«Es braucht Junge, welche die Szene kennen und Gleichaltrige ansprechen, um hier erfolgreich zu sein», meint Sadik Leutert von der Musa Gastronomie GmbH, die das Légère in Grenchen betreibt. Nach gutem Start im Oktober 2011 seien die Besucherzahlen in letzter Zeit in den Keller gerasselt. Seine Erwartungen seien nicht erfüllt worden, darum müsse nun «frisches Blut» in den Club. Erst vor kurzem sei es anlässlich eines Abends, bei dem die gesamten Einnahmen zugunsten eines Kinderheimes gespendet wurden, zu Gesprächen zwischen ihm und dem 20-jährigen Jonas Ryf und dessen Kollege Joël Oester gekommen.

Ryf hatte etwas später im Januar seinen Geburtstag im Légère gefeiert und mit seinen Gästen das Lokal komplett gefüllt. Die Gespräche seien daraufhin intensiviert worden, und Leutert beschloss, den zwei Jungen die Führung des Clubs im Bereich «Events» zu überlassen.

Kontakte zu den Besten

Beide stammen aus der Region und sind hier verwurzelt. Das Ziel von Jonas Ryf ist klar: «Wir möchten mit dem Légère Club Grenchen der Region etwas bieten und das Nachtleben in Grenchen wiederbeleben. Wir sind beide hier aufgewachsen. Unsere Motivation ist deshalb umso grösser, mit diesem Club etwas zu erreichen.» Während Jonas Ryf die Gestaltung der Events sowie administrativen Aufgaben übernimmt, wird sich Joël Oester um den musikalischen Aspekt kümmern. Die beiden haben sich bereits viel Know-how angeeignet. Joël Oester, besser bekannt als DJ DeeLux, ist seit über drei Jahren im Nachtleben tätig.

Er pflegt Kontakte zu den Besten in der Branche, arbeitet mit dem Label Hieronica zusammen, das unter anderem mit Avicii, EDX, Scaloni DJ und weiteren international bekannten DJs Events überall in der Schweiz organisiert. Das soll auch möglich machen, bekannte DJs nach Grenchen zu holen. «Wir sind beide 20 Jahre alt und wissen, wie man Party macht. Unser Zielpublikum ist im selben Alter und wir haben beide gute Verbindungen zur Szene. Genau das ist der Grund, warum wir davon überzeugt sind, hier erfolgreich zu sein», sagt Ryf.

Konkurrenz fürs Kofmehl?

Neu ist der Légère Club von Donnerstag bis Samstag bis 5 Uhr morgens geöffnet und profitiert vom Versuch des Kantons mit den längeren Öffnungszeiten. «Wir möchten auch Leute aus anderen Clubs anlocken, die nicht so lange geöffnet haben dürfen, wie zum Beispiel das Kofmehl in Solothurn», sagt Ryf. Überhaupt strebe man ein Publikum aus einem grösseren Einzugsgebiet von Biel bis Wangen an. «Mit gelungenen Partynächten, persönlichen Verbindungen und der Erfahrung, welche wir durch unsere diversen Aktivitäten und Interessen errungen haben, wollen wir Grenchen zu einem Ausgangsmekka machen.»

Radio 32 weiterhin live dabei

Radio 32 wird weiterhin jeden Donnerstag live aus dem Légère senden, Freitag und Samstag will man mit Hip-Hop und elektronischer Musik für Stimmung sorgen. Aber auch der aus Grenchen stammende DJ Horse werde ab und zu auflegen. Grosse Namen stehen bereits für das Re-Opening am 2. und 3.März auf dem Programm: So wird Scaloni DJ auflegen und für weitere Überraschungen mit renommierten Acts sei gesorgt, verspricht Ryf.

Aber auch ältere Semester sollen laut Ryf in Zukunft mehr zum Zuge kommen. Er habe vor, die legendären Bebop Revival Parties zu einem festen Bestandteil des Programms zu machen und häufiger stattfinden zu lassen. Gespräche mit den Verantwortlichen seien geplant. Auch andere Events, wie Konzerte, könne man sich zu einem späteren Zeitpunkt durchaus vorstellen, sagt Ryf.

Es droht Hausverbot

Drei Securities aus der Umgebung sorgen für Ruhe und Ordnung, das ist einer mehr als bisher. «Die Leute, die unseren Club besuchen, sollen Spass haben und unbesorgt feiern können. Wer in den Ausgang geht, um Ärger zu stiften, ist bei uns nicht erwünscht und wird nicht in den Club gelassen.» Man werde von Beginn an konsequent gegen Gewalt vorgehen.

Halte sich ein Besucher in oder um den Club nicht an die Regeln, drohen ihm ein lebenslanges Hausverbot sowie eine Meldung an die zuständigen Behörden. «Wir wollen anständige, partyfreudige Leute anziehen und die Klubkultur in Grenchen wiederbeleben.» Ryf meint abschliessend: «Alle beklagen sich, es sei in unserer Umgebung nichts los. Wir wollen das ändern.»