«Der Vorstand des Schweizer Heimatschutzes verzichtet nun nach einer sorgfältigen Analyse mit verschiedenen Experten und in Absprache mit seiner Solothurner Sektion auf eine Überprüfung des Entscheids beim Bundesgericht», heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwochmorgen.

Der Heimatschutz ist aber immer noch der Meinung, dass der Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden ist. Ausserdem bezeichnet er den Umgang mit den Gutachten der Eidgenössischen Fachkommissionen für Natur- und Heimatschutz sowie der Kommission für Denkmalschutz als fraglich.

Der Verband gibt den Kampf nicht auf, ohne nochmals zu betonen, dass mit der Sesselbahn ein «einzigartiger Zeuge der schweizerischen Bahntechnik- und Fremdenverkehrsgeschichte» unwiderruflich verloren gehe.

Die Bewilligung für den Abbruch der 1950 erbauten und 2009 stillgelegten Sesselbahn und den Neubau einer Sechser-Kabinenbahn wurde 2012 vom Bundesamt für Verkehr erteilt. Dagegen reichte der Heimatschutz beim Bundesverwaltungsericht Beschwerde ein. Diese wurde letzte Woche abgewiesen. Das Gericht hielt fest, «dass eine Sanierung der bestehenden Sesselbahn aus Sicherheitsgründen nicht in Frage kommt, und dass das Neubauprojekt die Anforderungen des Natur- und Heimatschutzes vollumfänglich erfülle».

Grosse Freude bei den Projektverantwortlichen

Bei den Projektverantwortlichen kommt wahrhaftige Jubelstimmung auf. «Ein Stein, der in sieben Jahren angewachsen ist, fällt von mir», sagt Rolf Studer, VR-Vizepräsident der Seilbahn Weissenstein AG. «Ich bin dankbar für das Einsehen des Heimatschutzes».

Jurist und Projektleiter Johannes Sutter sieht es genauso: «Mir ist heute Morgen ein Stein in der Grösse des Weissensteins vom Herzen gefallen. Wenn man so lange mit vollem Einsatz an einem Projekt dran ist, möchte man unbedingt auch reüssieren. Die Freude ist riesengross».

v.l.n.r. Beat Herzig (VR-Mitglied Seilbahn Weissenstein AG),  Erich Egli (Kanton Solothurn Tourismus), Urs Pfluger (Baloise Bank SoBa), Walter Wirth (AEK Direktor), Patrick Schlatter (Gemeindepräsident Oberdorf), Regierungsrat Walter Straumann, Konrad Stuber (Geschäftsführer Seilbahn Weissenstein AG), Rolf Studer (Seilbahn Weissenstein AG), Marco Sauser (Baloise Bank SoBa) und Yves Derendinger (VR-Mitglied Seilbahn Weissenstein AG).

Gondelbahn-Verbündete stossen am Mittwochmittag bei der Talstation in Oberdorf an.

v.l.n.r. Beat Herzig (VR-Mitglied Seilbahn Weissenstein AG), Erich Egli (Kanton Solothurn Tourismus), Urs Pfluger (Baloise Bank SoBa), Walter Wirth (AEK Direktor), Patrick Schlatter (Gemeindepräsident Oberdorf), Regierungsrat Walter Straumann, Konrad Stuber (Geschäftsführer Seilbahn Weissenstein AG), Rolf Studer (Seilbahn Weissenstein AG), Marco Sauser (Baloise Bank SoBa) und Yves Derendinger (VR-Mitglied Seilbahn Weissenstein AG).

Die Betreiber sprechen auch von einem grossen volkswirtschaftlichen Schaden. Dieser betrage allein für das Jahr, während dem der Fall beim Bundesverwaltungsgericht lag, total 300'000 Franken.

An Dokumentation und Ausstellung beteiligen

Der einzige erfreuliche Punkt für den Heimatschutz: Die Seilbahn Weissenstein AG will eine umfassende Dokumentation des historischen Sessellifts und eine Ausstellung von alten Bahnteilen in der neuen Talstation realisieren. Der Heimatschutz wird auf Wunsch sogar einen finanziellen Beitrag aus dem Fonds Historische Verkehrsmittel des Schoggitaler 2010 leisten, wie er schreibt.

Mit dem Neubau der Gondelbahn soll schon diesen Herbst begonnen werden, mit dem Abbruch eventuell schon früher. «Die neue Gondelbahn soll die Solothurner Bevölkerung ab dem Frühherbst 2014 sicher und bequem auf den Hausberg bringen», heisst es vonseiten der Projektverantwortlichen. (ldu)

Die Gondelbahn kann gebaut werden. Freuen Sie sich darüber, oder trauern Sie den Sesseli nach? Nehmen Sie an der Umfrage teil und sagen Sie uns Ihre Meinung unten im Kommentarfenster!