Der 71-jährige Max Tobler, Wirt und Inhaber der Traditionswirtschaft, bezeichnet seine zwei Mitarbeiterinnen dezidiert als Engel. «Ich kann mich auf sie verlassen», gibt er bekannt, «seit sieben Jahren nie zu spät und nie krank», schiebt er mit lachender Miene nach. Marianne Wölfli hat ihre Zusage nie bereut. Im Februar 2008 eröffnete der Wirt sein «Gärtli» erneut. Bereits Jahre zuvor war Max Tobler als «Gärtli-Wirt» bekannt gewesen.

Er hat Marianne am Telefon um die Mitarbeit angefragt, sie hat sich vorgestellt und seither arbeiten die beiden zusammen. Sandra Wölfli hat das Duo rund zwei Jahre später ergänzt. «Ich bin im ‹Gärtli› richtig aufgeblüht», sagt sie schmunzelnd. Sie ist an einigen Nachmittagen vor Ort. «Einen besseren Chef kann man sich nicht wünschen», tönt es unisono von beiden Frauen.

Sie rühmen die Selbstständigkeit in der Arbeit und die Freiräume, welche sie selber gestalten können. Dies heisst beispielsweise Mithilfe im Einkauf und Unterhalt, aber auch die Möglichkeit, Menüs oder spezielle Getränkeangebote vorzuschlagen.

Heimelig und sympathisch

Die Wirtschaft umfasst einen Speiseraum, dort hängen Bilder und eine Schweizer Schulkarte. Im Fumoir hat eine alte Karte des Kantons Solothurn schon für manche Diskussion gesorgt. Im «Gärtli» herrscht eine «heimelige» Atmosphäre, und der Umgang der Gäste mit dem Personal ist sympathisch und familiär.

Eine Renovation der alten Räume würde viel vom Ambiente verschwinden lassen. «Das «Gärtli» wäre nicht mehr das Gleiche», geben sich die beiden Wölfli-Schwestern überzeugt. Den Kontakt mit den Gästen erfahren Sandra und Marianne Wölfli als positiv. Es herrscht ein offenes und gutes Einvernehmen.

Viele der Restaurantbesucher kennen die zwei Grenchnerinnen schon von Kindsbeinen an und lassen sich gerne von den beiden aufgestellten Frauen bedienen. Und der Wirt ist stets präsent, grüsst die Gastung mit seinem vertrauten «Sali, Sali» und gibt, falls es denn überhaupt einmal nötig sein sollte, den geltenden Tarif bekannt.

Fröhliches und Trauriges

Die beiden Mitarbeitenden wissen, dass Freundlichkeit und Lachen nichts kosten. Auch aus Max’ Reich, der Küche, ist oft befreiendes Gelächter zu hören. Besonders Spass macht das Arbeiten an sonnigen und warmen Tagen. Die Terrasse lockt zum Verweilen.

Auch die Fasnachtszeit ist bei den beiden Servicefachfrauen beliebt. «Und natürlich Silvester», schwärmt Marianne Wölfli von der Fete für die Stammgäste. Von Yoga-Übungen im Fumoir erzählt sie lachend, einem fröhlichen Abend, der nur Insidern bekannt ist.

Auch traurige Momente und Schmerz kennen die beiden. Krankheit und Tod machen auch vor dem Stammtisch nicht Halt. «Max, zieh ne düre», wünschen sich Marianne und Sandra Wölfli, sie möchten noch lange den Alltag im «Gärtli» kreativ mitgestalten.