Zuchwil

Abfallgeschäft lief rund – aber der Kebag-Neubau wird teurer

2025 soll die neue Anlage im Emmenspitz stehen: «Kebag Enova» im Modell.

2025 soll die neue Anlage im Emmenspitz stehen: «Kebag Enova» im Modell.

Die Einnahmen aus dem Abfall- und Energiegeschäft sind 2018 gestiegen. Mit 443 Mio. Franken wird der Neubau jedoch teurer als geplant.

Ihre Ziele hat die Zuchwiler Kebag erreicht: 223'174 Tonnen Abfall hat die Kehrichtverbrennungsanlage 2018 verbrannt, wie sie am Donnerstag an ihrer Generalversammlung bekannt gegeben hat. «Die Zielmenge von 221'000 Tonnen wurde somit minimal überschritten», hält Geschäftsführer Markus Juchli fest. 186'739 Tonnen stammten aus dem Versorgungsgebiet der 184 Kebag-Gemeinden. Insgesamt sei 2018 ein «erfreuliches Geschäftsjahr» gewesen, so Juchli. 31,2 Mio. Franken nahm die Kebag alleine bei den Kehrichtgebühren ein.

Auch der Energieverkauf erwies sich als gutes Geschäft: Insgesamt wurden bei der Entsorgung des Kehrichts 743'960 MWh Energie freigesetzt. «Daraus konnten 160'023 MWh in Strom umgewandelt, respektive 103 392 MWh als Wärme abgegeben werden», schreibt die Kebag. «Der Erlös aus dem Energieverkauf legte dank höheren Fernwärmelieferungen und höheren Strompreisen um 21 Prozent auf 17 Mio. Franken zu.»

2018 konnten 251 Tonnen hochreines Zink aus der Flugasche zurückgewonnen werden. «Ein neuer Rekord», schreibt die Kebag. «Acht Tonnen fanden erfreulicherweise den Weg in lokale metallverarbeitende Betriebe, die restliche Menge wurde exportiert.» 1'921 der rund 223'000 Tonnen Abfall stammten aus der alten Kehrichtdeponie «Schwarzweg» Derendingen.

Mehrkosten über 4 Mio. Franken

Verzögerungen und höhere Kosten gibt es beim geplanten Neubauprojekt Kebag Enova. Statt wie geplant 439 Mio. Franken wird das Projekt gemäss derzeitigen Schätzungen 443 Mio. Franken kosten. Dafür gibt es mehrere Gründe. So muss der Bau, wie eine geologische Untersuchung zeigte, mit einer Pfahl-Platten-Fundation stabilisiert werden, da er «für ein Bauwerk der Dimension von Kebag Enova zu wenig stabil ist». Dies führt zu Mehrkosten von 2,8 Mio. Franken.

Ein weiterer Grund liegt darin, dass sich die Kebag als erste Neubauanlage für eine trockene Austragung der Schlacke entschieden hat. «Anders als bei der nassen Austragung kommt der Reststoff nie in Berührung mit Wasser und verklumpt daher nicht. Vorteil ist, dass die Schlacke durch das fehlende Wasser 20 Prozent weniger Gewicht aufweist», schreibt die Kebag. Da sich bei der trockenen Austragung Staub entwickle, sei allerdings der Bau eines geschlossenen Systems mit Luftabsaugung und Filteranlagen nötig. «Dies ist mit einmaligen Mehrkosten von 7.4 Mio. Franken verbunden», hält die Kebag fest. «Diese Mehrkosten können durch jährliche Einsparungen von über 2 Mio. Franken bei der Entsorgung der Schlacke langfristig mehr als eingespart werden.»

Baugesuch wird später eingegeben

Und nicht zuletzt muss die Kebag aufgrund der revidierten Eidgenössischen Gewässerschutzverordnung vom Juni 2018 die geplante Flusswasserkühlung mit einer Luftkühlung ersetzen. «Diese benötigt deutlich mehr Platz und ist etwas weniger effizient», heisst es bei der Kebag. Die Kosten belaufen sich auf knapp eine Million Franken. Unter Berücksichtigung aller Änderungen ergeben sich Mehrkosten von 979'000 Franken.

Die Eingabe des Baugesuches verzögert sich insgesamt um rund 11 Monate. Statt wie geplant im November 2018 soll das Gesuch nun im Oktober 2019 eingegeben werden. «Diese Verzögerung hat jedoch keine Auswirkung auf den Beginn des industriellen Betriebs der Neuanlage», schreibt die Kebag. Die Zeitreserven des Projektes seien jedoch «deutlich kleiner geworden».

Über das genaue weitere Vorgehen will der Verwaltungsrat entscheiden, wenn die Ergebnisse der laufenden Submission für einen bedeutenden Teil der Anlagentechnik vorliegen.
Die Aktionäre der Kebag haben zudem zwei neue Verwaltungsräte gewählt: Jürg Nussbaumer als Vertreter des Kantons Solothurn und Georges Gehriger als Vertreter des Regionalvereins Olten-Gösgen-Gäu (ohne Stimmrecht). Die übrigen Verwaltungsräte wurden bis 2023 wiedergewählt. Christoph Fankhauser, Präsident des Verwaltungsrates, verabschiedete die abtretenden Verwaltungsräte Karl Tanner und Michael Ochsenbein. (szr)

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