In den sozialen Medien und gelegentlich auch in diesen Spalten taucht mit gewisser Regelmässigkeit ein Thema auf, über das sich viele Grenchner ärgern: die herrenlosen Sofas und Polstergruppen, die – nicht nur vor Zügelterminen – gerne und oft an den Strassenrand gestellt werden. Natürlich ohne Kebag-Marke, denn für die Entsorgung sollen vorzugsweise die Stadt oder der Hausvermieter aufkommen. Rote Kunstleder-Monster, graue Alcantara-Sitzgruppen, weisse Echtleder-Wohnlandschaften, schön abgewetzt, mitunter auch ein Stuhl mit chromblitzenden Beinen. Alles steht wochenlang in der Stadt herum.

Früher wurden solche Dinge etwa noch in Jugendräumen und Probelokalen weiterverwendet, doch heute hat der Konsumrausch das Ausmass dieser Zweitverwertungs-Möglichkeiten längst überflügelt. Fazit: es gibt viel zu viele ausgediente Sofas und zu wenig Leute, die darauf sitzen.

Doch das liesse sich ganz einfach ändern. Statt sich auf Facebook oder am Stammtisch darüber zu ärgern, könnte doch ein Serviceclub oder gar der Werkhof die Sofas einsammeln und bei den Grenchner Bushaltestellen aufstellen. Denn männiglich beklagt ja immer wieder die dort fehlenden Sitzbänke. Die Sofas würden zwar immer noch auf der Strasse stehen, aber immerhin an einem nützlicheren Ort. Mei, das gäbe wieder mal Schlagzeilen für Grenchen – die farbige Recyclingstadt!

So bequeme Bushaltestellen hätte garantiert niemand sonst. Im durchgesessenen Fauteuil warten, bis der BGU-Bus kommt, das wärs doch. Man müsste sich einfach rechtzeitig ans Aufstehen machen, wenn man den Bus kommen sieht. Denn vielleicht braucht es zwei, drei Anläufe. Sonst ist er vorbei. Aber weil es ja so bequem ist, macht es ja auch nichts aus, auf den nächsten Bus zu warten ...

Ist ein Sofa kurz vor dem Verrotten, oder haben sich Vandalen daran selbst verwirklicht, wird es einfach durch das nächste aus der Freimatt oder dem Lingeriz ersetzt. Denn dort scheint der Fundus schier unerschöpflich zu sein.