Repla Grenchen-Büren

«Zusammenarbeit ist ein wichtiger Pfeiler für die Region»

Kantonsgrenze unsichtbar, aber sehr wohl spürbar: Die Region Grenchen-Lengnau aus der Luft.

Kantonsgrenze unsichtbar, aber sehr wohl spürbar: Die Region Grenchen-Lengnau aus der Luft.

Anlässlich der Generalversammlung der Repla GB in Lengnau plädierte Grenchens Stadtpräsident François Scheidegger dafür, die Gemeinde- und kantonsübergreifenden Zusammenarbeit trotz Unsicherheiten fortzusetzen und womöglich zu intensivieren.

Die Repla Grenchen-Büren (GB) ist eine der wenigen regionalen Planungsorganisationen der Schweiz, die kantonsübergreifend arbeitet. Sie muss dabei immer wieder den Spagat zwischen verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen, Behörden und Ansprechpartnern machen. Zurzeit ist ihre Zukunft wieder ungewiss, da im Kanton Bern sogenannte Regionalkonferenzen als Koordinationsplattformen am Entstehen sind.

Anlässlich der Generalversammlung der Repla GB in Lengnau plädierte Grenchens Stadtpräsident François Scheidegger aber dafür, die Gemeinde- und kantonsübergreifenden Zusammenarbeit trotz Unsicherheiten fortzusetzen und womöglich zu intensivieren.

«Es ist die Chance, als Agglomeration zwischen den beiden Städten Solothurn und Biel überhaupt wahrgenommen zu werden», betonte Scheidegger. Die Interkommunale Zusammenarbeit in der Repla sei dafür ein «wichtiger Pfeiler».

Die Regionsgemeinden um Grenchen hätten vieles gemein. Gemeinsam habe man beispielsweise die Uhrenkrise durchlitten. Seit der Jahrtausendwende sei die Beschäftigung in der Uhrenindustrie aber wieder um 40 Prozent gestiegen.

Geblieben ist die Branchenstruktur, welche Scheidegger anhand eines Städtevergleichs illustrierte: In Grenchen ist der Anteil der industriellen Arbeitsplätze mit 56 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in Biel (24 Prozent) und gar mehr als viermal so hoch wie in Solothurn (13 Prozent).

In Solothurn arbeiten 87 Prozent der Arbeitnehmenden in Verwaltung und Dienstleistung. Dies zeigt auch der Ertrag an Steuern juristischer Personen: Obwohl Solothurn mit 20 000 fast doppelt so viele Arbeitsplätze anbietet wie Grenchen (11 000), ist der Ertrag an Bundessteuern von juristischen Personen dort mit 9 Mio. Fr. über einen Drittel geringer als in Grenchen (14 Mio. Fr., Zahlen von 2010).

Wer zahlt an den Rettungsdienst?

Als starkes industrielles Zentrum hätten Grenchen und seine Anrainer aber auch spezifische Probleme: Volatilität der Steuererträge aufgrund der Wirtschaftsstruktur, unterdurchschnittliches Bevölkerungswachstum und sozialer Status der Bevölkerung sowie Überalterung.

Die Industrie sieht sich zudem mit Fachkräftemangel als einer Folge der Akademisierung der Arbeitswelt konfrontiert, mit steigender internationaler Wettbewerbsintensität und drohender Auslagerung von Produktion in Länder mit kostengünstigen Strukturen.

Umso mehr gelte es, die Trümpfe der Region auszuspielen: die gute Verkehrserschliessung und öV-Anbindung sowie den Flughafen, dessen notwendiger Pistenausbau aber viel zu lange dauere.

Scheidegger erwähnte auch die gut funktionierende Zusammenarbeit im Infrastrukturbereich: Busbetriebe, Energieversorgung, Abwasser etc. - und auch den Rettungsdienst, wobei zu prüfen sei, ob mehr Nutzniesser auch finanziell daran zu beteiligen seien.

Die Generalversammlung der Repla unter der Leitung von Präsident Konrad Schleiss (Grenchen) genehmigte die Jahresberichte (vgl. Ausgabe vom 16. April), Rechnung undBudget und bestätigte den Präsidenten und Vizepräsidentin Kathrin Berger (Büren) per Akklamation.

Drei Neue im Vorstand

Neu in den Vorstand gewählt wurden Andreas Baumgartner (Bettlach), Paul Brotschi (Grenchen) und Raphael Murri (Büren). Daniel Gäumann, der neue Stadtbaumeister von Grenchen, wird sein Amt am 1. August antreten und als Mitglied mit beratender Stimme Claude Barbey ersetzen, der 16 Jahre im Repla-Vorstand mitgewirkt hat. Der Lengnauer Gemeindepräsident Max Wolf erläuterte zu Beginn die Probleme einer Gemeinde an der Peripherie des Kantons Bern, beispielsweise beim geplanten Bau einer Mehrzweckhalle.

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