Die Tapete ist schon an den Wänden. Weisse Blumenmuster auf grauem Grund, ganz nach dem Vorbild der Originaltapeten. Der Boden fehlt noch, der wird nächste Woche eingebaut. In den Zimmern im Kurhaus Weissenstein wird auf Hochtouren gearbeitet. Bald fünf Jahre ist es her, dass das Kurhaus den Besitzer wechselte. Nun, nach Jahren der Planung und Arbeiten auf der Baustelle mit der prächtigen Aussicht, geht es für das 24-Millionen-Projekt definitiv in den Endspurt. Der Geburtstag der Schweiz am 1. August wird gleichzeitig die Geburtsstunde des neuen Kurhauses und der gläsernen Panoramahalle (Infos zur Eröffnungsfeier finden Sie weiter unten).

Vor der Eröffnung führten Mitinhaber Tom Umiker und Hoteldirektorin Andrea Schlumpf gestern ein letztes Mal durch die Baustelle. Noch wird fleissig gearbeitet. Fast 200 Personen werden diesen Monat täglich auf dem Berg sein und sicherstellen, dass der Eröffnungstermin auch eingehalten werden kann. «Es wird eine Punktlandung geben», sagt Tom Umiker. Stress ist ihm zumindest nicht anzusehen. Gelassen führt er die Journalisten von Raum zu Raum. Überraschungen habe es bei den Bauarbeiten zwar fast täglich gegeben, sagt er. So habe man Stahlverstrebungen oder Leitungen an Orten gefunden, wo man sie nicht vermutet hätte. Doch bei so alten Gebäuden sei das normal. Aufhalten lassen hat man sich davon nicht. «Nun freue ich mich auf die Eröffnung.»

Bis Ende Jahr fast ausgebucht

Kommt man auf den Weissenstein, sticht der neue Glaskubus sofort ins Auge. Deutlich hebt sich die Glasfassade vom Kurhaus ab. Auf den Scheiben sind Enziane aufgezeichnet. Sie sollen Vögel vor schmerzhaften Zusammenstössen warnen. Auch hier ist im Innern noch Baustelle. Doch schon bald werden verschiedenste Events stattfinden, von Geschäftsanlässen bis hin zu Hochzeiten. «Schon zahlreiche Daten für Events für dieses und nächstes Jahr sind gebucht», sagt Umiker. Zum Beispiel 40 Hochzeiten. Technisch wird die Panoramahalle auf dem neusten Stand sein: Musikanlagen, Beamer und Ähnliches im Wert von 750 000 Franken befinden sich im Kubus. Auch die Hotelzimmer seien schon gut gebucht, so Umiker: «Wir sind sehr glücklich, wie es angelaufen ist. Viele freie Betten bis Ende November hat es nicht mehr.»

Ein Gourmet-Koch kommt

Insgesamt 60 bis 70 Vollzeitmitarbeiter werden ab August auf dem Weissenstein arbeiten. Viele Stellen konnten schon besetzt werden, aber insbesondere Küchen- und auch Servicemitarbeiter würden noch fehlen. Während Umiker vom Hotelumbau sprach, wusste Andrea Schlumpf einiges zum künftigen Betrieb zu berichten. Zum Beispiel, wie man die 70 Mitarbeiter täglich auf den Berg bringen möchte: Nämlich mit der Seilbahn: «Wir haben die Dienstzeiten den Zeiten der Bahn angepasst.»

Auch der Küchenchef ist mittlerweile bekannt: Kevin Kirchmaier wird auf dem Berg kochen. «Ein super Typ», wie Schlumpf findet. «Er hat viele Stationen in grossen Häusern hinter sich und den Beruf von der Pike auf gelernt.» So war er etwa im Hilton, zuletzt war er Küchenchef bei der Luxus-Hotelkette Relais & Châteaux. Anbieten wolle man eine Speisekarte, die möglichst viele Menschen anspricht. Den Sportler wie den Touristen, Kinder wie auch ältere Menschen. Dabei will das Hotel auch regionale Anbieter berücksichtigen, wenn auch nicht nur. Die Molkerei Lanz sei zum Beispiel mit an Bord, ebenso der Glace-Produzent Mister Cool. «Wir werden aber auch Waren von Grossanbietern beziehen. Bei unserer Betriebsgrösse ist das nicht anders möglich», so Schlumpf. Was genau auf der Speisekarte stehen wird, will sie noch nicht preisgeben. «Wer das rausfinden will, soll doch auf den Berg kommen.»