Wie die fünf olympischen Ringe waren die Kreise aus Sägemehl in der Eishalle des Sportzentrums Zuchwil angeordnet. Und während auf dem mittleren Ring der Jodlerklub Oekingen «Ä liebe Mönsch» vortrug, kämpften drum herum die «bösen» Schwinger um den Sieg am Solothurner Kantonalschwingfest. Weil bei diesem traditionsreichen Sport die Besten und nicht die Unfairen als die «Bösen» bezeichnet werden, sassen die «Rächelibuebe Woufu» auf der Strafbank und warteten auf ihre Einsätze, wenn es galt, das Sägemehl wieder aufzubereiten.

Das Kantonale Schwingfest wurde erstmals in einer Halle ausgetragen und das umfunktionierte Zuchwiler Eisstadion hat die Feuertaufe mit Bravour bestanden. Bei angenehmen Temperaturen und idealen, ja absolut fairen Verhältnissen konnte so der beste Schwinger erkoren werden. Es hatte immer genügend Sitzplätze für die Zuschauer. Selbst der Sturm vom Samstagabend störte nicht. Das Festgelände mit den riesigen Sonnenschirmen und Wirtschaften hielt sowohl dem Wind als auch dem Ansturm der vielen Schwingfreunde problemlos stand. Einzig beim Schlussgang zwischen Joel Strebel und Christoph Bieri wurde es ein wenig eng auf den Plätzen mit der besten Sicht aufs Sägemehl.

Ein liebenswerter Muni

Die familiäre Atmosphäre am Kantonalen Schwingfest färbte sogar auf den imposanten, 700 Kilogramm schweren Muni Othmar ab, der vor dem Eingang wie ein braves Lämmlein den vorbeispazierenden Schwingfreunden zuschaute. «Gut möglich, dass ich Othmar wieder mit nach Niederbipp nehme», sagte sein früherer Besitzer Niklaus Burri, der es sich neben dem Muni in einem Liegestuhl bequem gemacht hatte. «Es ist einfacher für den Festsieger, ein Couvert mit nach Hause zu nehmen.» Falls Landmaschinenmechaniker Joel Strebel den Muni nicht ins Freiamt mitnehmen will, würde Burri den Lebendpreis vom Sponsoren, der Sterki Bau AG, wieder zurückkaufen und erhielte für seinen Aufwand vom Schwingerverband eine angemessene Entschädigung.

Die Festbesucher blieben nach dem Schlussgang noch ein wenig auf den Bänken sitzen. Die Pommes frites und die Grilladen waren wirklich fein und die Preise durchaus fair. Mit einer Ausnahme: Während der Becher Bier für nur vier Franken zu haben war, kostete ein Mineralwasser fünf Franken, was bei Familien mit Kindern gar nicht gut ankam und zudem ein Verstoss gegen geltendes Recht ist, das den Gastrobetrieben vorschreibt, dass das billigste Getränk im Angebot keinen Alkohol enthalten darf.