Jubiläum

25 Jahre SVP Solothurn: In der Classe politique angekommen

Die Solothurner SVP feierte in Mümiswil ihr 25-Jahr-Jubiläum mit Raclette, Rösti Albert und einem rot(h)en Tuch.

Der Jodlerklub Ramiswil stimmte die Nationalhymne an. Das Publikum erhob sich. Die Jubiläumsfeier der Solothurner SVP war eröffnet. Über 200 Parteimitglieder, viel Parteiprominenz und zahlreiche geladene Gäste trafen sich am Donnerstagabend in Mümliswil zum 25-Jahr-Jubiläum der Solothurner SVP.

Mit dabei: Regierungsrat Roland Heim (CVP), Kantonsratspräsident Albert Studer (SVP), Vertreter aller anderen Solothurner Parteien und SVP-Präsidenten aus umliegenden Kantonen.
«Meter für Meter haben wir erkämpft», blickte SVP-Kantonalparteipräsident Silvio Jeker zurück. Vielleicht mag dem einen oder anderen Präsidenten der anderen Parteien ob den Wahlerfolgen der SVP, die innert Kürze zur grössten Partei im Kanton wurde, das Lachen vergangen sein.

Am Donnerstagabend liessen sie dies nicht durchblicken. «Humor ist, wenn man trotzdem lacht», schien ihr Motto. Und so kamen alle und überbrachten Geschenke. Vom «Ausstiegsbier» der Grünen, über den Pfeffer der EVP bis hin zum roten Tuch, das SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth namens der Sozialdemokraten überreichte. «Walter Wobmann kann es auch als Kopftuch nutzen.»

Roth setzte gar zum Lob für das Engagement an. Die SVP habe viel Geschichte geschrieben in 25 Jahren. «Es hat aber auch das eine oder andere Märchen darunter.» SVP-Kantonalparteipräsident Silvio Jeker nahm dankend an. «Ihr seid unsere Gäste heute, nicht unsere Gegner», unterliess er die Seitenhiebe gegen die anderen Parteien.

Dafür sorgte – mit einem unschuldigen Lächeln und viel welschem Akzent – Céline Amaudruz. Die Genfer SVP-Nationalrätin brachte die Schlagworte der SVP-Masseineinwandrungsrhetorik nach Mümliswil: Sie kritisierte den fehlenden Umsetzungswillen des Parlamentes, sie sprach vom Frontalangriff auf die Demokratie und schmähte die «Classe Politique», die die Schweiz der diktatorischen Gewalt in Brüssel ausliefere.

Albert Rösti, Präsident der SVP Schweiz, freute sich sichtlich über die Teilnahme der anderen Solothurner Parteien. «Das ist gelebte Demokratie.» Die Solothurner SVP lobte Rösti. Er forderte aber auch: «Ein Regierungsrat Manfred Küng ist fällig.»

«Mehr Akademiker ansprechen»

Ebendieser SVP-Regierungsratskandidat Manfred Küng präsentierte das 460-seitige Buch zum Jubiläum und blickte in einem Podiumsgespräch zurück in die 25-jährige Geschichte. Gründungsmitglied Herbert Wüthrich erinnerte sich ebenso wie der frühere Präsident Kurt Küng und Hans-Rudolf Lutz, der Fraktionschef war. «Wir wurden zu Beginn richtiggehend verrissen», sagte Wüthrich. «Aber das war Training.» Kurt Küng erinnerte sich an die Gründung von 40 Ortsparteien, an das Falten von Flyern am Familientisch und an eine der ersten Generalversammlungen, an der «sieben Journalisten und sechs Parteimitglieder» teilgenommen hätten.

«Nicht immer ist die Saat der SVP auf fruchtbaren Boden gefallen», hatte Josef Fluri, SVP-Ortparteipräsident aus Mümliswil, zu Beginn gesagt. «Aber jetzt dürfen wir einen Teil der Ernte einfahren.» Das zeigte sich gegen Ende der Veranstaltung: Neben wenigen Frauen fanden sich viele junge Kandidaten, die für die Volkspartei zu den Kantonsratswahlen im März antreten wollen.

Feierlich gaben die SVP-Kandidaten das Gelöbnis ab, sich für Anliegen der SVP einzusetzen. 69 stehen bereits in den Startlöchern. David Sassan Müller, Neumitglied und Kantonsratskandidat, blickte ein wenig in die Zukunft. «Wir haben ein sehr grosses Potenzial bei Jungen und bei Akademikern.» Die SVP müsse auch in der Elite mehr Fuss fassen, ohne die Basis zu vernachlässigen.

Nochmals trat der Jodlerklub auf, Parteipräsident Rösti rief zum Raclette und lachte selbst über seinen Witz mit seinem Namen. Auf den Tischen stand Wein zum Anstossen. Der offizielle Teil der Jubiläumsfeier war vorbei.

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