Impfcenter Rythalle
Ärger über Anmeldung zum Impfen: Die Telefon-Leitung ist völlig überlastet

Seit Montagmorgen kann man sich für einen Impftermin in der Rythalle anmelden – telefonisch. Allerdings ist die Leitung komplett überlastet.

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032 627 74 11. Über diese Nummer ist eine Anmeldung für einen Termin im Impfcenter Rythalle möglich. Ab Montag, 14 Uhr ist dieses geöffnet; seit Montagmorgen können sich über 75-Jährige Hochrisikopatientinnen und -patienten anmelden. Da die Online-Anmeldung allerdings noch nicht aufgeschaltet ist – das soll in ein paar Tagen der Fall sein – ist das Telefon der einzige Weg.

Weil nun viele aufs Mal einen Termin vereinbaren wollen, ist die Leitung allerdings überlastet. Man versuche, das Systemproblem bei der Anmeldung zu beheben, sagte Regierungsrätin Susanne Schaffner am Montagmorgen im Rahmen einer Medienkonferenz. «Wir hoffen, dass man sich am Dienstag oder Mittwoch auch online anmelden kann», so Schaffner.

Laut Kanton soll die Telefonleitung für die Anmeldung zur Impfung funktionieren. Anrufende müssten einfach um die 10 Minuten in einer Warteschlaufe ausharren, heisst es.

«Nummer nicht in Betrieb»

Ein Selbstversuch zeigt aber: Der Anrufer wird aus der Leitung geworfen. Das bestätigen auch Leser. «Es heisst, die Nummer ist ungültig oder diese Nummer ist nicht in Betrieb», schreibt Ruth Reinhard. Sie versucht, seit 9 Uhr durchzukommen.

Ähnlich geht es auch Jürg Peter Hunziker. «Ich versuche seit dem Morgen durchzukommen, ich falle aber immer aus der Leitung.» Er kenne noch mindestens zwei weitere Parteien, denen es gleich gehe.

Er sei zwar erst 67 Jahre alt, leide aber an einer Lungenkrankheit und würde sich gerne impfen lassen. «Ich habe Verständnis dafür, dass die Plätze schnell ‹ausverkauft› sind», meint der Rüttener. Es gebe ja wenig Impfstoff. Aber dass die Anmeldung technisch nicht funktioniert, das kann er nicht verstehen. Er hofft, dass es dann zumindest mit der Online-Anmeldung klappen wird. Am Dienstag will er vor der Rythalle Präsenz zeigen und seinen Unmut bekunden.

Wie Hunziker einige Stunden später mitteilt, habe er «nach gefühlt hunderten vergeblichen Anrufbemühungen tatsächlich ein menschliches Wesen am Telefon» gehabt. Leider sei das Gespräch nach einer Minute unterbrochen worden.

Warum keine andere Lösung?

Beim Buchungssystem und auch der Handhabung der Daten vor Ort setzt der Kanton derzeit auf eine eigene Übergangslösung. Der Kanton hat mit einer Überlastung gerechnet. Warum wurde keine andere Lösung gesucht?

«Der Kanton Solothurn hat sich auf die vom Bund entwickelte und in Aussicht gestellte IT-Lösung zur Unterstützung des Impfmanagements ausgerichtet, welches die elektronische Anmeldung, Terminvergabe und Impfdatenverwaltung ermöglichen soll», heisst es dort auf Anfrage.

Diese schweizweit einheitliche Lösung steht derzeit aber noch nicht in vollem Umfang zur Verfügung. Der Kanton Solothurn wollte den Impfstart deshalb aber nicht weiter verzögern. Deshalb bietet der Kanton «im Interesse der Bevölkerung als vorübergehende Möglichkeit die telefonische Terminreservation an».

Weitere Impfcenter folgen

Im Kanton Solothurn ist eine Impfung derzeit nur in Solothurn möglich. Am 8.Februar folgen die Impfzentren in der Stadthalle Olten und im Griensaal in Breitenbach. Die Impfungen in kritischen Institutionen der Alters- und Pflegeheime wurden bereits letzte Woche gestartet. In der Altjahreswoche wurde im Alters- und Pflegeheim Passwang in Breitenbach geimpft.

Ab Montag besuchen bis zu acht mobile Impfteams die Alters- und Pflegeheime. Pro Woche können laut Kanton so die Bewohner von 15 bis 20 Heimen geimpft werden.

Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, soll die Kapazität an den Standorten erhöht werden. (ldu)