Über zehn Jahre liegt sie zurück – die Schliessung der Zellulosefabrik auf dem Attisholz Areal in Luterbach. 450 Mitarbeitende verloren damals ihren Job. Und die Gemeinde Luterbach, zu der das Areal südlich der Aare gehört, stand «von einem Tag auf den anderen» mit einer grossen Industriebrache da, wie Gemeindepräsident Michael Ochsenbein erzählt. Eine Brache, welche von der Aare geteilt wird.

Auf dem Areal nördlich des Flusses ist inzwischen inmitten des Industrie-Komplexes eine Event-Arena entstanden. Zudem sind über 2000 moderne Wohnungen geplant. Aber auch das Areal südlich der Aare hat sich verändert, von Brache kann man nicht mehr reden.

Hier hat der Kanton 49 Hektaren Land erworben. Der US-Biotechkonzern Biogen baut einen Standort und bringt 600 neue Arbeitsplätze nach Luterbach. Wer durch Luterbach fährt – mit dem Zug oder mit dem Auto – kann die grosse Baustelle am Jurasüdfuss gar nicht übersehen. Direkt dahinter ist in den letzten Jahren auf 6 Hektaren ein 6 Millionen-Projekt des Kantons entstanden: der Uferpark. Am Wochenende wird dieser mit einer dreitägigen Feier eingeweiht. Bereits am Dienstag gab es einen ersten Rundgang für Medienschaffende.

Michael Ochsenbein (Gemeindepräsident Luterbach) und Regierungsrat Roland Fürst freuen sich auf die Eröffnung des Uferparks

Michael Ochsenbein (Gemeindepräsident Luterbach) und Regierungsrat Roland Fürst freuen sich auf die Eröffnung des Uferparks

Neuer Ufwerweg, alte Kläranlage

Hier sei ein «Bijou» entstanden, so Baudirektor Roland Fürst. Der Park schmiegelt sich ans Aareufer: Ein breiter Veloweg, eine Promenade für Fussgänger, mehrere Grillstellen mit Holzbänken. Bäume und Sträucher trennen zwar Mensch und Wasser, dazwischen gibt es aber immer wieder «Aarefenster» – Abschnitte mit direktem Zugang zum Fluss. Hier findet sich etwa ein Badestrand, aber auch ein Bootssteg. Das Solothurner «Öufi-Boot» soll künftig in Luterbach anlegen können. Im Wasser wurden mit Kies und Blocksteinen aus der Emme zudem Inseln für Vögel geschaffen. So ist der westliche Teil des Uferparks eher geprägt von der Natur, wie Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli auf dem Rundgang erklärte. Weiter östlich wird es «urbaner».

Drohnenaufnahmen vom Gelände Attisholz Uferpark

Das Zentrum des Parks bildet der Attisholzplatz, direkt neben der Kantine 1881 – in der schon Mitarbeitende der früheren Zellulosefabrik gespeist haben. Sie wurde laut Mäusli als «Zeitzeuge» beibehalten und saniert.

An das frühere Industriegebiet erinnert dann auch die ehemalige Kläranlage im östlichen Teil des Parks. Die inzwischen mit Moos bewachsenen steinernen Mauern, die die einzelnen Becken der Anlage trennen, wurden beibehalten. Neu gibt es aber Treppen, die in die Anlage führen und neue Durchgänge, die die einzelnen Becken verbinden. Hier sind viele Graffitis zu sehen, Bäume wurden gepflanzt, ein Spielplatz errichtet. Andere Becken wurden bewusst leer gelassen. Es soll genug Platz geben für die Bevölkerung, die sich im gesamten Uferpark frei bewegen kann. Eine weitere Idee des Kantons ist, dass auch Vereine Veranstaltungen durchführen können. Das alles soll gratis sein – die Idee ist ja, dass die einstige Brache genutzt wird.

Noch 5 Parzellen sind zu haben

Von den 49 Hektaren des Attisholz Süd-Areals, sind noch 9,6 zu verkaufen. Nebst Biogen hat sich auch die Firma Menz niedergelassen, mit «Vigier» und «CT-X» hat der Kanton Baurechtsverträge abgeschlossen. Konkrete Pläne für die restlichen fünf Parzellen gibt es laut Mäusli noch nicht. Man habe aber immer wieder Anfragen; so zog auch Armasuisse vor einigen Jahren in Betracht, auf dem Areal ein Rechenzentrum zu bauen. Laut Mäusli hätte der geplante schwarze Kubus aber nicht zum Areal gepasst; Armasuisse entschied sich am Schluss für den Standort Frauenfeld. Verkaufen wolle man nur an Firmen, die Arbeitsplätze bringen, so Mäusli, ihre Pläne in einer gewissen Zeit realisieren können. Und so mithelfen, das Areal wiederzubeleben.