Viele Bürgerinnen und Bürger dieses Kantons erhalten im Strassenverkehr eine Busse, weil sie vielleicht einige km/h zu schnell fahren, nicht angeschnallt sind oder die Winterpneus zu wenig Profiltiefe aufweisen. Hart arbeitende «Büezer» werden von der Steuerverwaltung belangt, weil die Steuererklärung zu spät eingereicht wird. Vielleicht werden sie von der Staatsanwaltschaft gebüsst, weil sie ihre Meinung im Facebook oder anderer sozialen Medien ein wenig zu pointiert zum Ausdruck bringen. Landwirte zahlen hohe Strafgelder, wenn einer Kuh eine Ohrmarke fehlt oder sie vergessen haben einzutragen, wann die Tiere im Auslauf waren.

Es braucht für einen unbescholtenen Bürger hierzulande nicht viel, um vom Staat wie ein Verbrecher behandelt zu werden. Sie, die jahrzehntelang anstandslos ihren Pflichten nachgekommen sind, sie, die jahrzehntelang ihre Steuern pünktlich bezahlt haben und sich ausser einiger Parkbussen-Vergehen nichts haben zuschulden kommen lassen.

Und dann plötzlich wird ihr Weltbild auf den Kopf gestellt. Warum? Weil sie erfahren, dass ein verurteilter 6-facher Kinderschänder frei herumlaufen und wieder zuschlagen kann, obwohl die Rückfallgefahr mehrfach und amtlich bestätigt ist. Warum eigentlich, fragen sich diese Bürger, werden sie für Bagatellen überwacht, verfolgt und bestraft, wogegen der verurteilte Kinderschänder weiterhin sein Unwesen treiben kann und vom Staat therapiert und verhätschelt wird?

Studierte Fachleute, Anwälte, Richter und Regierungsräte werden dann etwas von Resozialisierung sagen, ihnen dann erklären, dass es so sein muss, weil man nicht anders habe verfahren können. Und, dass es auch völlig normal sei, wenn verurteilte Verbrecher darüber hinaus unzählige und sinnlose Therapiestunden verbraten können. Dabei belohnt man den Gewalttäter, der etliche Kinderseelen auf dem Gewissen hat, noch mit einem fürstlichen Geldbetrag, der die Entschädigung seiner Opfer um ein Mehrfaches übersteigt. Dazu die Gewissheit, dass kein Geldbetrag der Welt ein geschändetes Kinderleben rechtfertigen kann.

Es müsse halt so sein, man kann ja nicht anders und man soll sich doch nicht aufregen, es sei doch alles nicht so schlimm, heisst es von der zuständigen Behörde. Sie verschweigen dabei, dass sie selber auch ganz gut von diesem System leben, in dem sie ihre Stellen in Verwaltung, Justiz und Therapie legitimieren können. Gerade Wiederholungstäter rechtfertigen wiederholte Aufträge und Einkünfte, rechtfertigen auch den Ausbau und das Anmieten oder gar den Bau neuer Verwaltungsräume, Gefängnisse und Justizpaläste. Wahrlich ein Perpetuum mobile im Selbstbedienungsparadies! Die Dummen sind nur die, die immer anständig waren, ihre Steuern stets pünktlich ablieferten und damit diesen Irrsinn bezahlen dürfen. Und vielleicht dazu noch Angst haben, dass ihre Liebsten auf dem Spielplatz vom Kinderschänder belästigt werden. Und falls es wieder einmal zum Rückfall kommen sollte, dann heisst es von den «Experten» beschwichtigend: Wir haben alles getan, damit es nicht passiert. Und es ist halt doch passiert.