Grenchen
Zwei neue Standorte: Die Triennale-Räume füllen sich

Am 7. September startet die 21. Triennale «Tendenzen der Vervielfältigung» an zwei neuen Standorten.

Fränzi Zwahlen-Saner
Merken
Drucken
Teilen
Reto Emch (l.) und Philipp Glocker haben noch viel Arbeit vor sich. Doch sie freuen sich auf die neu lancierte, 21. Triennale Grenchen.

Reto Emch (l.) und Philipp Glocker haben noch viel Arbeit vor sich. Doch sie freuen sich auf die neu lancierte, 21. Triennale Grenchen.

frb

Sie ist die grösste Ausstellung für Original-Druckgrafik der Schweiz: Die Triennale, die seit gut 60 Jahren in Grenchen alle drei Jahre durchgeführt wird. Seit 1958 werden hier die unterschiedlichsten Drucke internationaler Künstler ausgestellt und können auch gekauft werden. Die Triennale Grenchen widmet sich dabei zwei Hauptaspekten: dem Aufzeigen und der Würdigung neuer grafischer Formen, sowie der Darstellung der klassischen grafischen Techniken auf hohem Niveau. «Grafik ist die Kunst des kleinen Mannes» hiess es früher. Heute stimmt das nicht mehr unbedingt – jedoch hat sich die Grafik zu einer ungemein innovativen Kunstsparte gemausert.

Es ist bekannt, dass der Kanton Solothurn als grösster Geldgeber des Anlasses nach der letzten Ausgabe 2015 darauf drängte, einen künstlerischen Leiter zur Durchführung einzusetzen. Auch beurteilte man den Austragungsort, die Tennishalle Grenchen in den letzten Jahren als zu messeartig. Philipp Glocker, Präsident der durchführenden Kunstgesellschaft Grenchen erläutert, dass man daraufhin drei unterschiedliche Persönlichkeiten angefragt habe, die 21. Triennale zu kuratieren.

An zwei neuen Standorten in Grenchen

Die 21. Triennale Grenchen ist in zwei leerstehenden Industriegebäuden untergebracht. Der eine Standort befindet sich an der Sportstrasse 51, im ehemaligen Microjet-Gebäude. Der Gebäudekomplex stammt aus den Jahren 1956-1991. Das Gebäude wird Ende 2018 versteigert. Die zweiten Räumlichkeiten befinden sich an der Brühlstrasse 10, im alten Unterwerk der Elektrizitätswerke Grenchen aus dem Jahr 1947.

Ausgewählt wurde der Solothurner Künstler und Galerist Reto Emch. «Wir waren relativ rasch von ihm überzeugt«, erklärt Philipp Glocker. Reto Emch (Jahrgang 1961) leitet seit 2010 das Haus der Kunst St. Josef in Solothurn und lässt nun seine ganze künstlerische Reputation in dieses Projekt einfliessen. «Seit gut einem Monat sind wir hier am Arbeiten», berichtet er. «Vorher wurden noch viele Stunden in den Räumen geputzt und Wasserleitungen und elektrische Installationen auf Vordermann gebracht.» Momentan füllt sich Raum für Raum mit den Arbeiten der verschiedensten Künstler aus der ganzen Welt.

Die junge Triennale

«Wir wollen mit dieser Triennale die ganze Bandbreite des künstlerischen Vorganges Druck und Vervielfältigung aufzeigen», so Emch. Da sind so herkömmliche Verfahren wie Linol- oder Holzschnitt, Siebdruck, Radierung, Offsetdruck oder Kupferstich, aber auch unerwartete oder eher seltene Techniken wie Tattoos, oder Stoffdrucke, Pinselätzungen oder die Vervielfältigung im digitalen Bereich zu sehen. «Wir wollen mit dieser Ausgabe ein junges, internationales Publikum ansprechen und aufzeigen, wie modern Druckverfahren heute sein können», sagt Emch. Es sei jedenfalls die wahre Freude gewesen, auch den jüngeren Kunstschaffenden bei der Erarbeitung von Drucktechniken zuzuschauen.

Bereits heute, gut zehn Tage vor der eigentlichen Eröffnung, ist man beeindruckt über die Bandbreite der Arbeiten, die schon angeliefert wurden. Im Eingangsbereich an der Sportstrasse 51, dem ehemaligen Microjet-Gebäude, wird eine Druckwerkstatt eingerichtet. «Schulen oder andere Gruppen können hier Linolschnitte herstellen und lernen Holzschnitttechniken kennen», so Emch. Nebenbei gibt es einen Bar- und Verkaufsbereich, wo kleinere Arbeiten aller 60 ausstellenden Künstler an den Wänden hangen, und gleich gekauft werden können.

Beim Rundgang sind Namen wir Lael Marshall und Michael Voss aus New York, Dorothee Joachim aus Köln, Atsuno Hukuda aus Japan oder Max Matter aus Aarau zu finden. Motive aus Thomas Woodtlis Glasbildern nimmt seine Tochter Laura mit Prints auf ihren Kleiderkollektion Lee-wo wieder auf. Eindrücklich auch Max Haris Arbeit mit der Elektrosäge auf einer Holzwand, die so zum Druckstock wird.

Allein im Mircojet-Gebäude sind auf 2000 m2 Arbeiten zu analogen Techniken zu sehen; die Räume der SWG sind der digitalen Kunst gewidmet. Dazu kommt noch die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Grenchen, mit dem Titel «Promint? – Andy Wahrhols Goethe und andere Berühmtheiten».

Vernissage: 6. Sept., 19 Uhr, Sportstrasse 51. Ausstellung: 7. –23. September. Öffnungszeiten: Fr/Sa 13–20 Uhr So 11–17 Uhr. Katalog 25 Franken. Eintrittsbillett für 10 Fr. ist während der ganzen Ausstellungsdauer gültig. www.triennale.ch