsen». Das Wichtigste sei bei aller Fantasie, authentisch zu bleiben. Oft helfe auch das Gespräch unter Berufskollegen, erzählt er. «Es gibt keinen eigentlichen Konkurrenzkampf. Jedoch erzählt wohl kaum einer, über welche Story er gerade nachsinnt.»

Die Tatsache, dass das Krimi-Genre von der allgemeinen Literaturkritik wenig und nur selten beachtet wird, stört Gasser nicht. «Hauptsache, die Leser finden die Bücher gut.» Und schaut man auf die Bestsellerlisten, hat er recht. Seine Krimis belegen immer die vorderen Ränge.
«Dünn die Grenze zwischen Mensch und Monster» lässt Gasser Cora Simonis am Schluss sagen. So ist Christof Gasser mit seinem neuesten Krimi wieder ein Stück gelungen, dass einem als Leser die Abgründe menschlichen Verhaltens vor Augen führt und das bis zur letzten Seite die Spannung behält.

Gasser, Christof «Blutlauenen», Köln, Emons Verlag Fr. 17.90. Buchpräsentation in der Buchhandlung Lüthy Solothurn am 20. März 20 Uhr. Lesung in Lauenen b. Gstaad am 14. März im Hotel Alpenland.

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