Der Schlussbericht dazu, eine eigentliche Studie des ländlichen Raums im betreffenden Gebiet, liegt nun vor. Der Regierungsrat hat den Bericht an seiner letzten Sitzung zur Kenntnis genommen und die involvierten Amtsstellen beauftragt, die vorgeschlagenen Massnahmen weiterzuverfolgen.

«Gesamtmelioration» Gäu

Priorität haben dabei Vorabklärungen für eine mögliche Güterregulierung im Gäu, die «Gesamtmelioration» Oensingen/ Kestenholz/ Niederbuchsiten/ Oberbuchsiten/ Egerkingen/ Neuendorf. In der Vergangenheit gab es dazu widersprüchliche Meldungen. Mal protestierte der Bauernverband dagegen, dass sich das Bundesamt für Strassen Astra gegen eine Güterregulierung wehrt und sich nicht an den Kosten beteiligen will. Dann wurde Ende Januar von einem von SP-Nationalrat Philipp Hadorn initiierten runden Tisch gemeldet, das Astra habe dort sehr wohl in Aussicht gestellt, die Kosten der Verfahren für Landumlegungen im Zusammenhang mit dem Autobahnausbau zu tragen. Erst kürzlich kritisierte der Bauernverband dann aber erneut, dass das Astra sich auf den Standpunkt stelle, für den Autobahnausbau sei gar keine Güterregulierung notwendig.

Wie eine Nachfrage beim kantonalen Amt für Landwirtschaft ergibt, ist beides nicht ganz falsch. Das Astra beteilige sich an den nun einzuleitenden Vorabklärungen, heisst es aus dem Rathaus. Wie die Begriffe «Studie des ländlichen Raums» und «Gesamtmelioration» aber erahnen lassen, geht es im Schlussbericht zur landwirtschaftlichen Planung nicht um die Autobahn allein. Die Landwirtschaft im Gäu ist zum Beispiel auch durch den Hochwasserschutz entlang der Dünnern zwischen Oensingen und Olten tangiert. Oder durch das Nitratprojekt, mit dem die Nitratkonzentration im Grundwasser reduziert werden soll.

Weiter bezieht die landwirtschaftliche Planung auch die Naherholungsnutzung der Landschaft mit ein. Im Rahmen der vorgeschlagenen «Gesamtmelioration» soll eine gesamtheitliche Koordination von vielfältigen öffentlichen wie auch privaten Interessen im Bereich Raumplanung, Ökologie und Landwirtschaft möglich sein. Es wird unter Einbezug all dieser Aspekte auch zu prüfen sein, wie umfangreich eine Güterregulierung ausfallen soll und wie dann ein Kostenverteiler unter Beteiligung auch des Astra aussehen könnte.

Spezielle Treibhaus-Zonen

Der Schlussbericht zur landwirtschaftlichen Planung listet neben der Güterregulierung Massnahmenvorschläge in verschiedenen Bereichen auf: raumplanerische Sicherstellung der Landwirtschaftszone, Stärkung der ressourcenschonenden Landwirtschaft durch Nutzung moderner Technologien, Optimierung und regionale Verankerung der Wertschöpfung, Erhalt und Verbesserung landwirtschaftlicher Infrastrukturen wie dem Flurwegnetz.

Ein weiterer Punkt: Es wird die Ausscheidung von landwirtschaftlichen Sondernutzungszonen postuliert. Dieser Massnahmenvorschlag steht in Zusammenhang mit dem erwähnten Nitratprojekt. Die Region Gäu-Olten hat mit zu hohen Nitratkonzentrationen im Grundwasser zu kämpfen. Landwirten, die sich zur nitratarmen Bewirtschaftung verpflichten, werden die Ertragseinbussen vom Nitratprojekt Gäu-Olten finanziell abgegolten. Nun hat sich im Gäu aber auch eine innovative und gut aufgestellte Gemüsebaubranche entwickelt, und gerade der Gemüseanbau gilt auch als Hauptquelle für den Nitrateintrag ins Grundwasser.

Multifunktionale Treibhäuser für eine sowohl bodenunabhängige wie bodenabhängige Produktion würden es ermöglichen, den Nitrateintrags zu eliminieren. Gleichzeitig sucht die Industrie Absatzmöglichkeiten für Abwärme aus Produktions-Prozessen. Eine Verwendung der Abwärme in Glashäusern erscheint hier als eine sinnvolle und machbare Synergie. Mit der Ausscheidung von landwirtschaftlichen Sondernutzungszonen (Intensivlandwirtschaftszone Gemüseanbau) mit Gewächshäusern sollen sie genutzt werden können.

Potenziell geeignete Gebiete macht die Studie des ländlichen Raums im Gäu im Raum Oberbuchsiten/Niederbuchsiten und bei Oensingen sowie im Wasseramt bei Deitingen aus.