Coronavirus

Aufruf an Unternehmen: Hygiene ist auch auf Baustellen ein Muss

Baustellenrundgang durch den Neubau des Bürgerspitals Solothurn.

Die Hygienemassnahmen müssen auch auf Baustellen eingehalten werden.

Baustellenrundgang durch den Neubau des Bürgerspitals Solothurn.

Dringender Aufruf der Sozialpartner: In Industrie-, Bau- und Gewerbebetrieben, wo noch gearbeitet werden darf, sind die Hygienemassnahmen des Bundes unbedingt einzuhalten. Ansonsten droht die Schliessung der fehlbaren Betriebe.

"Das Coronavirus hält uns alle auf Trab", schreiben die Spitzen der Sozialpartner in einem gemeinsamen Aufruf an die Industriebetriebe sowie die im Bauhaupt- und Baunebengewerbe tätigen Betriebe. "In den letzten Tagen haben wir vermehrt Anrufe von verängstigten Mitarbeitenden aus Industrie-, Bau- und Gewerbebetrieben erhalten, die uns mitgeteilt haben, dass in ihrem Betrieb oder auf ihrer Baustelle die Hygiene- und Gesundheitsempfehlungen des Bundesrates nicht eingehalten", heisst es im Aufruf, den Andreas Gasche, Geschäftsführer des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands, Daniel Probst, Direktor der Solothurner Handelskammer, Markus Baumann, Präsident des Gewerkschaftsbunds des Kantons Solothurn, und Bruno Fuchs, Präsident des Baumeisterverbands Solothurn unterzeichnet haben.

Demnach haben die Sozialpartner die Situation im Rahmen des „Dialogs
Wirtschaft“ mit der Volkswirtschaftsdirektion erstens die Situation besprochen und zweitens folgenden Aufruf beschlossen: "Wir rufen gemeinsam alle Geschäfte im Bauhaupt- und Baunebengewerbe und alle Industriebetriebe dringend auf, die Empfehlungen des Bundesrates und des Staatssekretariats für Wirtschaft einzuhalten."

Konkret:

  • Alle Mitarbeitenden müssen die Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen einhalten können. Am Arbeitsplatz muss es entsprechende Einrichtungen geben.
  • Auch die Abstandsregelung ist einzuhalten. Mitarbeitende dürfen nicht länger als 15 Minuten in weniger als 2 Meter Abstand voneinander arbeiten. Das gleichzeitige Bedienen einer Maschine von mehr als einer Person ist ebenfalls möglichst
    zu vermeiden.
  • Im Betrieb und während der Arbeit auf der Baustelle müssen Mitarbeitende gegenseitig Abstand halten können, beispielsweise durch räumliche Anpassungen oder durch Absprache unter den verschiedenen Gewerbebetrieben sowie eine Neuorganisation der Baustellen.

Das könne sowohl im Betrieb als auch auf Baustellen zu einer Verlangsamung der Arbeiten führen – aber das sei immer noch besser als gar nicht mehr arbeiten - "das dürfen genug andere bereits nicht mehr!", rufen die Sozialpartner in Erinnerung. Umgekehrt: Wo dies nicht möglich sei, dürften die Angestellten gemäss den Weisungen des Bundes nicht mehr beschäftigt werden und sie erhielten Ersatzzahlungen.

Quintessenz an die Adresse der Arbeitgeber im Baugewerbe und in der Industrie: Sie sind erstens verpflichtet, die Empfehlungen des Bundes zur Hygiene und zum Abstandhalten einzuhalten. Zweitens ist für die Umsetzung dieser Massnahmen die  Bauherrschaft einzubinden. Drittens: Wo es Uneinigkeit gibt, werden die kantonalen Arbeitsinspektoren und die Unfallversicherungsanstalt die Lage
vor Ort beurteilen.

Und schliesslich weisen die Sozialpartner in aller Deutlichkeit darauf hin: "Fehlbaren Betrieben droht die Schliessung der Bau- und Produktionsstätte." Deshalb werden die Arbeitgeber "dringendst gebeten, im Sinn einer teilweisen Weiterführung der Arbeitswelt – wer arbeiten kann, soll weiterarbeiten – dafür besorgt zu sein, dass die Massnahmen des Bundesrates umgesetzt werden." Denn die Epidemie sei "noch nicht am Abklingen, im Gegenteil".

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