Grenchen
Zwischenfall bei der ETA wird unter Lupe genommen

Bis gestern Mittag hing rund um die Kläranlage neben der A5 in Grenchen ein übler Mief in der Luft. Bereits am Vorabend war in einem Quartier ein unüblicher Gestank bemerkt worden, woher dieser aber kam, war vorerst unklar.

Patrick Furrer
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ETA-Gelände (Symbolbild)

ETA-Gelände (Symbolbild)

Grenchner Tagblatt

Der Verursacher war dennoch schnell bekannt: In der Vorbehandlungsanlage eines Werks der ETA ist offenbar eine chemische Substanz ins Abwasser und die Kanalisation geraten. Wie die Medienstelle der ETA auf Anfrage erklärte, handelt es sich um einen einmaligen, nicht bedenklichen Zwischenfall.

Es sei ein neuer Stoff für die Fabrikation genutzt worden, der nach Passieren der Vorbehandlungsanlage im Abwasser mit einem anderen Stoff reagiert habe. Laut Stadtbaumeister Claude Barbey hatte der Betrieb den Vorfall umgehend gemeldet.

Eine Gefahr für Mensch, Tier oder Flora habe nie bestanden, bestätigt auch Heinz Luginbühl, Klärmeister und Geschäftsführer der ARA Grenchen. Er war bis gestern Morgen noch beunruhigt, da der Gestank sich über Nacht nicht verzogen hatte. Am Vormittag konnte er aber Entwarnung geben. Es sei nicht davon auszugehen, «dass Schadstoffe ins öffentliche Gewässer gelangten».

Doch auch wenn Grenchen nach dem Zwischenfall mit einer gerümpften Nase davongekommen ist – ganz ausgestanden ist die Angelegenheit nicht. Die ETA wird den Fall intern analysieren. Ebenso wird das kantonale Amt für Umwelt den Vorfall genauer unter die Lupe nehmen.

Hansjörg Ryser von der Abteilung Gewässerschutz will in den kommenden Tagen einen Augenschein nehmen. Er gehe zwar nicht davon aus, dass die Verunreinigung negative Auswirkungen auf die Umwelt habe, die Sache müsse aber genau untersucht werden. Zum einen gehe es darum, die Plausibilität der Erklärung des Verursachers zu prüfen. Andererseits müsse das genaue Ausmass festgestellt werden. Noch ist nicht bekannt, wie viel von der Chemikalie in die Kanalisation gelangt ist.